- 09.04.2026, 12:13:02
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Verleihung des Christine-Nöstlinger-Preises an Elisabeth Steinkellner
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Festsaal des Christine-Nöstlinger-Campus in Wien wurde am 8. April 2026 der Christine-Nöstlinger-Preis für Kinder- und Jugendliteratur an die Autorin Elisabeth Steinkellner verliehen.
Überreicht wurde die Auszeichnung von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sowie dem Vorsitzenden des Österreichischen Verlegerverbandes, Alexander Potyka. Die Laudatio hielt Jurymitglied Stefanie Schlögl, Leiterin des Instituts für Jugendliteratur. Schülerinnen und Schüler des Christine-Nöstlinger-Campus bereicherten die Preisverleihung mit eigenen kreativen Beiträgen.
Der Preis wurde vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels in Kooperation mit der Stadt Wien Kultur und Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik ins Leben gerufen und ist mit 10.000 Euro dotiert. 2026 wurde er zum sechsten Mal vergeben.
Christiana Nöstlinger, Tochter von Christine Nöstlinger, und Volksschul-Direktorin Barbara Vollmer hießen die zahlreich erschienenen Festgäste und die anwesenden Kinder herzlich willkommen.
In ihrer Rede betonte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler die Bedeutung der Auszeichnung: „Dieser Preis würdigt Christine Nöstlinger und ihr Werk, das Leser:innen über Generationen hinweg begleitete und beim Vorlesen Familien weltweit verband. Mit dieser Auszeichnung bewahren wir ihr Andenken und schaffen zugleich Sichtbarkeit für neue Autor:innen und ihre Arbeiten. Literatur öffnet Denkhorizonte und Möglichkeitsräume, fördert Urteilsfähigkeit und stärkt demokratische Werte. Gerade jetzt, wenn Aufklärung und Vielfalt unter Druck stehen, geben Figuren und Geschichten klare Orientierung. Nöstlingers Bücher zeigen uns, welche Kraft und Ermutigung in Literatur liegen kann.“
Die Laudatio, die Jurymitglied Stefanie Schlögl im Namen der gesamten Jury hielt, zeichnete den Werdegang von Elisabeth Steinkellner nach und würdigte ihr vielfältiges Werk: „Mit ihrem großen Talent, eine sensible Figurenentwicklung, sprachliche Präzision und spielerische Offenheit miteinander zu verbinden, steht Elisabeth Steinkellner in einer Tradition, die sich ganz im Sinne von Christine Nöstlinger durch Respekt gegenüber ihren Figuren und ihren Leserinnen und Lesern auszeichnet, ohne dabei in Klischees zu verfallen oder Trends folgen zu wollen.“
Der Vorsitzende des Österreichischen Verlegerverbandes, Alexander Potyka, unterstrich die besondere Wirkungskraft ihrer Literatur: „Die Werke von Elisabeth Steinkellner zeichnen sich durch großen Sprachwitz und poetische Kraft aus. Sie eröffnen neue Perspektiven und laden dazu ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Im Zentrum steht dabei stets das Thema Emanzipation: Insbesondere Kinder werden darin bestärkt, selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen und ihr Schicksal aktiv zu gestalten. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen werden dabei nicht ausgeblendet, sondern vielschichtig reflektiert. Zugleich sind ihre Werke mit bemerkenswerter Leichtigkeit erzählt – freundlich, fröhlich und inspirierend – genau darin liegt ihre besondere Kunst.“
In ihren Dankesworten hob Preisträgerin Elisabeth Steinkellner die Bedeutung von Christine Nöstlinger für ihre eigene Biografie, aber auch für die Kinderliteratur insgesamt hervor: „Die Nachricht, als Preisträgerin für 2026 ausgewählt worden zu sein, war für mich eine große Überraschung und eine große Freude. Denn Christine Nöstlinger steht für mich und für sehr, sehr viele Menschen in Österreich und weit darüber hinaus für eine Kinderliteratur, die wir nicht nur geliebt haben, sondern die uns im positivsten Sinne geprägt hat. Ja, das können Bücher nämlich tatsächlich: uns prägen. Und dass sie das können, ist eigentlich ein ganz schön starkes Stück – und es zeigt, wie wichtig und relevant das ist, was junge Menschen zwischen zwei Buchdeckeln finden.“
Volksschulklassen präsentierten kreative Projekte zu Christine Nöstlinger
Bei der Preisverleihung wurde das Programm durch die kreativen Beiträge dreier Volksschulklassen des Christine-Nöstlinger-Campus Wien mitgestaltet. Die vierten Klassen setzten sich auf vielfältige und künstlerische Weise mit dem Werk und der Welt der Autorin auseinander, die selbst Gebrauchsgrafik studiert hatte.
Unter Anleitung ihrer Lehrerinnen entwickelten die Kinder eigenständige Projekte: Die 4a präsentierte zwei Kurzfilme mit Szenen aus Christine Nöstlingers Jugend. Die 4b zeigte ausdrucksstarke Monotypien zum Buch „Die feuerrote Friederike“, die in einem Workshop mit dem ersten Christine-Nöstlinger-Preisträger Michael Roher entstanden sind. Die 4d brachte einen fantasievollen Stop-Motion-Film mit Figuren aus Nöstlingers Büchern auf die Leinwand.
Für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre spürbare Begeisterung für Literatur wurden alle drei Klassen mit Urkunden ausgezeichnet und bekamen begeisterten Applaus. Jedes Kind erhielt als Dankeschön das Buch „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ von Christine Nöstlinger als Geschenk. Die Preisträgerin signierte für die Schulbibliothek eine Auswahl ihrer Bücher.
Die Preisträgerin Elisabeth Steinkellner
Elisabeth Steinkellner, geboren 1981, wuchs im Bezirk Neunkirchen (NÖ) auf. In Wien besuchte sie ein Kolleg für Sozialpädagogik und studierte Kultur- und Sozialanthropologie mit dem Schwerpunkt Gender Studies. Seit 2010 veröffentlicht sie Lyrik und Prosa für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Für ihre Werke erhielt sie mehrere Auszeichnungen, u. a. den Feldkircher Lyrikpreis, den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und den Outstanding Artist Award für Kinder- und Jugendliteratur. 2026 wurde sie für den Hans Christian Andersen Award und den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert. Ihre Bücher sind bisher in 12 Sprachen erschienen. Sie lebt in Baden bei Wien.
Der Christine-Nöstlinger-Preis
Der Christine-Nöstlinger-Preis zeichnet Menschen aus, die Kindern und all jenen, die sonst nicht gehört werden, eine Stimme geben, ihre Perspektive einnehmen und so einen Beitrag leisten, deren Leben ein Stück gerechter zu gestalten. Damit sollen auch die humanistischen Prinzipien und Anliegen lebendig gehalten werden, die die Autorin in ihrer Literatur vertreten hat.
Über die Auszeichnung entscheidet eine unabhängige Fachjury, bestehend aus drei Mitgliedern, die von der Stadt Wien Kultur, dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik nominiert werden. 2025 setzte sich die Jury aus Stefanie Schlögl (Geschäftsführerin des Instituts für Jugendliteratur), Linda Wolfsgruber (Illustratorin und Preisträgerin des Christine-Nöstlinger-Preises 2022) und Andrea Zsutty (Direktorin des ZOOM Kindermuseums) zusammen.
2025 wurde der Preis an die Autorin und Illustratorin Verena Hochleitner verliehen.
Weitere Informationen zum Preis sowie die Jurybegründung finden Sie hier.
Rückfragen & Kontakt
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Hauptverband des Österreichischen Buchhandels
+43 1 5121535 24
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Mag.a Isabella Cseri
Mediensprecherin Stadträtin Mag.a Veronica Kaup-Hasler
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