• 08.04.2026, 10:39:02
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Spenden per Testament: 122 Millionen Euro für guten Zweck vererbt

Jeder neunte Spendeneuro aus einem Testament – Gemeinnützige Einrichtungen der Initiative „Vergissmeinnicht“ hinterließen blühendes Zeichen des Danks im Schlosspark Schönbrunn.

Wien (OTS) - 

122 Millionen Euro haben die Menschen in Österreich im Vorjahr testamentarisch an gemeinnützige Einrichtungen gespendet – ein neuer Höchststand. Das geht aus einer Hochrechnung des Fundraising Verband Austria hervor. Fast 12% aller Spenden in Österreich entfalten ihre Wirkung somit erst nach dem Ableben der Spendenden. In den vergangenen zehn Jahren ist das Testamentsspenden-Aufkommen um über 120% gewachsen, zugleich hat auch das Interesse an dieser Spendenform enorm zugelegt. Die Gründe liegen im demografischen Wandel hin zu mehr kinderlosen Personen und mehr Menschen im Pensionsalter sowie im gleichzeitigen Wunsch, mit dem eigenen Vermögen positive Spuren zu hinterlassen, weiß Ruth Williams, Geschäftsführerin des Fundraising Verband Austria. Heute setzten Vertreter:innen Österreichischer Hilfsorganisationen in Schönbrunn ein Zeichen des Danks.

„Spendenzwecke im letzten Willen zu verankern, liegt international im Trend. Auch in Österreich beobachten wir seitens der Initiative „Vergissmeinnicht“, die seit 2012 kostenlos und neutral über die Möglichkeit eines Vermächtnisses für den guten Zweck informiert, Jahr für Jahr einen steigenden Zuspruch zu dieser Spendenform“, gibt Ruth Williams Einblick und verweist zugleich auf die tragende Funktion von Testamentsspenden für das heimische Spendenwesen: „Jeder neunte Spendeneuro Österreichs stammt aus einem Testament und finanziert wichtige gemeinnützige Anliegen wie Kinderhilfe, Pflege, Bildung, Forschung und Wissenschaft, Kultur, oder Tier-, Umwelt- und Klimaschutz. Viele notwendige Programme des Dritten Sektors könnten ohne diese entscheidenden Mittel nicht finanziert werden.“

Spendende möchten über den Tod hinaus Gutes tun

Über die Beweggründe von Menschen, die per Testament spenden, weiß Markus Aichelburg, Leiter von „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ Bescheid. Die von 100 gemeinnützigen Organisationen aus ganz Österreich gemeinsam getragene Initiative informiert nicht nur kostenlos mit Veranstaltungen und digitalen Services in Kooperation mit der Notariatskammer, sondern führt auch regelmäßig Umfragestudien zum Thema Erben durch. „Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, die wertvolle Arbeit gemeinnütziger Einrichtungen über das eigene Leben hinaus zu unterstützen. Dahinter steht primär der Gedanke an einen sinnstiftenden Nachlass: Laut Umfrage unter 2.000 Personen über 40 Jahre möchten 56% der Befragten mit einer Testamentsspende auch nach ihrem Ableben Gutes bewirken. 38% nennen den persönlichen Bezug zu einer bestimmten Organisation als Grund und 36% möchten nicht, dass ihr Vermögen nach dem Tod an den Staat geht“, so Aichelburg.

Vor allem kinderlose Personen spenden per Testament

Tendenziell vererben Österreichs Testamentsspender:innen im Schnitt 50.000 bis 100.000 Ꞓ. Zu über 90% stammen Testamentsspenden von alleinstehenden und kinderlosen Personen. Unter den präferierten Spendenzwecken sticht der Tierschutz hervor, gefolgt von den Bereichen Gesundheit, Pflege und Soziales sowie Hilfe für Kinder und Jugendliche. Unter der Gesamtbevölkerung über 40 Jahre kann sich mittlerweile fast ein Fünftel gut vorstellen, die gesamte Erbschaft einmal gemeinnützigen Anliegen zu widmen. 23% der Befragten würden Vereine als Ersatzerben einsetzen, für den Fall, dass die eigentlichen Erb:innen frühzeitig versterben. Besonders groß ist das Interesse unter kinderlosen Personen. Rund ein Drittel von ihnen ist offen für eine Testamentsspende.

Vergissmeinnicht-Pflanzen im Schlosspark Schönbrunn als symbolisches Danke

Alljährlich im April treffen die Vertreter:innen der 100 Vergissmeinnicht-Mitglieder aus allen gemeinnützigen Wirkungsbereichen zusammen, um sich bei ihren Spender:innen durch das gemeinsame Pflanzen von blühenden Vergissmeinnicht symbolisch zu bedanken. In diesem Jahr fand die gemeinsame Aktion am 8. April im Schlosspark Schönbrunn statt und wurde noch um eine Facette erweitert, wie Ruth Williams verrät: „Um den zahlreichen Testamentsspender:innen in Österreich tausendfach Danke dafür zu sagen, dass ihr Lebenswerk im Wirken gemeinnütziger Organisationen weiterlebt, verteilten die Mitglieder der Initiative eintausend Blumentöpfe mit Vergissmeinnicht-Samen in der Bevölkerung. Denn jede Testamentsspende sät den Samen für neue, wertvolle Projekte, die ohne diese Spende nicht möglich wären. Der Vergissmeinnicht-Samentopf soll an alle erinnern, die über ihr Leben hinaus Gutes getan haben – sie bleiben unvergessen!“

Testamentsspenden helfen in allen gemeinnützigen Bereichen

Die vom Fundraising Verband Austria ins Leben gerufene Initiative „Vergissmeinnicht“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, flächendeckend zum Thema Testamentsspende und Erbrecht aufzuklären. Die 100 Mitglieder verbindet die Überzeugung, dass man mit einem Vermächtnis für den guten Zweck über das eigene Leben hinaus Gutes tun kann. Dazu zählt auch die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, in der Testamentsspenden eine lange Tradition haben: „Seit über 60 Jahren unterstützen Menschen mit ihrem letzten Willen unsere umfangreiche Arbeit. Daraus hat sich eine Kultur der Beziehungspflege und des Miteinanders zwischen Testamentsspender:innen und uns entwickelt. Dank ihrer großzügigen Zuwendungen können wir auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Beratungen und Hilfsmittel für unsere Mitglieder anbieten“, so Sonja Premur, Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.
Auch im Umweltschutz bewirken Erbschaften Großes, weiß Jasmin Zuba von Greenpeace:
“Immer mehr Menschen möchten über ihr eigenes Leben hinaus Verantwortung übernehmen – für ihre Liebsten und auch für die Umwelt, in der sie leben. Greenpeace nimmt kein Geld von Politik oder Unternehmen. So sind wir ausschließlich dem Schutz unserer Umwelt verpflichtet. Testamentsspenden tragen entscheidend dazu bei, diese Unabhängigkeit auch langfristig abzusichern und unseren Einsatz für die Umwelt dauerhaft zu ermöglichen.”

Weniger als ein Drittel der über 40-Jährigen mit Testament vorgesorgt

Generell ist der Informationsbedarf beim Thema Erben sehr groß: Nur 31% der Personen über 40 haben bereits ein Testament gemacht. 50% bezeichnen sich als wenig bis gar nicht über das Erbrecht informiert.

In den kommenden Wochen informiert die Initiative „Vergissmeinnicht“ daher im Rahmen der „Wochen des guten Testaments“ in ganz Österreich – von Mattersburg bis Hohenems – bei kostenfreien Informationsveranstaltungen gemeinsam mit lokalen Notar:innen. Alle Termine: www.vergissmeinnicht.at

Pressefotos Download

Vergissmeinnicht-Pflanzen Schlosspark Schönbrunn, © Thomas Meyer Photography (honorarfrei freigegeben), ab ca. 12 Uhr verfügbar

Rückfragen & Kontakt

Fundraising Verband Austria
Dr. Andreas Anker
Telefon: 0676/4214706
E-Mail: [email protected]

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