• 07.04.2026, 12:24:32
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APG-Netzentwicklungsplan bis 2035: 9 Milliarden Euro für Österreichs Zukunft – Tempo beim Netzausbau entscheidend

EABG als Schlüssel für schnellere Verfahren und mehr Investitionen

Wien (OTS) - 

„Der Netzausbau entscheidet, ob Investitionen und Arbeitsplätze zu uns kommen – oder in andere Länder abwandern. Ohne leistungsfähige Netze gibt es keine leistbare Energie, keine industrielle Transformation und keinen wettbewerbsfähigen Standort. Rund 90.000 Beschäftigungsverhältnisse werden gesichert oder geschaffen, gleichzeitig entstehen fiskalische Effekte von rund 2,8 Milliarden Euro. Der Netzausbau ist damit ein zentrales Konjunkturprogramm für Österreich“, betont Wolfgang Hattmannsdorfer bei der heutigen Präsentation des Netzentwicklungsplans durch die Austrian Power Grid (APG).

Der aktuelle Netzentwicklungsplan zeigt den konkreten Ausbaupfad für Österreichs Strominfrastruktur. In den kommenden zehn Jahren sollen rund 9 Milliarden Euro in den Um- und Ausbau des Netzes investiert werden. Damit wird die Grundlage geschaffen, um Versorgungssicherheit, leistbare Energie und wirtschaftliches Wachstum langfristig abzusichern.

Netze als Grundlage für Standort, Digitalisierung und Souveränität

Der Netzausbau ist eine zentrale Voraussetzung für die Zukunft des Standorts Österreich. Er entscheidet darüber, ob Industrie transformieren kann, ob neue Investitionen ins Land kommen und ob Österreich im internationalen Wettbewerb bestehen kann.

Für ein zukunftsfites Stromnetz braucht es drei zentrale Voraussetzungen:

1. Ausreichende Kapazitäten für steigende Nachfrage

Die Notwendigkeit des Ausbaus wird durch die aktuelle Marktentwicklung deutlich unterstrichen. Derzeit liegen Netzzugangsanfragen von über 10.000 Megawatt aus Wind- und Photovoltaikprojekten vor, zusätzlich haben Rechenzentren einen Bedarf von rund 2.500 Megawatt angemeldet.

„Die Nachfrage zeigt klar: Investitionen folgen der Infrastruktur. Für die Industrie ist entscheidend, dass Strom in ausreichender Menge und zu einem günstigen Preis verfügbar ist. Kapazitätsstarke Leitungen sichern günstige Strompreise. Umspannwerke sind wie große Steckdosen, an die sich Industriebetriebe anschließen können. Der Netzausbau ist daher die Voraussetzung für industrielle Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher der APG.

2. Leistungsfähige Ost-West-Übertragung

Für ein funktionierendes Energiesystem muss Strom effizient durch ganz Österreich transportiert werden können. Insbesondere die Verbindung zwischen Ost und West ist entscheidend, um erneuerbare Energie optimal zu nutzen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

3. Stärkere internationale Anbindung

Günstiger Strom muss auch nach Österreich gelangen können. Eine stärkere Integration in den europäischen Strommarkt – insbesondere durch die Deutschlandleitung – ist daher ein zentraler Bestandteil eines zukunftsfiten Stromsystems.

Konkrete Projekte sichern Transformation

Der Netzentwicklungsplan umfasst eine Vielzahl konkreter Projekte im ganzen Land. Dazu zählen unter anderem der Ausbau im Zentralraum Oberösterreich als Grundlage für die industrielle Transformation – etwa im Bereich klimaneutraler Stahlproduktion –, die Deutschlandleitung zur stärkeren Integration in den europäischen Strommarkt sowie große Netzausbaucluster im Osten Österreichs zur Integration erneuerbarer Energien.

Das größte Projekt, das sich derzeit in Planung befindet, ist der Ausbau der 380-kV-Leitung in Kärnten. Derzeit findet die Detailplanung der Trasse statt, bei der in einem intensiven Stakeholder-Prozess alle wesentlichen Akteure – u.a. Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden, Bundesländer, Sozialpartner – eingebunden sind.

Alle Projekte sorgen dafür, dass Strom künftig effizient, planbar und genau dort verfügbar ist, wo er gebraucht wird – in der Industrie, in den Regionen und bei neuen Investitionen.

Netzausbau als Motor für Wachstum und Beschäftigung

Die wirtschaftliche Bedeutung des Netzausbaus geht weit über den Energiesektor hinaus. Die geplanten Investitionen lösen eine breite Dynamik aus: Rund 90.000 Beschäftigungsverhältnisse werden gesichert oder geschaffen, gleichzeitig entstehen fiskalische Effekte von rund 2,8 Milliarden Euro. Insgesamt belaufen sich die Wertschöpfungseffekte auf 6,57 Milliarden Euro. Der Multiplikator liegt mit 1,93 weit höher als der Schnitt von 1,47. Das bedeutet, dass jeder investierte Euro weitere Wertschöpfungseffekte bei den direkten Auftraggebern von 93 Cent in der heimischen Wirtschaft erzeugt.

Der Netzausbau wirkt damit direkt als Konjunkturprogramm für Österreich – von der Bauwirtschaft über die Industrie bis hin zu Planung und Technologie. Ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung bleibt im Land und stärkt nachhaltig den Wirtschaftsstandort.

„Unsere Investitionen sind ein zentraler Wirtschaftsmotor: Sie sichern Beschäftigung, stärken die heimische Wertschöpfung und schaffen die Grundlage für eine erfolgreiche Energiewende“, ergänzt Marcus Karger, Finanzvorstand der APG.

EABG als Schlüssel für schnelleren Ausbau

Damit Strominfrastrukturprojekte rasch umgesetzt werden können, braucht es die richtigen politischen Rahmenbedingungen. Die Bundesregierung hat dazu den Gesetzesentwurf für das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) vorgelegt. Ziel ist es, Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen, Zuständigkeiten zu bündeln und Planungssicherheit zu schaffen.

Für den Beschluss im Nationalrat ist jedoch eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, wodurch auch Stimmen der Opposition notwendig sind.

„Das EABG ist der Schlüssel, damit der Netzausbau in Österreich endlich Fahrt aufnimmt. Zu lange Verfahren bremsen Investitionen und gefährden unsere industrielle Entwicklung. Wenn wir wollen, dass Betriebe bei uns produzieren und investieren, dann müssen wir die Infrastruktur rechtzeitig bereitstellen – genau dafür braucht es jetzt rasch dieses Gesetz. Ich appelliere an alle Parteien, hier gemeinsam Verantwortung zu übernehmen“, so Wolfgang Hattmannsdorfer.

Weitere Infos zum Netzentwicklungsplan:Netzentwicklungsplan 2025 - Österreich braucht Strom

Über Austrian Power Grid (APG)

Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian Power Grid (APG) die sichere StromversorgungÖsterreichs. Mit unserer leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit, sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67 Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben. Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026 (2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
E-Mail: [email protected]

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