- 07.04.2026, 11:18:03
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„True Stories: Richard Steiner – Rotlicht gegen Blaulicht“: ORF-Host Ferdinand Seebacher folgt der Geschichte der Unterweltgröße
Am 9. April um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON
Es war der bis dato größte Mafia-Prozess der österreichischen Justizgeschichte. Auf der Anklagebank: Richard Steiner, Wiens berühmt-berüchtigter Unterwelt-Boss. Alles, was man dem Rotlicht-Milieu nachsagt, und noch mehr soll er verbrochen haben. Und obwohl die Beweislage erdrückend scheint, kommt es anders als erwartet. Richard Steiner ist Anfang der 2000er Jahre Wiens unumstrittener Rotlicht-Boss. Um ihn ranken sich zahlreiche Geschichten. Aufgrund einer Schädelverletzung im Kindesalter kennt er angeblich keine Angst. Angebliche und tatsächliche Gewalttaten – sei es in der Fremdenlegion oder auf der Straße – gehören zur Lebensgeschichte von Richard Steiner. „Ich war irre und nicht ganz dicht“, sagt er am Donnerstag, dem 9. April 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON in „True Stories: Richard Steiner – Rotlicht gegen Blaulicht“. Als charismatisch, clever und unglaublich kaltblütig beschreiben ihn andere. „True Stories“-Host Ferdinand Seebacher (ermittelt ab 13. April auch in „Kommissar Rex“ in ORF 1) folgt der Geschichte der Unterweltgröße:
Als Steiner in den 1990er Jahren in die Rotlicht-Szene einsteigt, ist diese für viele ein faszinierendes Milieu. Manche Wiener Rotlicht-Größe fährt damals mit einem weißen Rolls-Royce durch die Stadt, Politik und Prominenz gehen in deren Lokalen ein und aus. Doch wer genauer hinschaut, sieht die dunklen Seiten: Ihr Geld machen die Rotlicht-Bosse mit illegalem Glücksspiel und den Frauen, die sie zur Prostitution zwingen. Ausbeutung, Gewalt und Verbrechen sind an der Tagesordnung.
Steiner lässt eigene Security-Truppen organisieren und sie mit den damals neuesten Kommunikationsmitteln ausstatten. Die Truppe geht als „Nokia-Bande“ in die Annalen ein. Die Polizei kann und will offenbar nicht so genau hinschauen. „Steiner wollte mit der Polizei gut Freund sein – eine Hand wäscht die andere“, erzählt Chronik-Journalistin Brigitte Handlos, „und das macht natürlich das Leben für die Exekutive einfacher, weil die Polizei wusste, da brauchen wir nicht hingehen; da hat der Steiner schon aufgeräumt“.
Richard Steiner führt zu diesem Zeitpunkt ein Jetset-Leben, er pflegt gute Kontakte zu Presse, Promiszene und Politik. Doch mit dem Hochkochen der „Sauna-Affäre“, einem in aller Öffentlichkeit ausgetragenen Machtkampf zweier hochrangiger Wiener Polizeibeamten, ändern sich auch für Steiner die Zeiten. Zu Ostern 2010 geschieht das für ihn lange Zeit Unvorstellbare: Er wird verhaftet. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Steiner sind umfangreich: Schwere Erpressung, Nötigung, Körperverletzung, betrügerische Krida und – der Hauptvorwurf: Steiner und seine Mitangeklagten sollen eine mafiaähnliche Vereinigung gegründet haben. Jahrelang haben Staatsanwaltschaft und Polizei gegen ihn ermittelt – auch mit Hilfe einer damals neuen Form der Überwachung, dem „Großen Lauschangriff“. Büros, Fahrzeuge, Wohnungen wurden verwanzt, jeder, der auch nur im Entferntesten mit Richard Steiner zu tun hatte, wurde überprüft. Michael Möseneder, der Steiners Prozess als Journalist begleitete, erinnert sich: „Die Erwartungshaltung war sehr groß. Man ging davon aus, dass man da die Mafia und den Paten hat.“
Mehr als 500 Tage sitzt Steiner in Untersuchungshaft. Hundert Stunden belastendes Material sollen gegen ihn vorliegen, zahlreiche Aussagen von Zeuginnen und Zeugen. Nach mehr als 30 Verhandlungstagen ist allerdings klar: An Richard Steiner bleibt nichts hängen, der langjährige Unterwelt-König verlässt das Gericht als freier Mann. Heute lebt er ein gutbürgerliches Leben in Luxemburg, hat Ehefrau und Kinder, lebt vegan und nach den Regeln des Buddhismus.
Wie konnte es dazu kommen? In der von HolyScreen Media für den ORF produzierten „True Stories“-Ausgabe „Richard Steiner – Rotlicht gegen Blaulicht“ zeichnen Daniela Bernhart, Claudia Bräuer und Katja Ilnizki die Entwicklung Steiners zum Rotlicht-Boss nach, beleuchten die Rolle der Polizei in diesem Fall, sprechen mit Kriminalisten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Expertinnen und Experten und zeigen, wie sich das Rotlicht-Milieu in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat.
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