• 01.04.2026, 10:39:32
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Industrie zu Arbeitsmarkt: Arbeits- und Industriestandort weiter unter Druck

Arbeitslosenzahlen weiterhin hoch, Herausforderungen durch geopolitische Entwicklungen und demografischen Wandel – Industriestrategie umsetzen und Lohnnebenkosten senken

Wien (OTS) - 

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeichnen ein klares Bild der angespannten wirtschaftlichen Lage. Im März waren 400.561 Personen in Österreich arbeitslos oder in Schulung, das sind 3.488 mehr als im Vorjahr (+0,9 Prozent). „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt spiegelt die schwierige wirtschaftliche Lage für die österreichische Industrie wider, Stellenabbau und Arbeitslosigkeit sind weiter präsent, auch die neuen geopolitischen Entwicklungen – Iran-Konflikt, hoher Ölpreis und Inflation – werden ihre Auswirkungen am Arbeitsmarkt hinterlassen. Die Politik ist in den Budgetverhandlungen gefordert, fiskalischen Spielraum zu schaffen und die angekündigten Reformen, insbesondere die Industriestrategie und eine spürbare Lohnnebenkostensenkung konsequent umzusetzen“, merkt Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen an.

Erwerbsbevölkerung wächst nur in Wien

Darüber hinaus ist es unverzichtbar, die Auswirkungen der Demografie auf den Arbeitsmarkt zu berücksichtigen. Laut Statistik Austria befinden sich 750.000 mehr Erwerbstätige seit 2005 am Arbeitsmarkt (+20 Prozent), wobei die Gesamtsumme der tatsächlich in einem Jahr geleisteten Arbeitsstunden nur um 2,1 Prozent gestiegen ist. Dies ist bei einem erwarteten Rückgang der Erwerbspersonen um 120.000 bis 2050 bei gleichzeitigem Anstieg der Bevölkerung in Österreich auf 9.384.412 Personen nicht nachhaltig. Der Anstieg der Bevölkerung 65+ von 2025-2050 wird sogar 36 Prozent betragen. Auch ist auf die ungleiche geographische Verteilung der demografischen Entwicklung hinzuweisen. Nur die Erwerbsbevölkerung in Wien wächst, wobei Rückgänge in ländlichen und industriestarken Regionen bis zu 20 Prozent betragen. „Es braucht gezielte Maßnahmen, um die Beschäftigung in den vorhandenen Arbeitskräftepotentialen zu heben, damit der Standort wettbewerbsfähig bleibt. Dies muss vor allem durch eine Reduktion der Abgabenlast und Anreize zur Arbeitsleistung geschehen“, betont Neumayer.

„Weiters ist das gestern veröffentlichte gesamtstaatliche Budgetdefizit für 2025 von -4,2 Prozent – das sechste Jahr in Folge mit mehr staatlichen Ausgaben als Einnahmen – immer noch zu hoch und nimmt Spielraum für notwendige Investitionen, um den zukünftigen Standortproblemen, darunter den Auswirkungen der Demografie, zu begegnen. Von den Staatsausgaben von 283 Milliarden Euro ging der größte Teil mit 127 Milliarden Euro an Sozialleistungen. Es ist nun notwendig, Tempo für die Verbesserung des Standortes Österreich einzulegen und Strukturreformen anzugehen“, so Neumayer abschließend.

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