• 01.04.2026, 10:04:32
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Parkinson auf dem Vormarsch: Früh erkennen, gezielt behandeln

Welt-Parkinson-Tag: Spezialisierte Behandlung im Wiener Gesundheitsverbund

Wien (OTS) - 

Die Parkinson-Krankheit zählt weltweit zu den am stärksten zunehmenden neurologischen Erkrankungen. In Österreich sind derzeit rund 25.000 Menschen betroffen, bis 2040 wird mit einer Verdopplung gerechnet. Hauptgründe sind die steigende Lebenserwartung sowie mögliche Umweltfaktoren wie Luftschadstoffe oder Pestizide. In den neurologischen Abteilungen des Wiener Gesundheitsverbundes werden Patient*innen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt. Spezialisierte Ambulanzen in den Kliniken Ottakring und Donaustadt betreuen insbesondere Patient*innen mit komplexen Krankheitsverläufen.

Frühe Anzeichen oft übersehen

Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns und entwickelt sich schleichend. Erste Symptome werden oft über Jahre hinweg nicht richtig eingeordnet. „Viele Patient*innen bemerken erste Veränderungen lange vor der eigentlichen Diagnose, können diese aber nicht richtig einordnen. Das können zum Beispiel nicht-motorische Symptome wie Geruchsverlust, Verstopfung, Schlafstörungen oder das ´Ausleben von Träumen´ sein,“ erklärt Walter Pirker, Vorstand der Neurologischen Abteilung der Klinik Ottakring. Erst im weiteren Verlauf der Krankheit zeigen sich typische motorische Beschwerden wie verlangsamte Bewegungen, eine leisere Stimme, reduzierte Mimik, ein kleinschrittiges Gangbild oder das für Parkinson typische Ruhezittern. Häufig beginnen die Symptome einseitig und breiten sich nach Monaten oder wenigen Jahren auf die andere Körperseite aus.

Mehr Lebensqualität durch gezielte Therapie

Bei der Parkinson-Krankheit werden vor allem dopaminproduzierende Nervenzellen zerstört. Der daraus entstehende Mangel an Dopamin beeinträchtigt Bewegungsabläufe, aber auch Stimmung und Antrieb. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, genetische Faktoren ebenso wie Umweltfaktoren spielen dabei eine Rolle.

Die Behandlung basiert auf zwei zentralen Säulen: Medikamente und Bewegung. Ziel ist es, den Dopaminmangel auszugleichen und die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. „Die Kombination aus moderner medikamentöser Therapie und regelmäßiger Bewegung kann Beschwerden deutlich lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen,“ so Pirker.

Aktuell sind Medikamente mit dem Wirkstoff L-Dopa, das im Körper in Dopamin umgewandelt wird, am wirksamsten. Zusätzlich können Abbauhemmer wie z.B. COMT-Hemmer die Wirkung von L-Dopa verlängern. Über die Jahre nimmt der Medikamentenbedarf aufgrund des zunehmenden Nervenzellverlusts zu. Neben der klassischen Tablettentherapie stehen bei fortgeschrittener Erkrankung auch Pumpentherapien zur kontinuierlichen Medikamentenabgabe sowie die tiefe Hirnstimulation zur Verfügung. Ergänzend gewinnen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie zunehmend an Bedeutung.

Spezialisierte Versorgung für komplexe Verläufe

In den Parkinson-Spezialambulanzen der Kliniken Ottakring und Donaustadt werden Patient*innen mit unklarer Diagnose und komplexen Verläufen umfassend betreut. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf modernen Pumpentherapien zur kontinuierlichen Medikamentenabgabe sowie auf der Behandlung motorischer und nicht-motorischer Langzeitsymptome. Für weiterführende Verfahren wie die tiefe Hirnstimulation oder fokussierten Ultraschall besteht eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren wie dem AKH Wien.

Chancen auf Heilung?

Eine Heilung der Parkinson-Krankheit ist derzeit nicht möglich, bestehende Therapien können die Symptome jedoch deutlich lindern. „In den letzten Jahren hat sich diesbezüglich sehr viel getan. Es gibt im Augenblick vielversprechende Entwicklungen, die in rund 10 Jahren zu einer Verlangsamung des Krankheitsverlaufs führen könnten. Die in Frage kommenden Medikamente müssen aber noch in großen klinischen Studien getestet werden,“ betont Pirker. Ein Beispiel ist die Behandlung mit Alpha-Synuklein-Antikörper-Infusionen, mit denen ein Eiweiß-Stoff, der Nervenzellen schädigt, aus dem Körper entfernt werden soll.

Eine Heilung der Parkinson-Krankheit ist nur dann denkbar, wenn es gelingt, den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen zu stoppen oder zu bremsen. Parallel dazu gibt es innovative Ansätze mit dem Ziel das geschädigte Gewebe durch Stammzellen zu ersetzen oder die Funktion von Nervenzellen mittels Gentherapie gezielt zu verändern.

Klinik Ottakring als wichtiger Forschungsstandort

Die Neurologische Abteilung der Klinik Ottakring engagiert sich intensiv in der Erforschung der Entstehungsmechanismen der Parkinson-Krankheit und ist derzeit an mehreren internationalen Forschungskooperationen beteiligt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Erforschung erblicher Grundlagen der Erkrankung. „In unserer Spezialambulanz haben wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Patient*innen mit frühem Krankheitsbeginn oder familiärer Vorbelastung untersucht. Bei ihnen besteht häufig eine genetische Ursache. Die Identifizierung der zugrunde liegenden Gene ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung neuer, krankheitsmodifizierender Therapien“, so Pirker. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Behandlung der fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit.

Parkinson-Spezialambulanzen im Wiener Gesundheitsverbund
Klinik Ottakring

Klinik Donaustadt

AKH Wien

Weitere neurologische Ambulanzen im Wiener Gesundheitsverbund

Klinik Favoriten

Klinik Floridsdorf

Klinik Hietzing

Klinik Landstraße

Rückfragen & Kontakt

Pressesprecherin Wiener Gesundheitsverbund
Mag.a Gabriele Egartner
Telefon:+43 664 8566205
E-Mail: [email protected]

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