• 31.03.2026, 12:23:02
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Einzelfall in Hamburg zeigt: Panikmache rund um den angeblichen Wolf ist fehl am Platz

Tierschutz Austria fordert faktenbasierte Debatte statt politischer Instrumentalisierung

Wien/Vösendorf/Hamburg (OTS) - 

Der aktuelle Vorfall in Hamburg, bei dem angeblich durch einen mutmaßlichen Wolf in der Stadt vermeintlich eine Frau verletzt wurde, sorgt europaweit für Schlagzeilen. Tierschutz Austria stellt klar: So ernst ein solcher Einzelfall zu nehmen ist – er darf nicht dazu missbraucht werden, Ängste zu schüren und Abschussdebatten weiter anzuheizen. Denn die Faktenlage ist eindeutig: Der Wolf ist kein „Problem“, sondern Teil eines funktionierenden Ökosystems – und für den Menschen nahezu ungefährlich.

„Ein einzelner Vorfall darf nicht zur politischen Rechtfertigung für Abschüsse werden. Genau das beobachten wir derzeit – und das ist brandgefährlich für den Artenschutz“, erklärt Madeleine Petrovic, Präsidentin von Tierschutz Austria.

Einzelfälle richtig einordnen – seit Jahrzehnten kein tödlicher Wolfsangriff in Europa

Die wissenschaftliche Datenlage widerspricht klar dem Bild des „gefährlichen Wolfs“: Seit Jahrzehnten wurde in Europa kein einziger Mensch durch einen wildlebenden Wolf getötet. Internationale Studien zeigen zudem, dass Wolfsangriffe extrem selten sind und meist auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen sind – etwa Tollwut oder menschliches Fehlverhalten.

„Die Wahrscheinlichkeit, durch einen Wolf zu Schaden zu kommen, ist verschwindend gering. Viel öfter geraten Menschen z.B. durch Kuhangriffe in Gefahr. Wer jetzt Angst schürt, handelt gegen besseres Wissen“, so Petrovic.

Politische Instrumentalisierung statt Lösungen

Dennoch wird der Wolf zunehmend als Bedrohung inszeniert. In mehreren österreichischen Bundesländern wird eine gnadenlose Abschusspolitik gefahren. In Tirol sollen beispielsweise künftig defacto alle Wölfe als Risikowölfe eingestuft und abgeschossen werden dürfen.

„Wir haben Teuerung, Gewalt, unsichere Jobs und Kriege – und politisch wird der Wolf gepusht. Der ‚böse‘ Wolf muss für vieles herhalten, was menschengemacht ist“, so Petrovic.

Biodiversität schützen heißt Verantwortung übernehmen

Wölfe erfüllen eine wichtige ökologische Funktion und tragen zur Stabilisierung von Ökosystemen bei. Gleichzeitig zeigt ein Blick über Europa hinaus die Doppelmoral: Während der Schutz großer Wildtiere wie Elefanten, Zebras und Wale international gefordert wird, geraten heimische Arten zunehmend unter politischen Druck.

„Artenschutz endet nicht an der eigenen Haustür. Wer Biodiversität ernst nimmt, muss auch den Wolf in Österreich schützen“, betont Petrovic.

„Der böse Wolf gehört ins Reich der Märchen – nicht in die politische Realität“, so Petrovic abschließend. "Wir empfehlen der Polizei Hamburg einen unabhängigen Experten oder eine unabhängige Expertin zur Beurteilung hin beizuziehen, ob es sich tatsächlich um einen Wolf oder doch um einen Hund gehandelt hat - Hunderassen, wie der Tschechoslowakische Wolfshund, werden schnell für einen echten Wolf gehalten."

Rückfragen & Kontakt

Tierschutz Austria
Mag. Martin Aschauer
Telefon: 06763501889
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.tierschutz-austria.at/

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