• 31.03.2026, 11:57:32
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Sozialorganisationen bei der Rettung von Lebensmitteln zunehmend vor Herausforderungen

Soziale Dimension der Rettung und Weitergabe von Lebensmitteln braucht stärkere Beachtung

Wien (OTS) - 

Die Problematik von Lebensmitteln, die im Müll landen, wurde in den vergangenen Jahrzehnten – auch durch die intensive bewusstseinsbildende Arbeit von Sozial- und Umweltorganisationen – als gesellschaftliches Problem erkannt und anerkannt. Allerdings wird in der öffentlichen Meinung bis dato vor allem die ökologische Seite des Problems wahrgenommen.

„Auch, wenn ein jedes Lebensmittel, das nicht im Müll landet, aus ökologischer Sicht zu begrüßen ist, kann das Thema aus dem ökologische Blickwinkel nicht in seiner Vollständigkeit in Betracht genommen werden.“, betont Andrea Schnattinger, Präsidentin des Ökosozialen Forums Wien, und ergänzt: „Die Bedeutung von Lebensmittelrettung und Lebensmittelweitergabe für Armutsbetroffene ist unmittelbar und wir unterstützen die Forderung der Sozialorganisationen nach Grundlagen für den sozialen Lebensmitteltransfer.“

Sozialorganisationen bei Akquise von Lebensmittelspenden zunehmend unter Druck

Seit Längerem berichten Sozialorganisationen, die sich dem Sozialen Transfer – also der Rettung von Lebensmittel zur Weitergabe an Armutsbetroffene - widmen, von zunehmend schwierigeren Bedingungen in der Akquise der Lebensmittelspenden. An Überschüsse oder nicht mehr verkäufliche Warenspenden zu kommen werde seit einigen Jahren zunehmend schwieriger. Insbesondere frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder Milchprodukte seien für die Sozialorganisationen zunehmend schwerer zu „ergattern“. Dadurch werde es ständig herausfordernder, den sozialen Auftrag der Versorgung Armutsbetroffener zu bewerkstelligen.

Der Grund dafür seien einerseits knappere Haushaltsbudgets wie auch das gestiegene Bewusstsein für Lebensmittel. So würden mehr Frischlebensmittel im Abverkauf landen oder über neue Abgabeschienen wie etwa Apps Abnehmer:innen finden. Es seien in den vergangenen Jahren aber auch neue Akteur:innen auf den Plan getreten, die zu den Sozialorganisationen in Konkurrenz um die Warenspenden getreten seien. So sei Wettbewerb in einem Feld entstanden, das bis vor wenigen Jahren noch ausschließlich sozial und kooperativ ausgerichtet und vom sozialen Auftrag motiviert war.

Gleichzeitig sei der Bedarf an geretteten und für die Versorgung Armutsbetroffener verfügbaren Lebensmitteln in den vergangenen Jahren gestiegen. Durch die multiplen Krisen und die angespannte wirtschaftliche Lage werden nach wie vor große Mengen an Lebensmitteln für den Sozialen Transfer benötigt, um Menschen in Armut sowohl ausreichend als auch ausgewogen zu versorgen. Diese Mengen werden immer schwerer zu beschaffen.

Sozialen Transfer ausbauen und stärken

Präsidentin Schnattinger erklärt: “Der soziale Transfer ist nicht als gesellschaftliche Lösung per se, sondern als Hilfestellung zu verstehen. Dieser Hilfestellung bedürfen wir aber in der aktuellen Gesellschaft, um alle Menschen – unabhängig von ihrer sozioökonomischen Lage - ausreichend und ausgewogen mit Lebensmitteln versorgt zu wissen."

Während vor einem Jahrzehnt noch mehr als genug Warenspenden für Sozialorganisationen zur Verfügung standen, seien diese mittlerweile ausgesprochen verknappt, sodass Armutsbetroffene immer schwieriger versorgt werden können und die Zukunft des Sozialen Transfers mittlerweile ungewiss erscheine. Besonders mangelt es häufig an wertvollen Frischlebensmittel wie Obst, Gemüse oder Milchprodukte. Genau diese seien aber für eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig.

Aus diesem Grund hat sich das Ökosoziale Forum Wien in den vergangenen Monaten einem intensiven Diskussionsprozess gewidmet und eine Position als Verein herausgearbeitet. Diese soll einen Beitrag dazu liefern, die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Stakeholdern verstärkt auf die soziale Dimension der Rettung von Lebensmitteln zu lenken diese in Diskussionen besser abzubilden.

Über das Ökosoziale Forum Wien

Unter dem Motto “Mit der Ökosozialen Idee bei den Menschen” widmet sich das Ökosoziale Forum Wien seit über 25 Jahren dem Auftrag, ökologisch und sozial zukunftsfähige Impulse in gesellschaftlicher Praxis wie auch in der Diskussion zu setzen. Die Arbeitsschwerpunkte des Vereins liegen im Bereich Ernährung, Stadtnatur und Pädagogik.

Im Ernährungsbereich widmet sich der Verein gemeinsam mit Partnern wie der Tafel Österreich, dem Wiener Hilfswerk, der Volkshilfe Wien oder dem Samariterbund Wien dem Sozialen Transfer. Daneben wird mit der Reihe “G.U.T. und günstig essen” auch Material zur Wissensvermittlung darüber bereitgestellt, wie ausgewogene, gesunde Ernährung im Alltag gleichzeitig genussvoll wie auch günstig möglich ist.

Positionspapier Lebensmittelrettung & Sozialer Transfer

Wissensportal Ernährung - G.U.T. und günstig essen

Rückfragen & Kontakt

Ökosoziales Forum Wien
Ing. René Hartinger, MBA
Telefon: 0699 / 1010 9119
E-Mail: [email protected]

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