- 31.03.2026, 09:59:02
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Parkinson und Schizophrenie frühzeitig erkennen
Am IMC Krems startet die Entwicklung nicht-invasiver Dopamin-Sensoren für eine schnellere und präzisere Diagnostik
Neurologische und psychische Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit (die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung weltweit) oder Schizophrenie stehen in engem Zusammenhang mit Störungen des Dopaminhaushalts. Da bislang keine heilende Therapie verfügbar ist, kommt einer möglichst frühen Diagnose entscheidende Bedeutung zu.
Forschung an der Schnittstelle von Chemie und Medizin
An der IMC Krems University of Applied Sciences (IMC Krems) startete mit März das neue Forschungsprojekt „MIPSI – Polymere Sensoren zur verbesserten Diagnose neurologischer Erkrankungen“. Ziel ist die Entwicklung einer neuartigen, nicht-invasiven Technologie zur raschen, einfach anwendbaren und zuverlässigen Bestimmung von Dopamin in menschlichem Urin. „Damit schaffen wir die Grundlage für eine verbesserte Frühdiagnostik und neue Perspektiven in der personalisierten Medizin
“, erklärt Projektleiterin Prof.(FH) Priv.-Doz. Dr. Yolanda Salinas Soler vom Institut für Applied Chemistry des IMC Krems.
Zwei wichtige Punkte fehlen: Zukunftssichere Forschungsfinanzierung und eigenständige Doktoratsprogramme für unsere Hochschulen
„Das Projekt zeigt, wie wichtig die Förderung von Angewandten Wissenschaften ist, um Innovationen direkt in Betriebe, Einrichtungen und Institutionen zu bringen. Unsere Hochschulen sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil des österreichischen Bildungs- und Forschungssystems. Mit ihrer praxisnahen, lösungsorientierten Forschung leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur Bewältigung zentraler Zukunftsfragen, hier am Beispiel unserer Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig erzielen Hochschulen überdurchschnittliche Leistungen mit vergleichsweise geringen öffentlichen Mitteln und schaffen nachweislich hohe volkswirtschaftliche Wertschöpfung. Als Orte akademischer Exzellenz, regionaler Entwicklung und gesellschaftlicher Innovation zeigen sie seit 30 Jahren, wie angewandtes Wissen schnell und direkt Wirkung entfaltet. Eine zukunftssichere Finanzierung und die Weiterentwicklung des Systems – einschließlich eigenständiger Doktoratsprogramme für unsere Nachwuchswissenschaftler*innen – sind daher entscheidend, um Österreichs Innovationskraft, soziale Durchlässigkeit und Versorgungssicherheit langfristig zu stärken
“, so Mag. Ulrike Prommer, Vorsitzende der Hochschulleitung am IMC Krems und FHK-Präsidentin.
Zum Projekt
Im Zentrum des Forschungsprojekts am IMC Krems stehen neuartige kolorimetrische Sensoren, die Dopamin selektiv erkennen und durch eine sichtbare Farbänderung anzeigen. Grundlage sind molekular geprägte Polymere (MIPs) – synthetische Materialien, die wie künstliche Antikörper wirken. Sie sind stabil, wiederverwendbar und kosteneffizient herstellbar und eignen sich damit besonders für den Einsatz in der klinischen Analytik.
Für eine schnellere Reaktion werden diese Polymere mit selbstrührenden, magnetischen Silica-Mikropartikeln kombiniert. Durch ihre aktive Bewegung in der Flüssigkeit wird der Stofftransport verbessert und die Messzeit deutlich verkürzt. Das Ergebnis ist ein patient*innenfreundlicher Schnelltest, der ohne invasive Eingriffe auskommt und dennoch hohe Sensitivität und Spezifität bietet.
Das Projekt läuft von März 2026 bis Dezember 2028 und wird vom Land Niederösterreich sowie von der Europäischen Union im Rahmen der Förderaktion „Forschung für morgen“ (Förderschiene „Forschung & Technologieentwicklung Qualität“) finanziert.
Rückfragen & Kontakt
IMC Krems University of Applied Sciences
Raphaela Brandstetter, BA
Telefon: +43 2732 802 800
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.imc.ac.at
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