- 30.03.2026, 13:44:03
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Universität Klagenfurt baut Sportwissenschaften mit zwei neuen Professuren aus
Zwei neue Professuren stärken Forschung und Lehre im Bereich Sportwissenschaften
Die Universität Klagenfurt baut den Bereich der Sportwissenschaften gezielt aus und setzt damit ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Bildungsstandorts Kärnten. Im Rahmen dieser strategischen Initiative werden zwei Professuren neu besetzt, eine davon über fünf Jahre finanziert durch die 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung, die andere durch die Stadt Klagenfurt. Ziel ist es, Forschung, Lehre und Innovation in einem für Gesellschaft, Gesundheit und Wirtschaft zentralen Zukunftsfeld nachhaltig zu stärken.
Aufbauend auf bestehender Stärke in der Lehrer:innenbildung
Die Weiterentwicklung der Sportwissenschaften knüpft an bestehende Stärken der Universität Klagenfurt an. Das Unterrichtsfach Bewegung und Sport ist bereits seit Jahren ein fester Bestandteil des Lehramtsstudiums an der AAU und bildet angehende Sportlehrerinnen und Sportlehrer für Schulen in Kärnten und darüber hinaus aus.
Der nun geplante Ausbau eröffnet neue Möglichkeiten, Lehrer:innenbildung, sportwissenschaftliche Forschung und Gesundheitsfragen noch stärker miteinander zu verbinden. Studierende profitieren künftig von einer erweiterten wissenschaftlichen Basis, neuen Forschungsschwerpunkten und zusätzlichen internationalen Kooperationen.
Mit der Neubesetzung zweier Professuren am Institut für Sportwissenschaften –
Prof. Dr. Robert Csapo (Trainingswissenschaften) und
Prof. Dr. Julian Rudisch (Bewegungswissenschaften) – werden wichtige wissenschaftliche Kompetenzen in diesem Bereich aufgebaut.
Robert Csapo: Forschung zu gesundem Altern, Stoffwechselerkrankungen und Fitness junger Menschen
In seiner zukünftigen Arbeit an der Universität Klagenfurt will sich Robert Csapo vor allem drei zentralen Themenfeldern widmen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Rolle körperliches Training für gesundes Altern spielt – insbesondere darauf, wie Muskelkraft, Mobilität und funktionelle Leistungsfähigkeit auch im höheren Lebensalter möglichst lange erhalten werden können.
Ein zweites wichtiges Forschungsfeld betrifft Bewegung und Training bei weit verbreiteten Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes sowie die Wechselwirkungen zwischen moderner medikamentöser Therapie und körperlicher Aktivität.
Darüber hinaus beschäftigt sich seine Forschung mit der körperlichen Fitness von Kindern und Jugendlichen. Hier sieht er großes Potenzial für ein wissenschaftlich fundiertes Fitnessmonitoring, das wichtige Grundlagen für Gesundheitsförderung, Prävention und Sportpolitik liefern kann.
Julian Rudisch: Forschung zu Bewegung, Lernen und Mobilität über die Lebensspanne
In seiner Forschung beschäftigt sich Julian Rudisch mit der Frage, wie das Zentralnervensystem menschliche Bewegungen steuert und wie Bewegungen effizient gelernt werden können.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf neuromotorischen und kognitiven Störungen über die gesamte Lebensspanne – von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter. Zu den untersuchten Zielgruppen zählen etwa Kinder mit frühkindlicher Zerebralparese, ältere Erwachsene mit kognitiven Einschränkungen oder Menschen mit Parkinson-Erkrankung. Gemeinsam mit seinem Klagenfurter Kollegen Robert Csapo sowie dem weiterhin mit der Universität Klagenfurt verbundenen Bewegungswissenschaftler Jan Wilke möchte Rudisch untersuchen, wie Mobilität und funktionelle Leistungsfähigkeit möglichst lange erhalten werden können – mit besonderem Fokus auf neuromotorische Mechanismen der Bewegungskontrolle.
Zugleich ist es ihm wichtig, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die Praxis zu übertragen. Ziel ist es, Konzepte der Bewegungsforschung so weiterzuentwickeln, dass sie etwa beim Neulernen von Bewegungen in der Kindheit oder beim Wiedererlernen von Bewegungen in der neurologischen Rehabilitation eingesetzt werden können. Dazu strebt er eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern aus dem Schul- und Leistungssport sowie aus der neurologischen Rehabilitation an.
Neue Kooperationen und internationale Perspektiven
Auch international entstehen neue Perspektiven für Forschung und Lehre. Eine wichtige Rolle spielt dabei Prof. Dr. Dr. Jan Wilke, der seit dem Sommersemester 2024 den Lehrstuhl für Neuromotorik und Bewegung an der Universität Bayreuth innehat. Wilke war zuvor Professor für Bewegungswissenschaft und Leiter des Instituts für Sportwissenschaft an der Universität Klagenfurt und bleibt der AAU weiterhin in einem kleineren Ausmaß verbunden.
Durch sein Engagement werden die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Klagenfurt und Bayreuth weiter intensiviert. Beide Standorte arbeiten bereits in Forschungsfragen der Trainings-, Bewegungs- und Gesundheitswissenschaften zusammen. Aufbauend darauf ist unter anderem ein Double-Degree-Programm geplant, das Studierenden neue internationale Ausbildungswege eröffnet und die Kooperation zwischen beiden Universitäten langfristig vertiefen soll.
Unterstützung durch die 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung
Die 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die gesellschaftliche Entwicklung in den Bereichen Soziales, Bildung und Kultur in Kärnten zu unterstützen. Gefördert werden Projekte, die den Zugang zu Bildung verbessern, Durchlässigkeit innerhalb des Bildungssystems stärken und kontinuierliche Weiterbildung ermöglichen. Besonderes Augenmerk liegt auf Initiativen, die Vielfalt und Partizipation fördern sowie Bildungswege schaffen, die Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Vorbildung offenstehen. Die neue Stiftungsprofessur ‚Sportwissenschaften‘, der darauf aufbauende Lehrstuhl und das daraus entstehende Studienangebot an der Universität Klagenfurt erfüllen diese Kriterien in hohem Maß: Damit werden wissenschaftliche Grundlagen rund um das Themenfeld gesundheitsorientierte Bewegungsforschung, Präventionswissenschaft und Longevity künftig stärker in Forschung und Lehre verankert. Damit entstehen neue akademische Qualifikationswege, die angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Bedarfs an Gesundheitskompetenz zunehmend an Bedeutung gewinnen. Durch ihre regionale Ausrichtung und den Fokus auf anwendungsorientierte Forschung leistet die Professur einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Bildungsstandorts Kärnten und einer modernen, inklusiven Wissensgesellschaft.
Andreas Grießer, Mitglied des Vorstands der 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung: „Die 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung wurde ins Leben gerufen, um Projekte mit nachhaltiger Wirkung in Kärnten zu fördern. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf, Bildung für alle zugänglich zu machen, Zukunftskompetenzen zu stärken und Partizipation sowie Vielfalt im Bildungsbereich zu ermöglichen. Die neue Stiftungsprofessur ‚Sportwissenschaften‘ an der Universität Klagenfurt schafft die Grundlage dafür, dass künftig innovative Lehrangebote und qualifizierte Ausbildungsmöglichkeiten in Kärnten entstehen. Sie schafft wichtige strukturelle Voraussetzungen für moderne, technologisch unterstützte Bildungswege und eröffnet langfristig neue Perspektiven für junge wie berufserfahrene Menschen. Es freut uns daher besonders, dass der Lehrstuhl im Forschungsbereich Trainingswissenschaften mit Herrn Prof. Dr. Robert Csapo kompetent besetzt werden konnte. Seine ausgewiesene Expertise ermöglicht die erfolgreiche Weiterentwicklung des Bereichs Sportwissenschaften hin zu gesundheitsorientierter Bewegungsforschung, Präventionswissenschaft und Longevity an der Universität Klagenfurt.“
Unterstützung durch die Stadt Klagenfurt
Die Stadt Klagenfurt ist seit Jahren eine feste und zuverlässige Partnerin beim Ausbau der Sportwissenschaften. Bürgermeister Christian Scheider dazu: „Mit der Unterstützung des Bereichs Bewegungswissenschaften will die Landeshauptstadt Klagenfurt die wissenschaftliche Berufsausbildung im Rahmen des Lehramtsstudiums weiter stärken. Unsere Stadt weist nicht nur ideale Bedingungen für die Ausübung einer Vielzahl von Sportarten auf, auch von wissenschaftlicher Seite wird dem Thema begegnet und somit Praxis und Theorie optimal miteinander verknüpft. Es ist uns daher ein Anliegen, diesen wichtigen Bereich zu fördern und dadurch auch die Zusammenarbeit mit der Universität Klagenfurt weiter zu vertiefen.“
Vizebürgermeister Ronald Rabitsch freut sich über die Entwicklung: „Die Ansiedlung der neuen Professuren ist ein Meilenstein für den Wissenschaftsstandort Klagenfurt. Mit der Finanzierung des Lehrstuhls für Bewegungswissenschaften bekennt sich die Stadt klar zur Förderung von Forschung und Lehre. Ich heiße Prof. Dr. Julian Rudisch und Prof. Dr. Robert Csapo herzlich willkommen. Gemeinsam stärken wir die sportwissenschaftliche Kompetenz unserer Universität und schaffen nachhaltige Impulse für unsere Region und den akademischen Nachwuchs.“
Auch Stadträtin Constanze Mochar begrüßt den neuen Impuls: „Für die Sportstadt Klagenfurt ist die Stärkung der Sportwissenschaften ein entscheidender Schritt in die Zukunft. Die neuen Professuren setzen wichtige Impulse für Forschung, Ausbildung und Nachwuchsförderung. Ich freue mich, dass wir diesen Weg aktiv unterstützen und damit den Standort nachhaltig stärken.“
Stadtrat Franz Petritz unterstützt ebenso den Ausbau: „Die neue Professur ist ein großer Gewinn für unsere Sportstadt und eine wichtige Investition in die Zukunft. Bewegung begleitet uns von klein auf und bildet ein wichtiges Fundament für ein gesundes Leben. Egal ob in der Klasse oder draußen, Bewegung ist essenziell für unsere körperliche und mentale Gesundheit, da sie Konzentration und soziale Kompetenzen stärkt.“
Zukunftsfeld für Kärnten
Die Weiterentwicklung der Sportwissenschaften steht auch im engen Zusammenhang mit den strategischen Schwerpunkten der Universität Klagenfurt. Insbesondere in den Bereichen Digital Health, Prävention und Tourismus eröffnen sich neue Möglichkeiten für interdisziplinäre Forschung und Innovation.
Gerade für Kärnten, das als Tourismus- und Gesundheitsregion international wahrgenommen wird, besitzt die Verbindung von Sportwissenschaft, Gesundheit und Digitalisierung großes Zukunftspotenzial. Der Ausbau an der Universität Klagenfurt soll dazu beitragen, dieses Potenzial wissenschaftlich zu erschließen und nachhaltige Impulse für die Region zu setzen.
Landeshauptmann Peter Kaiser begrüßt deshalb die Initiative ausdrücklich:
„Der Ausbau der Sportwissenschaften an der Universität Klagenfurt ist ein starkes und zukunftsweisendes Signal für den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Kärnten. Mit den neuen Stiftungsprofessuren und der Unterstützung durch starke Partner schaffen wir hervorragende Rahmenbedingungen, um Forschung, Lehre und Innovation in einem gesellschaftlich hochrelevanten Bereich in Kärnten gezielt weiterzuentwickeln.
Dabei geht es nicht nur um wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch um konkrete Beiträge zu zentralen Herausforderungen unserer Zeit – etwa in den Bereichen Prävention, gesundes Altern und die Förderung von Bewegung und Leistungsfähigkeit über alle Lebensphasen hinweg. Besonders hervorzuheben ist auch die enge Verzahnung von Forschung und Lehre, die neue Perspektiven für Studierende eröffnet und den Transfer von Erkenntnissen in die Praxis stärkt.
Diese Initiative zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial im gemeinsamen Handeln von Land, Universität und engagierten Partnern liegt. Sie stärkt Kärnten nachhaltig als modernen Wissens- und Bildungsraum mit hoher gesellschaftlicher Verantwortung.“
Rückfragen & Kontakt
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