• 30.03.2026, 11:03:32
  • /
  • OTS0054

WKO-, AK-, ÖGB- und IV-Steiermark machen sich für „Bypassröhre“ als alternativloses Szenario bei Plabutschtunnel-Sanierung stark

Graz (OTS) - 

Die notwendige Sanierung des Plabutschtunnels droht in den kommenden Jahren zur Staufalle und zur Standortbremse zu werden: Die steirische Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Gewerkschaftsbund und Industriellenvereinigung setzen sich daher geschlossen für eine zukunftssichere Lösung bei der Sanierung des Plabutschtunnels ein.

Der Plabutschtunnel muss aufgrund seines Alters bis spätestens 2035 umfassend generalsaniert werden, da sowohl die elektromaschinelle Sicherheitsausrüstung als auch die IT-Infrastruktur nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und auch die Fahrbahn grundlegend erneuert werden muss. Die Bauzeit ist mit vier bis fünf Jahren veranschlagt. Die derzeit präferierte Lösung einer jahrelangen Einröhrigkeit würde jedoch täglich rund 20.000 zusätzliche Fahrzeuge in das Grazer Stadtgebiet verlagern. „Ohne tragfähige Ausweichmöglichkeiten und ohne Sicherheitsreserven bei Unfällen oder Störungen, drohen der Stadt der absolute Kollaps und unserer Region harte Jahre in Bezug auf unserer Erreichbarkeit“, sind sich die Präsidenten Josef Pesserl, Josef Herk, Kurt Maier und der Landesvorsitzende Horst Schachner einig.

Transportkollaps nur mit belastbarer Alternative zu verhindern

Der Tunnel ist eine zentrale Lebensader für Beschäftigte und Betriebe. Er steht für die Versorgung einer ganzen Region und hat weit über Graz hinaus Bedeutung für den steirischen Zentralraum. Im Schnitt fahren aktuell täglich knapp 43.000 Fahrzeuge durch den Plabutschtunnel und zu Stoßzeiten sind es viele mehr. Für 2030 werden bereits über 45.000 Fahrzeuge erwartet. Eine mehrjährige einseitige Sperre würde das bestehende ohnehin stark belastete Verkehrssystem an seine Grenzen bringen und einen Transportkollaps mit massiven Folgen für rund 600.000 Steirerinnen und Steirer auslösen. Ein „Bypass“, also der Bau einer Entlastungsröhre, ist für die steirischen Stakeholder alternativlos. Diese zusätzlich benötigte Röhre wird von den Sozialpartnern und der IV-Steiermark als „Bypass“ bezeichnet, weil sie sicherstellt, dass Verkehr, Versorgung und Erreichbarkeit auch während der Bauphase zuverlässig aufrechterhalten bleiben und gleichzeitig eine dauerhafte Sicherheits- und Resilienzlösung für die Zukunft geschaffen wird.

Auswirkungen reichen von verschlechterter Luftqualität bis zu Millionenverlusten

Die Auswirkungen der Einröhrigkeit wären massiv und belasten sowohl den Pendlerverkehr als auch Lieferketten. Aus Sicherheitsgründen müsste der Verkehr auf etwa 20.000 Fahrzeuge pro 24 Stunden beschränkt werden. Das übrige Aufkommen von rund 23.000 Fahrzeugen würde über das Grazer Stadtgebiet geleitet werden bzw. über Umgehungswege in den Umlandgemeinden. Die Erreichbarkeit von Krankenhäusern und Bildungseinrichtungen wäre ebenso eingeschränkt und es gäbe wohl auch ein Zurück zur schlechten Luftqualität im Grazer Becken. Gleichzeitig drohen volkswirtschaftliche Schäden von rund 140 Millionen Euro jährlich und ein dauerhaft überlastetes Verkehrssystem im gesamten Raum von Leibnitz über Graz bis nach Deutschfeistritz sowie Richtung Osten. Gerechnet auf die 5-jährige Sanierungsphase schlagen die Staukosten mit rund 600 bis 700 Millionen Euro zu Buche. Dieser Betrag wäre in etwa die benötigte Summe für die Errichtung eines Bypasses, der damit nicht nur kostenneutral ist, sondern auch eine aktuell noch realisierbare und dauerhafte Lösung.


Die Vertreter der Sozialpartner und der IV-Steiermark betonen, dass der Plabutschtunnel mehr als Verkehrsinfrastruktur ist, „er ist Lebensader einer Region und eine baustellenbedingte Langzeitsperre ohne „Bypass“ hätte fatale Auswirklungen auf Erreichbarkeit, Umwelt und die Lebensqualität der Menschen.“

Statements

Josef Pesserl, Präsident der AK Steiermark: „Für tausende Pendlerinnen und Pendler ist der Plabutschtunnel Teil ihres täglichen Lebenswegs. Eine jahrelange Einschränkung bedeutet mehr Zeit im Stau mehr Unsicherheit und eine spürbare Verschlechterung der Lebensqualität. Wer gute Arbeitsbedingungen sichern will, muss auch für funktionierende Wege zur Arbeit sorgen und genau deshalb braucht es den „Bypass“.“

Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark: „Der Plabutschtunnel ist eine zentrale Schlagader für die steirische Wirtschaft. Wenn Lieferketten ins Stocken geraten, Termine nicht gehalten werden können und die Erreichbarkeit eingeschränkt ist, geraten Betriebe massiv unter Druck. Wettbewerbsfähigkeit braucht Verlässlichkeit und diese kann es ohne eine zusätzliche leistungsfähige Infrastruktur nicht geben.“

Horst Schachner, Landesvorsitzender ÖGB Steiermark: „Ein Verkehrskollaps trifft die Beschäftigten direkt jeden Tag am Weg zur Arbeit und wieder nach Hause. Gleichzeitig steigen Belastungen und Stress, während die Planbarkeit verloren geht. Gute Arbeit braucht funktionierende Infrastruktur und deshalb ist klar, dass eine Lösung vor Beginn der Sanierung geschaffen werden muss.“

Kurt Maier, Präsident IV-Steiermark: „Der Großraum Graz ist einer der bedeutsamsten Industriestandorte Österreichs, der sich täglich im internationalen Wettbewerb behaupten muss. Eine mehrjährige massive Einschränkung einer der wichtigsten Verkehrsachsen gefährdet Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Planungssicherheit und leistungsfähige Infrastruktur sind entscheidend und genau dafür steht der „Bypass“.“

Die steirischen Sozialpartner fordern daher gemeinsam mit der IV-Steiermark eine umgehende politische Koordination und den raschen Start der Detailplanung mit dem Ziel eines Baubeginns noch bis Ende der 2020er Jahre. Angesichts der zu erwartenden Staukosten ist die Umsetzung auch volkswirtschaftlich sinnvoll. „Wer Lebensqualität sichern, Arbeitsplätze erhalten und den Standort Graz stärken will, muss jetzt handeln und die Staufalle verhindern“, so der Tenor.

Rückfragen & Kontakt

WKO Steiermark
Mag. Mario Lugger
Telefon: 0316/601-652
E-Mail: [email protected]
Website: https://wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WKM

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel