- 28.03.2026, 10:52:32
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Hattmannsdorfer: „Auch neutrale Staaten müssen Europas Sicherheitswende für die eigene Industrie nutzen“
Österreich und Schweiz starten ständiges Kooperationsformat zur Rolle neutraler Staaten im Umfeld steigender europäischer Sicherheits- und Verteidigungsinvestitionen
„Europa investiert aufgrund der geopolitischen Lage massiv in seine eigene Sicherheit. Unsere Neutralität steht dabei außer Frage und wird nicht angetastet. Gleichzeitig darf sie aber nicht dazu führen, dass überbordende Bürokratie oder unklare Regeln verhindern, dass österreichische und schweizerische Unternehmen an diesen Investitionen teilhaben können. Wir müssen die Rahmenbedingungen so weiterentwickeln, dass Neutralität gewahrt bleibt, wirtschaftliche Chancen aber nicht verloren gehen. Österreich und die Schweiz stehen hier vor sehr ähnlichen Herausforderungen – genau deshalb arbeiten wir jetzt enger zusammen, um bürokratische Hürden abzubauen und faire Voraussetzungen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu schaffen“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Bundespräsident Guy Parmelin: „Ich begrüße die österreichische Initiative zur Bildung einer Arbeitsgruppe zum Thema Sicherheit, die auch dem Erfahrungsaustausch dient - zu Gunsten unserer Bevölkerung und Wirtschaft.“
Dazu wird nun gemeinsam mit der Schweiz ein ständiges Kooperationsformat eingerichtet. Der bilaterale Austausch soll darüber hinaus auch physisch zwei Mal im Jahr stattfinden.
Zentrale Themenfelder die Österreich einbringt und Priorität haben
1. Verteidigungsindustrie in neutralen Staaten
Industriepolitische Instrumente im Einklang mit der Neutralität
Weiterentwicklung von Exportkontrollregimen
Finanzierung, Beschaffung und beihilfenrechtliche Rahmenbedingungen
Stärkung von Dual-Use-Technologien
2. Neutralität und wirtschaftliche Resilienz
Auswirkungen geopolitischer Konfliktszenarien auf den Binnenmarkt
Resilienz von Lieferketten und Energieversorgung
Rechtssicherheit für Unternehmen
Klärungsbedarf auf europäischer Ebene
3. Vernetzung der Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
Stärkung der Wertschöpfungsketten
Ausbau bei gemeinsamer Forschung & Entwicklung
Steigerung des bilateralen Handelsvolumens
Fakten: Verteidigungsindustrie
Österreich
rund 150 österreichische High-Tech-Unternehmen
rund 11.000 direkt Beschäftigte sowie etwa 20.000 Arbeitsplätze in Zulieferunternehmen
Forschungsanteil: 7,5 Prozent
Branchenumsatz: rund 3,3 Milliarden Euro jährlich
Exportvolumen in Drittstaaten: etwa 2–5 Milliarden Euro
Wertschöpfung durch heimische Beschaffung
90 Prozent der Aufträge im Rahmen der Kasernenmodernisierung gehen an die regionale Bauwirtschaft
Beispiel Pandur-Radpanzer: über 70 Prozent österreichische Wertschöpfung, mehr als 200 beteiligte Unternehmen
Schweiz
rund 150 Unternehmen mit etwa 9.900 Arbeitsplätzen
Militärausgaben: rund 6,8 Milliarden Euro, Anstieg bis 2026 um +3,8 Prozent erwartet
EU-Entwicklung
2024: 343 Milliarden Euro (+17 Prozent), 1,9 Prozent des BIP
2025: 381 Milliarden Euro (+11 Prozent), 2,1 Prozent des BIP
Seit 2020: Anstieg der Verteidigungsausgaben um +62,9 Prozent
Rückfragen & Kontakt
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Presseabteilung
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