- 27.03.2026, 17:31:34
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Eröffnung der NÖ Landesausstellung 2026: „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“
LH Mikl-Leitner: „Wir werden mit dieser Landesausstellung die gesamte Region zum Blühen bringen“
Von 28. März bis 8. November 2026 findet am Areal des Landesklinikums Mauer die Niederösterreichische Landesausstellung unter dem Titel „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ statt. Heute, Freitag, nahm Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die offizielle Eröffnung vor rund 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesundheitsorganisationen vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christa Kummer, musikalisch gestaltet wurde der Festakt von Gansch & Breinschmid. Die Niederösterreichische Landeshymne wurde vom Bewohnerchor des Pflege- und Betreuungszentrums gesungen.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagte in ihrem Eröffnungsworten, dass sie unglaublich stolz sei, denn man spüre, „welche Begeisterung hinter dieser Landesausstellung steckt“ und das schon seit mehr als sechs Jahrzehnten. 41 Landesausstellungen seien bisher umgesetzt worden und hätten rund elf Millionen Besucherinnen und Besucher nach Niederösterreich gebracht. „Jede Landesausstellung hat unser Niederösterreich lebens- und liebenswerter gemacht“, betonte die Landeshauptfrau, dass es bei den Landesausstellungen um Aufbruch gehe und Regionen nachhaltig zu stärken.
„Wir werden mit dieser Landesausstellung die gesamte Region zum Blühen bringen“, betonte Mikl-Leitner, dass die Landesausstellung ein wichtiges und sensibles Thema behandle und bei laufendem Betrieb stattfinde und drückte mit „einem großen Danke“ ihre „Wertschätzung und Respekt dem gesamten Klinikpersonal und den Patientinnen und Patienten“ gegenüber aus.
„Rund 43 Millionen Euro wurden nur hier an diesem Standort investiert“, informierte die Landeshauptfrau, dass man damit ein Jugendstil-Ensemble renoviert habe und nachhaltige Standortsicherheit schaffe. „Das ist Regionalpolitik, Gesundheitspolitik und Kulturpolitik der Marke Niederösterreich“, so Mikl-Leitner. Die Landeshauptfrau sprach auch die vielen Umfeldprojekte an: „Das macht die Landesausstellung zu einem Motor des gesamten Mostviertels.“ Mikl-Leitner sagte „Danke“ an die Bürgermeister der 31 Gemeinden und der Partner von 130 Einrichtungen aus Tourismus, Landwirtschaft, Kultur und Gastronomie.
„Psychische Gesundheit ist genauso wichtig wie körperliche Gesundheit“, führte Mikl-Leitner aus, dass man Gott sei Dank „vom Wegschauen zum Hinschauen“ gekommen sei. „Es ist mutig, dass wir uns diesem Thema stellen, aber es ist eine Notwendigkeit“, betonte die Landeshauptfrau die Wichtigkeit des vertrauens-, respekt- und wertvollen Umgangs mit psychisch Erkrankten. „All das, was wir an Anforderungen an diese Landesausstellung gestellt haben, ist erfüllt worden“, führte die Landeshauptfrau aus, dass man sich im Sinne der Erinnerungskultur „Nie wieder“ auch mit der Vergangenheit, insbesondere der NS-Zeit, beschäftigt habe.
„Ich hab das Gefühl, diese Region brennt für diese Landesausstellung“, sagte Mikl-Leitner, dass sie sich wünsche, dass es gelinge viele Menschen mit diesem Feuer zu entfachen und, dass diese das so wichtige Thema „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ hinaustragen.
Landesrat Anton Kasser sagte zu den Herausforderungen, eine Landesausstellung bei laufendem Betrieb durchzuführen: „Es war und ist ein Experiment.“ Er betonte in diesem Zusammenhang aber auch die Chance, Psyche und Gesundheit in den Mittelpunkt zu stellen und führte aus: „Die Stigmatisierung ist immer noch ein Thema. Wenn die Seele gebrochen ist, merkt das keiner.“ Die Landesausstellung sei die richtige Antwort, dass man diese Krankheit in den Mittelpunkt stelle, bedankte er sich für die tolle Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich.
Armin Laussegger, wissenschaftlicher Leiter der NÖ Landesausstellungen, nannte als Besonderheit der Landesausstellungen, dass die Ausstellungsthemen aus dem Standort heraus entwickelt werden. „Das hilft uns bei der Ausstellungserzählung, weil man an einem authentischen Ort ist.“ Mit Niko Wahl und Michael Resch als Kuratoren habe man zwei Experten, die die Ausstellung umgesetzt haben.
Paulus Hochgatterer, Psychiater, Autor und Leiter des wissenschaftlichen Beirats der Landesausstellung, sagte, dass die Psyche in ihrer Vielfalt, Originalität und Verletzlichkeit die Menschen immer schon fasziniert habe. „Dort, wo es um schwer Begreifliches und Bedrohliches geht, waren psychische Phänomene über Jahrhunderte hinweg Argument für Ausgrenzung und Absonderung“, betonte Hochgatterer, dass ein zentrales Anliegen dieser Landesausstellung sei, zu zeigen, dass sich Letzteres inzwischen fundamental geändert hat.
Die Inhalte für das Vermittlungsprogramm „Familienspur“, das sich an Kinder bis zwölf Jahre und ihre Begleitpersonen richtet, wurden zum Teil gemeinsam mit Lehrenden und Volksschülerinnen und Volksschülern aus der Gemeinde Haag entwickelt. Barbara Kunerth, Schulleiterin der Volksschule Haag, sagte, dass es viel Spaß gemacht habe, es sei schön, dass die Zusammenarbeit so gewachsen sei. Kunerth betonte auch die Wichtigkeit, den Kindern schon in den Schulen und Kindergärten „Werkzeuge“ mitzugeben.
Keynote-Speakerin Verena Titze nahm die Eröffnungsgäste mit auf eine Zeitreise ins Jahr 2020. Am 5. Februar 2020 ist sie ausgebrannt, seit 18. September 2020 trocken und lebt jetzt ihre Berufung. „Ich kriege Gänsehaut“, freute sich Titze, dass das Land Niederösterreich, diesen Mut hatte, das Thema aufzugreifen. Es sei unglaublich, was für Arbeit hier geschaffen worden sei, hob Titze die Aufarbeitung der NS-Zeit und was hier mit den Menschen passiert sei, aber auch die tollen interaktiven Projekte hervor.
Ergänzt wird die Ausstellung im Haus 21 durch einen neuen Lernort zur Geschichte der NS Medizinverbrechen im Landesklinikum Mauer. Die neuesten Forschungsergebnisse zur Heil- und Pflegeanstalt während der NS-Zeit werden vermittelt, eine Erinnerungskultur wird geschaffen. Der Lernort steht Besucherinnen und Besuchern auch nach der Landesausstellung bei freiem Eintritt zur Verfügung. Um diese Orte am Gelände des Landesklinikums Mauer miteinander zu verbinden, wurde ein kuratierter Rundweg geschaffen, der Besucherinnen und Besucher über historische und ausstellungsrelevante Themen sowie die außergewöhnliche Jugendstil-Architektur informiert.
Außerdem lädt die Region Moststraße dazu ein, das Mostviertel als Kultur- und Gesundheitsregion mit vielfältigen (kultur-)touristischen Angeboten zu erleben. Christian Haberhauer, Bürgermeister von Amstetten, sagte, er sei stolz auf Amstetten, die Region und unser Land: „Es ist ein Meilenstein gelungen.“ Michaela Hinterholzer, Bürgermeisterin von Oed-Öhling und Obfrau der LEADER-Region Moststraße, erzählte von der Idee, die Landesausstellung an die Moststraße zu holen und das Landesklinikum Mauer einer größeren Besuchergruppe zu zeigen. Die Landesausstellungen seien immer auch ein großes Regionalentwicklungsprojekt: „Da bereitet sich nicht nur ein Ort auf die Landesausstellung vor, da rückt die Region zusammen.“ Und weiter: „Die Moststraße freut sich auf viele Besucher.“ „Die Landesausstellung ist nicht nur in Mauer, sondern im gesamten Bezirk Amstetten“, betonte Lukas Michlmayer, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Haag, die sieben Umfeldprojekte, unter anderem die Indoor-Spielewelt und die Birnerlebniswelt im Tierpark Haag.
Die NÖ Landesausstellung 2026 im Landesklinikum Mauer hat von 28. März bis 8. November 2026 täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet (Einlass bis 17 Uhr). Eintrittspreise: Erwachsene 12 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren 4 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei, Familienkarte 24 Euro (zwei Erwachsene und mindestens ein Kind) bzw. 12 Euro (ein Erwachsener plus mindestens ein Kind), Führungen 5 Euro pro Person. Einmalig freier Eintritt mit der NÖ-Card (ab 1. April 2026).
Nähere Informationen: NÖ Landesausstellung 2026, Mag. Cornelia Ritzer, Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Mobil 0664/604 99 240, E-Mail [email protected], www.noe-landesausstellung.at
Rückfragen & Kontakt
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Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
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Telefon: 02742/9005-12163
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