- 27.03.2026, 11:22:31
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Kinderfreunde begrüßen Altersgrenze für Social Media als ersten Schritt im digitalen Kinderschutz
Guter & notwendiger erster Schritt!
Kinderschutz im Netz braucht klare Regeln, starke Konzernpflichten, Kinderbeteiligung und aufgeklärte Eltern.
Die Österreichischen Kinderfreunde begrüßen die geplante gesetzliche Altersgrenze für die Nutzung sozialer Medien ausdrücklich. „Es ist höchste Zeit, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum endlich Gesetzeskraft bekommt. Aber ein Mindestalter allein reicht nicht - die Verantwortlichen und die eindeutigen Nutznießer von problematischem Nutzer:innenverhalten sind die Konzerne. Hier müssen wir ansetzen und die Social-Media-Riesen konsequent in die Pflicht nehmen“, erklärt Jürgen Czernohorszky, Bundesvorsitzender der Kinderfreunde.
Konzerne gefährden Kinder aus Profitgier – das muss ein Ende haben
„Snapchat, Instagram, TikTok und Co. haben ihre Plattformen bewusst so gestaltet, dass sie süchtig machen. Algorithmisch optimierte Feeds, endloses Scrollen, Likes als emotionale Währung: Kinder und Jugendliche sind diesen Methoden besonders schutzlos ausgeliefert und die Konzerne nutzen das schamlos aus. Ihr Geschäftsmodell basiert auf Aufmerksamkeit – und je früher sie Kinder an ihre Plattformen binden, desto profitabler für sie“, so Czernohorszky. „Das ist keine Nachlässigkeit oder unbeabsichtigte Begleiterscheinung. Suchtverhalten, Radikalisierung und mentale Beeinträchtigungen durch Social Media Konsum werden von den Plattformen bewusst in Kauf genommen und produziert - das sind ganz klare und bewusste Entscheidungen auf Kosten unserer Kinder.“
„Die Macht der Social Media Konzerne über junge Nutzer:innen muss gebrochen werden!“
Die Kinderfreunde fordern daher:
· Strikte Verantwortung und Haftung der Plattformbetreiber für die Einhaltung der gesetzlichen Altersgrenze
· Verbot von Suchtmechanismen wie algorithmisierte Empfehlungssysteme für Minderjährige
· Empfindliche Strafen bei Datenmissbrauch und gezieltem Marketing an Kinder
· Keine Werbung für Minderjährige – ohne Ausnahmen
Kinder und Jugendliche müssen mitentscheiden – es sind ihre Rechte
Regulierung über Kinder hinweg ist keine Lösung. Die UN-Kinderrechtskonvention ist eindeutig: Kinder haben das Recht auf Beteiligung bei allen sie betreffenden Entscheidungen. „Der digitale Raum ist für Kinder und Jugendliche und ihre Lebensrealität äußerst relevant. Daher müssen sie in diesem Bereich auch gehört werden und müssen mitentscheiden dürfen!“, erklärt Czernohorszky.
Kinder und Jugendliche sind Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt. Ihre Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse müssen in den Gesetzgebungsprozess einfließen. Die Kinderfreunde sprechen sich dafür aus, dass strukturierte Beteiligungsformate von Kindern und Jugendlichen verbindlicher Bestandteil des Regulierungsprozesses werden. Zudem muss die Bundesjugendvertretung als Interessenvertretung von jungen Menschen einbezogen werden.
„Der digitale Raum gehört sehr stark Kindern und Jugendlichen. Sie müssen mitentscheiden dürfen, wie dieser Raum ausgestaltet und geregelt wird!“
Bildschirmfrei von 1 bis 3: Eltern brauchen klare Orientierung
Die Forschung ist eindeutig: Für Kinder unter drei Jahren ist Bildschirmzeit schädlich. Sie beeinträchtigt Sprachentwicklung, Schlaf, Aufmerksamkeit und soziales Lernen. Dennoch wissen viele Eltern schlicht nicht, wie groß die Risiken sind – nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil es kaum niederschwellige, verständliche Aufklärung gibt.
Die Kinderfreunde fordern eine bundesweite Sensibilisierungskampagne:
· Klare Empfehlung: Keine Bildschirmnutzung für Kinder unter 3 Jahren
· Aufklärungsmaterial in Kinderarztpraxen, Kindergärten, Eltern-Kind-Zentren und online
· Unterstützung für Eltern statt Beschämung – Beratung statt Verbote
· Einbindung von Pädagog:innen sowie Kinderärzt:innen als Multiplikator:innen
Rückfragen & Kontakt
Österreichische Kinderfreunde
Karin Blum
Telefon: 06506626620
E-Mail: [email protected]
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