- 26.03.2026, 16:11:32
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Stellungnahme Dr. Veronika Sandbichler / KHM-Museumsverband
Dr. Veronika Sandbichler nimmt zu den Aussagen von J. Fine und P. Frey (KHM-Museumsverband) in der Pressekonferenz von gestern, 25. März 2026, wie folgt Stellung:
Weiterentwicklung Schloss Ambras-Gesamterlebnis/Remastering
Die Behauptung, ich und mein Team hätten den Prozess der Weiterentwicklung von Schloss Ambras nicht unterstützt, keine Konzepte vorgelegt oder „Angst vor Veränderungen“ gezeigt, ist unzutreffend. Seit März 2025 habe ich gemeinsam mit meinem Team umfassende inhaltliche, strategische und strukturelle Konzepte sowie konkrete Maßnahmenvorschläge erarbeitet und der Geschäftsführung in zahlreichen Meetings präsentiert. Substantielle Rückmeldungen oder Entscheidungen dazu blieben aus; ebenso eine ernsthafte Bereitschaft zu einer weiterführenden konstruktiven Diskussion. Mehrfach erbetene Besprechungstermine wurden verschoben oder fanden nicht statt. Dies ist durch Gedächtnisprotokolle und E-Mail-Korrespondenz dokumentiert.
Performance Schloss Ambras
Auch die Darstellung einer „schlechten Performance“ und eines „starken Rückgangs“ der Besucherzahlen ist sachlich nicht korrekt. Der Rückgang der Besucherzahlen im Jahr 2024 betrug 12 % (nicht 15 %, wie behauptet) und ist maßgeblich auf das Ausbleiben italienischer Gäste und Busreisender in Tirol zurückzuführen. Gleichzeitig stiegen die Ticketerlöse im selben Zeitraum um 16 %. Die Entwicklung von Schloss Ambras steht in direktem Zusammenhang mit den Tiroler Tourismuszahlen und wird durch Benchmark-Vergleiche mit anderen Institutionen in Innsbruck und Tirol bestätigt. Eine detaillierte Geschäftsfeldanalyse wurde der Geschäftsführung am 12.12.2025 vorgelegt. Der Vergleich mit dem touristischen „Overtourism“ in Wien ist fachlich nicht nachvollziehbar, da der Besucherzuwachs des Haupthauses Wien primär auf die Wiener Tourismus- und Nächtigungszahlen zurückzuführen ist, von denen auch andere Wiener Museen profitieren.
Dienstverwarnungen
Die beiden Dienstverwarnungen vom Oktober 2025 und Jänner 2026 sind sachlich unbegründet und waren aus meiner Sicht Instrumente der Einschüchterung. In der ersten Dienstverwarnung wurde mir vorgeworfen, die Generaldirektion nicht rechtzeitig über einen geplanten Besuch der Bundespräsidenten Steinmeier und van der Bellen am 23. Oktober 2025 informiert zu haben. Tatsächlich handelte es sich zunächst um eine rein informelle Anfrage des Landes Tirol, bei der der Besuch noch nicht fixiert war und daher kein Anlass zur Information der Generaldirektion bestand.
Auch die zweite Dienstverwarnung vom 16. Jänner 2026 betreffend die Auszahlung einer Jahresprämie an einen Mitarbeiter ist unberechtigt. Die Auszahlung erfolgte im Einklang mit der langjährigen Praxis des KHM-Museumsverbandes. Schriftliche, transparente Vorgaben für Bonusregelungen existieren nicht; eine Rückforderung der Prämie ist bis heute nicht erfolgt.
Einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses
Aufgrund der für mich nicht mehr tragbaren Situation mit gravierenden Auswirkungen auf meine psychische und physische Gesundheit sah ich mich gezwungen, um eine einvernehmliche Auflösung meines Dienstverhältnisses zu bitten. Eine Selbstkündigung kam nicht in Betracht, da dies den Verlust der gesetzlichen Abfertigung bedeutet hätte. Die Verhandlungen über eine freiwillige Abfertigung – unter Berücksichtigung meiner 34 Dienstjahre und der Tatsache, dass ich die Auflösung nicht angestrebt habe – blieben ergebnislos. Auch meine Bitte an die Kuratoriumsvorsitzende, die Mobbing- und Bossing-Strukturen abzustellen, blieb ohne Konsequenzen. Vor diesem Hintergrund habe ich mich an die Öffentlichkeit gewandt.
Seitdem erfahre ich breite Unterstützung aus dem Kreis meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schloss Ambras, aus dem KHM-Museumsverband, aus anderen Kulturinstitutionen sowie von Stakeholdern in Tirol und ganz Österreich. Ich bin überzeugt, dass die laufende Prüfung durch Hon.-Prof. Dr. Sieglinde Gahleitner meine Darstellung bestätigen wird, und vertraue darauf, dass der Bundesminister und das Kuratorium als Aufsichtsorgane die notwendigen Konsequenzen ziehen werden.
Revisionsprüfung von Deloitte
Die Aussagen der Kuratoriumsvorsitzenden zur Revisionsprüfung sind missverständlich.
Deloitte wurde nicht mit der Untersuchung der von mir vorgebrachten Missstände beauftragt, sondern im Auftrag der Geschäftsführung mit dem Ziel, mir ein Fehlverhalten nachzuweisen. So schreibt der Rechtsanwalt des KHM-Museumsverbandes im Auftrag der Geschäftsführung am 30. Jänner 2026 an meinen Rechtsanwalt Martin Maxl:
„Weder Mobbing noch Bossing liegt vor. Die Unzufriedenheit mit der Leistung von Frau Dr. Sandbichler ist klar und deutlich, und um jede weitere Diskussion darüber entbehrlich zu machen, wurde ein Revisionsauftrag eingeleitet. Die eingeleitete Revision wird Klarheit über die Umstände in Schloss Ambras bringen.“
Die Revision ist also klar und unmissverständlich darauf gerichtet, mir ein Fehlverhalten nachzuweisen und nicht das Fehlverhalten der Geschäftsführung oder gar der Kuratoriumsvorsitzenden zu untersuchen. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass Deloitte in den vergangenen Jahren mehrfach vom KHM-Museumsverband beauftragt wurde, was ein Naheverhältnis zur auftraggebenden Geschäftsführung zumindest als prüfungsrelevant erscheinen lässt.
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