• 26.03.2026, 13:55:32
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Sima/Figl/Arapovic: Mehr Platz zum Flanieren und Radeln am Ring – Start der Umgestaltung des 1. Abschnitts ab Herbst 2026!

Nebenfahrbahnen und seitliche Alleen von Wiens Prachtboulevard werden etappenweise umgestaltet – Auftakt am Schottenring – Planungsausstellung am 8. und 9. April im Ringturm

Wien (OTS) - 

Seit Jahren steht es bereits auf dem Wunschzettel vieler Wiener*innen, die Aufschwungskoalition geht es nun gemeinsam mit dem 1. Bezirk an: Als Leuchtturm-Projekt dieser Legislaturperiode wird der Rad- und Fußverkehr auf dem Prachtboulevard der Zwei-Millionen-Stadt etappenweise entflochten und neugestaltet. Im Fokus stehen die Nebenfahrbahnen und seitlichen Allen, die künftig mehr Platz zum Flanieren und Radeln bieten werden sowie generell die Aufenthaltsqualität für alle Wienerinnen und Wiener verbessern. Den Auftakt der Umgestaltung macht der rund 700 m lange Schottenring auf der Innenseite, also zwischen den U-Bahn-Stationen Schottentor und Schottenring. Geplanter Start ist Herbst 2026, nach den Arbeiten der Wasserwerke, die aktuell im Bereich Schottenring neue Wasserleitungen verlegen.

„Wer am Ring zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, weiß, dass es hier auf weiten Strecken wirklich eng und unübersichtlich ist. Wir wollen künftig für klare Verhältnisse sorgen und das Potenzial der Nebenfahrbahnen nützen, um für einheitliche, gut erkennbare Routen zu sorgen: Die schattigen Alleen gehören künftig ganz den Fußgänger*innen – die Nebenfahrbahn wird zur Rad-Allee mit großteils baulich getrennten 4,50 m breiten Radwegen oder Fahrradstraßen. Wir geben den Menschen damit mehr Raum zum Spazierengehen, Radeln und Verweilen. Und natürlich sorgen wir auch für viel zusätzliche Begrünung und Sitzgelegenheiten“, so Planungs- und Mobilitätsstadträtin Ulli Sima. Sie bedankt sich beim Bezirk, dem Koalitionspartner NEOS und den beteiligten Dienststellen für die gute Zusammenarbeit und Vorbereitung des zukunftsträchtigen Projekts im Herzen der Stadt.

Die Neugestaltung folgt einem gesamthaften Ansatz, der zusammen mit dem renommierten, international tätigen Planungsbüro Gehl Architects aus Kopenhagen entwickelt wurde. Dabei werden die Bedürfnisse der Menschen als Nutzer*innen in den Mittelpunkt gestellt und Erfahrungen sowohl von anderen Projekten in Wien sowie auch anderen großen Städten berücksichtigt. So wirkte das Büro unter anderem bei der Neugestaltung des New Yorker Time Square oder bei Projekten in Hamburg und Perth mit. Der Fokus der Planung für die Seitenzonen des Rings liegt auf der durchgängigen, einheitlichen und ansprechenden Gestaltung der Fuß- und Radverkehrsflächen.

Von der Entflechtung von Fuß- und Radwegen profitieren alle

Je nach Nutzungsstärke auf den einzelnen Abschnitten des Rings wird die Innen- oder die Außenseite neu gestaltet. Die Hauptfahrbahnen für den Kfz-Verkehr sowie der öffentliche Verkehr bleiben unverändert bestehen. Von der Neuordnung profitieren am Ende alle – auch der Autoverkehr, weil Kreuzungen besser einsehbar und Querungen sicherer werden.

Zusätzlich zur Trennung von Fuß- und Radverkehr sowie zur durchgehenden Gestaltung wird bei der Neuplanung auf eine kontinuierliche, klare Wegeführung und die Verwendung von hochwertigen, barrierefreien Materialien geachtet. Die bisher unübersichtlichen und oft verwirrenden Verschwenkungen werden der Vergangenheit angehören. Neue Grünbeete entlang der Gehsteige und Sitzgelegenheiten schaffen neue Plätze, die zum Verweilen einladen.

„Ich setze mich seit Jahren für eine zukunftsorientierte Umgestaltung des Rings ein. Es geht darum, die Aufenthaltsqualität für alle Wienerinnen und Wiener zu verbessern sowie eine bewohnte Innere Stadt weiterhin sicherzustellen. Das Projekt ermöglicht eine nachhaltige Weiterentwicklung einer der verkehrsreichsten Straßen Wiens für alle Verkehrsteilnehmer – mit der Entflechtung von Geh- und Radwegen als zentralem Element für Sicherheit und Qualität für alle Generationen“, erklärt Markus Figl, Bezirksvorsteher der Inneren Stadt und Landesparteiobmann ÖVP Wien.

Extra breite Zwei-Richtungs-Radwege und Fahrradstraßen in Sandfarbe

Die zukünftige Rad-Allee bietet mit größtenteils 4,50 m breiten Zwei-Richtungs-Radwegen extra viel Platz und Fahrkomfort entlang des Rings. Und: Die Radwege werden – erstmals in Wien – in Sandfarbe ausgeführt. Die Farbe ist eine Anspielung auf die historische Ausführung der ursprünglich geschotterten Reit-Alleen und harmoniert besonders mit den prächtigen Bauten entlang der Ringstraße. Der Farbkontrast zum Gehweg hilft bei der Orientierung und schafft Sicherheit. Die Farbe wird nicht aufgemalt, sondern bereits in den Asphalt eingearbeitet, dies trägt zu einer langen Haltbarkeit bei.

„Die Wiener Ringstraße ist die Visitenkarte der Stadt und unser großes Leuchtturmprojekt in dieser Legislaturperiode. Unser Ziel ist ein hochwertiges Gesamtbild, das in allen Umbauphasen verbindlich umgesetzt wird und den öffentlichen Raum für die Menschen mit spürbar mehr Qualität aufwertet. Der Ring war schon immer ein Projekt seiner Zeit - jetzt ist es an der Zeit, ihn für die Anforderungen von heute weiterzuentwickeln. Mit dem neuen Gestaltungskonzept verbinden wir Kontext, Funktion, Ästhetik und die unverwechselbare Atmosphäre des Rings mit einem klaren Fokus auf das baukulturelle Erbe und aktive Mobilität. Denn eine zukunftsfitte Ringstraße muss vor allem für Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende mehr Sicherheit, mehr Komfort und mehr Qualität bieten. Unser Ziel ist es, diese einst so prachtvolle Flaniermeile den Wienerinnen und Wienern zurückzugeben: sicher, modern, klimaangepasst und mit hoher architektonischer Qualität“, so NEOS Wien Klubvorsitzende Selma Arapovic.

„Zwischenlinsen“ sorgen für mehr Sicherheit

Der bisher asphaltierte Gehsteig vor den Häusern und Palais der Ringstraße wird durch eine barrierefreie Granitstein-Pflasterung entsiegelt und schöner gestaltet. Wichtige Querungen für Fußgänger*innen über die Rad-Allee werden durch gepflasterte „Zwischenlinsen“ – kleine Inseln, die gegebenenfalls einen sicheren Zwischenstopp ermöglichen – markiert. Der Radverkehr wird dadurch an diesen Stellen entschleunigt. Auch die Kreuzungsbereiche werden durch Gehsteig-Vorziehungen für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer gemacht.

„Planungen für die Wiener Ringstraße zu entwickeln, ist ein ganz besonderer Auftrag, denn sie gehört zu den bekanntesten Straßen der Welt und birgt ein großes Potenzial, gerade in den seitlichen Zonen, sich zu einem menschenfreundlichen Ort zu entwickeln. Unser Ansatz stellt den Menschen in den Mittelpunkt und priorisiert ein entschleunigtes Tempo, das zum Verweilen und Genießen der Stadt einlädt. Wir möchten eine Reihe einladender Orte schaffen, die im Alltagsleben unterstützen und gleichzeitig in diesem geschäftigen Stadtumfeld für mehr Klarheit, Komfort und intuitive Orientierung sorgen. Durch die Kombination der einzigartigen Qualitäten Wiens mit Erkenntnissen aus anderen Städten will das Projekt die Ringstraße in einen lebendigen, menschengerechten Ort verwandeln – einen Ort, der den täglichen Bedürfnissen gerecht wird und gleichzeitig ein erstklassiges Erlebnis für Besucher bietet“, so Liselott Stenfeldt, Director of Research & Development und Partnerin bei Gehl.

Auftakt am Schottenring im Herbst – breiter Zwei-Richtungs-Radweg und 900 m² Grünflächen

Ab Herbst 2026 wird die etappenweise Umgestaltung auf dem rund 700 m langen Schottenring begonnen – und zwar auf der Innenseite zwischen den U-Bahn-Stationen Schottentor und Schottenring. Die Außenseite bleibt unverändert.

Fußgänger*innen bekommen deutlich mehr Platz – sie können in der schattigen Geh-Allee und auf dem Gehsteig unterwegs sein. Die Nebenfahrbahn wird zur Rad-Allee mit einem 4,50 m breiten Zwei-Richtungs-Radweg. Radfahrer*innen und Fußgänger*innen erhalten damit ihren jeweils eigenen, deutlich abgegrenzten Bereich. In einzelnen Abschnitten bleibt eine Zufahrt möglich. Auch für zusätzliche Begrünung wird gesorgt: Insgesamt werden mehr als 900 m² neue Grünflächen und Beete entlang des inneren Schottenrings errichtet. 12 neue Bäume werden alleine in diesem Abschnitt gepflanzt.

Der Ring im Wandel: Unterstützung durch Ringstraßen-Historiker

Für die Neugestaltung der Geh-Alleen und Nebenfahrbahnen hat sich die Stadt Wien auch Rat und Wissen von führenden Ringstraßen-Historiker*innen wie dem Kunsthistoriker und TU-Professor Harald Stühlinger eingeholt.

„Generell wurde die Ringstraße nicht einem Zug fertiggestellt, sondern ist über Jahrzehnte entstanden und hat sich entsprechend der Bedürfnisse der Stadt auch gewandelt und angepasst. Ursprünglich waren auf der Hauptfahrbahn des Rings nur Kutschen zugelassen, Lastfuhrwerke mussten auf die heute als Zweierlinie bekannte Lastenstraße ausweichen. Erst später kamen Pferde-Straßenbahnen hinzu. Bis kurz nach dem ersten Weltkrieg war die Reit-Allee tatsächlich nur Reitern vorbehalten. Der Wiener Ringstraße liegt eine funktionale wie ästhetische Idee zu Grunde, sie bleibt dennoch stets anpassungsfähig. Die nun geplante Neugestaltung greift diese innewohnende Idee auf, besinnt sich darauf und schafft eine notwendige Anpassung. Dieses Fortschreiben der Geschichte mit gleichzeitiger Weiterentwicklung zeigt sich im Projekt im präzise gestalteten öffentlichen Raum, durch eine solide Pflasterung und städtisches Mobiliar aus Bänken und schönen Grünbereichen“, erklärt Harald R. Stühlinger, Leiter des Forschungsbereichs Kunstgeschichte an der TU Wien.

Etappenweise Neugestaltung – Nutzung von Synergien

Wie immer bei großen Umgestaltungsarbeiten werden auch hier Synergien genutzt. Der Umgestaltung am Schottenring gehen Arbeiten der Wiener Wasserwerke voraus. So werden etwa vor dem Palais Hansen und vom Schottenring weg entlang der Hohenstaufengasse, Wipplingerstraße und Börsegasse neue Wasserrohe verlegt. Nach den Arbeiten am Schottenring werden bis zu vier Bauphasen folgen. Die zweite Bauphase wird den Universitätsring sowie den Schubert-, Stuben- und Parkring umfassen. Nach Abschluss aller Bauphasen werden durchgängige Geh- und Rad-Alleen entstanden sein: an der Innenseite des Rings vom Schottenring bis zum Schwarzenbergplatz, an der Außenseite vom Schubertring bis zur Urania.

Informationsausstellung für Anrainer*innen

Die Stadt Wien lädt dazu ein, sich online unter meinring.wien oder bei einer Informationsausstellung am 8. und 9. April 2026 über den Stand der Planung zu informieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem ersten Abschnitt der Neugestaltung, dem Schottenring. Die Planungen für die weiteren Ringabschnitte befinden sich in Ausarbeitung.

Wien baut das Radwegenetz 2026 konsequent weiter aus

Im sechsten Jahr in Folge setzt die Stadt Wien ihre Radweg-Offensive fort: Mit 33 neuen Projekten und rund 12,5 Kilometern neuer Radverkehrsinfrastruktur wird das Hauptradwegenetz auch 2026 konsequent ausgebaut. Der besondere Fokus liegt heuer auf der Weiterführung großer Radachsen und auf Lückenschlüssen. Die nun in den Startlöchern stehende schrittweise Neugestaltung und Entflechtung der Fuß- und Radwege auf dem Ring ist ein Schwerpunkt dieser Legislaturperiode. Alle Infos zu den Radwegeprojekten auf fahrradwien.at

Info-Ausstellung

Planungsausstellung Schottenring, 8. und 9. April 2026, jeweils von 16.30 bis 19.30 Uhr im Ringturm, Ausstellungsraum im Erdgeschoss, Schottenring 30, 1010 Wien.

rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/

Rückfragen & Kontakt

Mediensprecherin StRin Ulli Sima
Sophia Schönecker
Telefon: +43 1 4000 82182, 0676/8118 82182
E-Mail: [email protected]

Bezirksvorstehung Innere Stadt
Büro MMag. Markus Figl
Elisabeth Pammer, MA
Tel.: +43 1 4000-01114
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NEOS Wien Rathausklub
Christoph Pflug
Telefon: +43 664 849 15 50
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Mobilitätsagentur Wien
Georg Brockmeyer
Telefon: +43 4000 49908
E-Mail: [email protected]

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