- 26.03.2026, 10:00:48
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Konfliktlösung im Team: European Collaborative Day am 27. März
Collaborative Law als Alternative zu streitigen Gerichtsverfahren

1990 begründete der Rechtsanwalt Stuart Webb in den USA das „Collaborative Law“ – eine Methode, mit der Streitigkeiten außergerichtlich beigelegt werden können und die heute weltweit in 120 Ländern von fast 40.000 Experten angewendet wird.
Das European Network for Collaborative Practice (ENCP) ruft am 27. März den European Collaborative Day aus – einen europaweiten Aktionstag für eine Kultur der kooperativen Konfliktlösung. In Österreich nimmt die AVM, Anwaltliche Vereinigung für Mediation und kooperatives Verhandeln diesen Tag zum Anlass, um darüber zu informieren.
Was im Familienrecht als Alternative zur gerichtlichen streitigen Scheidung entstand, ist auch für andere rechtliche Konflikte geeignet. Die Vorteile zeigen sich vor allem, wenn Menschen nach einem Konflikt weiter miteinander auskommen wollen z.B. bei Erbschaftsstreitigkeiten, im Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht, bei Bauvorhaben und im Arbeitsrecht.
Im Collaborative Law behalten die Parteien die volle Kontrolle, sowohl zeitlich als auch finanziell. Die Methode bietet das, was das staatliche Justizsystem so nicht leisten kann: Geschwindigkeit, Vertraulichkeit, individuelle Lösungen – und den Erhalt menschlicher Beziehungen.
Das hat auch eine friedensstiftende Funktion: Die International Academy of Collaborative Professionals (IACP) wurde für ihre Leistungen 2022 für den Friedensnobelpreis nominiert.
Ein Rechtswesen, das nicht durch Konfrontation, sondern durch Kooperation zu gerechten Lösungen findet. Am 27. März erinnert Europa daran – und lädt alle ein, daran teilzuhaben.
Hintergrundinformationen:
Collaborative Law in Österrreich
Österreich hat in der europäischen Entwicklung des Collaborative Law eine Vorreiterrolle gespielt. Bereits 1997 wurde die AVM, Anwaltliche Vereinigung für Mediation und kooperatives Verhandeln gegründet. 2007 fand auf Initiative der AVM der erste europäische Collaborative-Law-Kongress in Österreich statt. 2017 verabschiedete der Österreichische Rechtsanwaltskammertag eine Richtlinie für Collaborative Law – damit wurden zum ersten Mal in Europa wesentliche Prinzipien dieses Verfahrens verbindlich in einem standesrechtlichen Regelwerk verankert.
Die AVM ist zudem Gründungsmitglied des European Network for Collaborative Practice (ENCP), dem Netzwerk nationaler europäischer Collaborative-Practice-Vereinigungen.
Zum Verfahren:
Im Unterschied zur Mediation, bei der eine neutrale dritte Person zwischen den Parteien vermittelt, hat im Collaborative-Law-Verfahren jede Seite ihre eigene, parteiliche anwaltliche Vertretung – aber alle arbeiten als Team an einer gemeinsamen Lösung.
Die Grundprinzipien: Freiwilligkeit, gegenseitiger Respekt und die Verpflichtung zur vollständigen Offenlegung aller relevanten Informationen. Das Verfahren wird von speziell geschulten Rechtsanwälten unter Anwendung mediativer Prinzipien durchgeführt. Je nach Bedarf werden weitere Fachleute hinzugezogen – z.B. Psycholog:innen, Kinderexpert:innen, Finanzberater:innen.
Studien zeigen, dass die Zufriedenheit der Beteiligten in Collaborative-Law-Verfahren deutlich höher ist als in herkömmlichen Gerichtsverfahren – und das bei niedrigeren Kosten, kürzerer Dauer und erheblich weniger emotionalem Schaden für alle Beteiligten, besonders für Kinder.
Rückfragen & Kontakt
AVM, Anwaltliche Vereinigung für Mediation und kooperatives
Verhandeln
E-Mail: [email protected]
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