• 25.03.2026, 11:15:04
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Grüne Wien/Huemer: Massive Verschlechterung bei stationärer Versorgung alkoholkranker Wiener:innen

Finanzierung des Anton Proksch Instituts langfristig sicherstellen

Wien (OTS) - 

„Die Versorgung alkoholkranker Menschen in Wien hat sich seit Jahresbeginn massiv verschlechtert”, kritisiert Barbara Huemer, Gesundheitssprecherin der Grünen Wien. Grund ist der Ausstieg der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) mit Ende 2025 aus dem gemeinsam mit der Stadt Wien und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) finanzierten Pilotprojekt „Alkohol. Leben können”, das über zehn Jahre hinweg als Vorzeigemodell galt. Dadurch stehen nun deutlich weniger Mittel für das Programm zur Verfügung.

Konkret bedeutet das: Wiener Patient:innen erhalten derzeit nur noch eine einmonatige stationäre Behandlung – zuvor waren es zwei bis drei Monate. „Wir erleben hier eine Zweiklassenmedizin im Bereich des stationären Alkoholentzugs mit Reha-Möglichkeit: Während für Niederösterreicher:innen weiterhin acht bis zwölf Wochen finanziert werden, sind es für Wiener:innen nur noch vier. Das ist medizinisch falsch und sozial ungerecht”, so Huemer.

Besonders unverständlich ist für Huemer, dass wertvolle Zeit ungenutzt blieb. Bereits 2023 hatte die PVA ihren Ausstieg angekündigt. „Warum in dieser Zeit kein tragfähiges Nachfolgemodell verhandelt wurde, ist völlig unklar. Eine mögliche bundesweite Lösung im Jahr 2027 kommt jedenfalls viel zu spät und ist Ausdruck politischen Versagens auf allen Ebenen – auf Kosten suchtkranker Menschen”, kritisiert Huemer.

Die Gesundheitssprecherin fordert daher rasches Handeln: „Der aktuelle Zustand ist unverantwortlich. Die Stadt Wien – insbesondere Gesundheitsstadtrat Peter Hacker –, die ÖGK und die PVA müssen umgehend an den Verhandlungstisch zurückkehren und eine qualitätsvolle stationäre Therapie für alkoholkranke Menschen sicherstellen.” Die Grünen werden dazu einen entsprechenden Antrag in der heutigen Sitzung des Wiener Gemeinderats einbringen.

Die Folgen dieser Entwicklung treffen nicht nur die Patient:innen, sondern auch das Anton Proksch Institut in Liesing – eine der größten Suchtkliniken Europas. In den vergangenen Jahren wurde dort umfassend investiert, modernisiert und das Therapieangebot ausgebaut. Nun führen Kreditkosten und Kürzungen zu einem massiven finanziellen Druck. Bereits mehr als 30 Mitarbeiter:innen wurden gekündigt, weitere Fachkräfte verlassen aufgrund der unsicheren Perspektiven die Einrichtung. Bis zu 400 Therapieplätze könnten dadurch verloren gehen.

In einem offenen Brief hat sich die Belegschaft kürzlich an Öffentlichkeit und Politik gewandt und vor den drastischen Folgen gewarnt. Sie fordert Unterstützung, um den Personalabbau zu stoppen und die Qualität der Alkoholsuchttherapie zu sichern.

Huemer abschließend: „Alkoholsucht ist keine Randerscheinung, sondern eine chronische Erkrankung, die viele Menschen in Wien betrifft. Kürzungen in diesem Bereich sind medizinisch unverantwortlich und sozialpolitisch rückschrittlich.” Die Grünen Wien fordern daher eine rasche, nachhaltige Lösung zur Sicherstellung der bestmöglichen stationären Versorgung sowie eine langfristige Finanzierung des Anton Proksch Instituts.

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