• 25.03.2026, 10:19:02
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Faktencheck statt politischer Warteschleife: Das Potenzial der Photovoltaik- und Speicherbranche in der aktuellen Öl- und Gaskrise

Wien (OTS) - 

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten haben Österreichs Energiemarkt fest im Griff. Der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) und der Energieexperte Christoph Dolna-Gruber (Österreichische Energie Agentur) stellen klar: Öl- und Gaskrisen sind keine einmaligen Ereignisse, sondern systemisch. Auch kleine Länder wie Österreich haben zahlreiche Hebel in der Hand, um hier vorzusorgen. Allen voran: Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien wie der Photovoltaik (PV).

Erneut bestimmt das geopolitische Geschehen die Energieversorgung in Österreich. PV Austria verweist einmal mehr auf die Gefahr fehlender gesetzlicher Rahmenbedingungen und richtungsweisender Maßnahmen im Energiebereich, die sich nun im Hinblick auf die aktuelle Öl- und Gaskrise täglich verschärft.

„Photovoltaik und Stromspeicher bieten der breiten Bevölkerung die Möglichkeit, sich an der Energiewende direkt zu beteiligen. PV Austria und seine über 450 Mitglieder stehen bereit, um die nächste Phase hin zu Österreichs Energieunabhängigkeit mitzugestalten. Dafür brauchen sowohl die Branche als auch die Bevölkerung Klarheit, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die kommenden Jahrzehnte aussehen werden“, erklärt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria.

Was es jetzt aus Sicht von PV Austria braucht:

  • ElWG mit Leben füllen – rasche Umsetzung der notwendigen Begleitverordnungen der E-Control, damit die neuen Möglichkeiten des ElWG schnell und umfassend genutzt werden können.
  • Umgehender Beschluss des EABG – Abbau bürokratischer Hürden bei PV-Anlagen und Batteriespeichersystemen sowie Vereinheitlichung der Genehmigungsvorschriften in ganz Österreich.
  • Speicheroffensive starten – mit klarem Ausbaupfad, gezielten Anreizen und Abbau regulatorischer Hürden, um Photovoltaik und Stromspeicherung optimal miteinander zu verzahnen.

Kontinuität beim PV-Ausbau entscheidend

Trotz unsicherer Rahmenbedingungen schreitet der PV-Ausbau voran: So wurden im vergangen Jahr österreichweit 62.300 neue PV-Anlagen in Betrieb genommen, was einer zusätzlichen Gesamtleistung von 1,6 Gigawatt entspricht. Nach den Rekordausbaujahren bedeutet dies jedoch einen Rückgang von 22 Prozent im Vergleich zu 2024. Insgesamt werden jährlich rund 9,8 Terrawattstunden (TWh) Strom von PV-Anlagen erzeugt – das entspricht 15 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs.

Die Zubauziele von 21 TWh bis 2030 und 41 TWh bis 2040 gemäß Netzinfrastrukturplan (ÖNIP) sind ambitioniert, aber eindeutig erreichbar – vorausgesetzt, die notwendigen Rahmenbedingungen werden jetzt konsequent geschaffen. Die intelligente Kombination aus PV und Stromspeicherung ermöglicht eine unabhängige und kostengünstigere Stromversorgung, stärkt die unmittelbare Bürgerbeteiligung und führt zu direkten Entlastungen bei den Stromkosten. Durch die zunehmende Elektrifizierung trägt sie zudem zur Entlastung der Stromnetze bei. Entscheidend ist, Stromverbrauch und -erzeugung besser aufeinander abzustimmen: „In einer Welt volatiler Erzeugung ist die Kilowattstunde allein nicht mehr die entscheidende Größe. Der wahre Wert liegt darin, Energie genau dann bereitstellen zu können, wenn das System sie braucht. Die Kombination aus PV-Anlage und Stromspeicher ist unschlagbar“, schlussfolgert Immitzer. Photovoltaik leistet seit 30 Jahren ihren Beitrag zur Versorgungsicherheit in Österreich. Um dies auch weiterhin erfüllen zu können, braucht es jetzt angepasste Rahmenbedingungen. Die PV-Branche ist bereit dieses Kapitel im Schulterschluss mit der Politik zu begehen.

Keine unabhängige Energieversorgung ohne PV- und Speicherausbau

Die Österreichische Energieagentur stuft die Bedeutung von PV und Stromspeicherung als unverzichtbar für eine umgehende Reduktion ausländischer Abhängigkeiten ein. Öl, Kohle, Gas – Wir haben uns in der Vergangenheit angewöhnt, unsere Energieversorgung an andere Länder auszulagern. Wir haben damit auch die Kontrolle abgegeben, das bekommen wir aktuell wieder zu spüren, fasst Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur die aktuelle Situation zusammen.

Die wirtschaftliche Komponente der PV und Stromspeicherung in der Energieversorgung ist weitreichend:

  • Ist eine PV-Anlage erst mal installiert, stellt sie die Versorgung über Jahrzehnte sicher.
  • Photovoltaik wirkt wie ein direkter Dämpfer auf den Strompreis am Großhandelsmarkt.

Jetzt geht es um das nächste Level – eine Systemperspektive und die Verschränkung von Stromproduktion mit Stromspeicherung, Wärme und Mobilität. „Wenn man es einfach sagen möchte: Wer ein Elektroauto hat, ist unabhängig von den Treibstoffpreisen. Wer ein Elektroauto und eine PV-Anlage hat, dem gehen zu einem großen Teil auch Strompreisentwicklungen nicht nahe, so Dolna-Gruber.

Flexibilität als Systemstandard

An PV und Stromspeichern als integrierte Systemlösung führt kein Weg vorbei: Photovoltaik ist ausschlaggebend für Unabhängigkeit bei Strom, Wärme und Mobilität. Dazu brauchen wir jetzt eine echte Speicheroffensive, die PV die notwendige Flexibilität für das Energiesystem verleiht und gleichzeitig die Effizienz des Stromnetzes deutlich steigert, so Christoph Mair, seit Februar Vorstandsmitglied von PV Austria und Bereichsleiter MEA Solar bei eww Anlagentechnik GmbH. Österreich braucht eine Strommarkt- und Netzlogik, die flexible Erzeugung und Nutzung belohnt. Neben der direkten Nutzung und Speicherung von PV-Strom an Ort und Stelle geht es auch darum, Strom gezielt einzuspeisen und entnehmen zu können, wenn das Stromnetz dies erfordert. Dafür müssen entsprechend flexible Strom- und Netztarife angeboten werden.

Genau hier setzen moderne Stromspeicher als zentraler Baustein an: „Neun von zehn neuen PV-Anlagen werden mittlerweile mit einem Stromspeicher gebaut“, berichtet Mair. Speicher wirken auf allen Einsatzebenen und machen den zuvor beschriebenen Systemansatz greifbar.

  • In Einfamilienhäusern ermöglichen moderne Batteriespeicher bereits heute Eigenverbrauchs- und Autarkiequoten von 60–80 Prozent.
  • Bei Betrieben sind vor allem die reduzierten Netzgebühren – auch in Zusammenhang mit E-Mobilität – ein Hauptgrund für die Investition in einen Stromspeicher.
  • Die Umsetzungszeiten haben sich drastisch verkürzt: Kleine PV-Speichersysteme sind innerhalb von sechs Wochen umgesetzt; größere innerhalb von 15 Wochen.

Krisenvorsorge durch verlässliche Rahmenbedingungen

Für Österreich geht es jetzt darum, die Kontrolle über die eigene Energieversorgung zurückzuholen – im Großen wie im Kleinen. Die Branche steht an einem Wendepunkt. Mit den entsprechenden Rahmenbedingungen können Photovoltaik und Stromspeicher zum Garanten für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Preisstabilität werden.

Zuvor müssen jedoch die wesentlichen Herausforderungen für den aktuellen PV-Ausbau beseitigt werden. Laut der aktuellen Mitglieder-Jahresbefragung von PV Austria sind dies insbesondere die noch anhaltende Investitionszurückhaltung, sinkender politischer Rückhalt und die angespannte Preissituation.

Die Branche hat die Systemlösungen parat. Nun liegt es an der Politik, rasch die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen, damit künftige Öl- und Gaskrisen Österreich nicht mehr so hart treffen wie bisher.

Weitere Grafiken zum PV- und Batteriespeicherausbau in Österreich und den Bundesländern finden Sie unter www.pvaustria.at/daten-fakten/#Grafiken.

Portraitfotos sowie weitere Fotos zum Pressegespräch finden Sie unter www.pvaustria.at/presse/personen.

Rückfragen & Kontakt

Bundesverband Photovoltaic Austria
Telefon: 01/522 35 81 - 410
E-Mail: [email protected]
Website: https://pvaustria.at/

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