- 25.03.2026, 08:57:32
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AKM fordert KI-Vergütung für österreichische Künstlerinnen und Künstler
Die AKM fordert eine angemessene Vergütung für österreichische Künstlerinnen und Künstler im Zuge der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Musikindustrie.
Wachstum des Musikmarkts kommt bei österreichischen Musikschaffenden nicht an
Die jüngste Veröffentlichung der IFPI zum weltweiten Wachstum des Musikmarkts weist erneut steigende Umsätze in der Musikindustrie aus. Aus Sicht der AKM bildet diese Entwicklung jedoch nicht die wirtschaftliche Realität der in Österreich lebenden und schaffenden Musikerinnen und Musiker ab. Während vor allem internationale Konzerne und einzelne große Marktteilnehmer vom Marktwachstum profitieren, kommt dieses beim überwiegenden Teil der heimischen Musikschaffenden nicht an. Nur 1,5% der AKM-Mitglieder haben 2025 mehr als 1.000Ꞓ an Vergütung für die Music On Demand-Nutzung ihrer Werke erhalten. Die Abrechnung dieser Tantiemen erfolgt centgenau über einen technologischen Hub.
Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz
Permanente Verwendung geschützter Werke zum Training von KI-Systemen sowie die Verbreitung neuer, rein KI-generierter Musikprodukte führen zu erheblichen Herausforderungen. Die Streamingplattform Deezer hat kürzlich bekanntgegeben, dass rund 39% aller täglich hochgeladenen Musiktitel vollständig KI-generiert sind – das entspricht rund 60.000 Werken pro Tag. Diese Entwicklung erzeugt erheblichen Druck auf die Einnahmen der österreichischen Musikschaffenden, da es derzeit keine Vergütung für die Verwendung ihrer Werke als Grundlage für das Training von KI gibt.
„Die aktuellen Entwicklungen im Musikmarkt, insbesondere durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, stellen unsere Musikschaffenden vor völlig neue und existenzielle Herausforderungen. Es darf nicht sein, dass kreative Arbeit immer weiter entwertet wird, während maschinengenerierte Systeme den Wert abschöpfen. Wir brauchen dringend faire Regeln, damit unsere Künstlerinnen und Künstler auch im digitalen Zeitalter von ihrer Arbeit leben können“
, mahnt AKM-Präsident Peter Vieweger.
Vergütungsanspruch in Musikstrategie verankern
Aus Sicht der AKM ist es daher dringend erforderlich, klare und faire Rahmenbedingungen für die Nutzung von KI zu schaffen, welche eine angemessene Beteiligung der Musikschaffenden sicherstellen. Ohne verbindliche Regelungen droht eine weitere Verschärfung der ohnehin prekären Einkommenssituation vieler Urheberinnen und Urheber.
Während sich auf europäischer Ebene bislang keine Fortschritte abzeichnen, kommen erste Signale aus dem österreichischen Justizministerium. Justizministerin Anna Sporrer hat bereits betont, dass Künstlerinnen und Künstler eine angemessene Entschädigung für die Verwendung ihrer Werke zum KI-Training erhalten müssen.
Die AKM appelliert daher an die Bundesregierung, im Rahmen der Musikstrategie eine praxisorientierte Grundlage für Vergütungsansprüche zu schaffen und so die Zukunft der österreichischen Musikschaffenden zu sichern.
Ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Stärkung des österreichischen Musikstandorts liegt im heimischen Rundfunk. Würden österreichische Radio- und Fernsehsender wieder verstärkt Musik aus Österreich spielen, hätte dies positive Effekte für Sichtbarkeit, Einkommen und kulturelle Vielfalt. Insbesondere dem ORF kommt hier als öffentlich-rechtlichem Sender eine besondere Verantwortung zu. Mehr Airplay für heimische Produktionen trägt dazu bei, dass Wertschöpfung im Land bleibt.
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Susanne Lontzen
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