- 24.03.2026, 12:01:04
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Hoffnung bei fortgeschrittenem Prostatakrebs
Neue Behandlungsstrategie verbindet moderne Lasertechnik mit fokussierter Ultraschalltherapie

Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Während Frühstadien heute sehr gut behandelbar sind, stellt die fortgeschrittene Erkrankung mit Metastasen die Ärzte vor große Herausforderungen. Eine neue Kombinationstherapie könnte Patienten nun helfen, eine der gefürchtetsten Komplikationen zu verhindern: die Infiltration des Tumors in die Harnblase.
"Das größte Problem bei einem lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom ist nicht immer die Metastasierung selbst, sondern die lokale Ausbreitung", erklärt der Urologe Dr. Thomas Dill, Geschäftsführer der Klinik für Prostata-Therapie. Zusammen mit dem Urologen Dr. Martin Löhr betreibt er seit vielen Jahren in Heidelberg eine international renommierte Spezialklinik zu Behandlung von Prostata-Erkrankungen.
"Wenn der Tumor in die Harnblase einwächst, führt das zu dramatischen Komplikationen: unstillbare Blutungen, kompletter Harnverhalt, chronische Schmerzen - die Lebensqualität der Patienten bricht regelrecht zusammen", warnt Thomas Dill.
Diese Infiltration in die Blasenwand ist keine Seltenheit: Bei etwa jedem dritten Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs kommt es im Krankheitsverlauf zu dieser Komplikation. Bisher gab es dagegen kaum eine wirksame Strategie.
Hormontherapie alleine reicht selten
Die Standardtherapie bei metastasiertem Prostatakrebs (PCa) ist die Hormonbehandlung, die dem Tumor das für sein Wachstum notwendige Testosteron entzieht. "Diese Therapie ist unverzichtbar und rettet Leben", betont Martin Löhr. "Aber sie hat einen entscheidenden Nachteil: Sie braucht Zeit. Bis die volle Wirkung eintritt, vergehen Wochen, manchmal Monate. In dieser Zeit kann ein aggressiver Tumor irreversibel in die Blase einwachsen."
Genau hier setzt das neue Behandlungskonzept an, das an der Heidelberger Spezialklinik entwickelt wurde: eine Kombination aus Laser und Ultraschall.
Die Greenlightlaser-Therapie wird in Heidelberg seit vielen Jahren in der Behandlung der gutartigen Prostata-Vergrößerung, der benignen Prostatahyperplasie (BPH) sehr erfolgreich eingesetzt. Kaum eine Klinik in Deutschland kann auf so hohe Behandlungszahlen verweisen wie die Klinik für Prostata-Therapie.
Einen ebenso großen Erfahrungsschatz nutzen die Urologen beim Einsatz von hochintensiv-fokussiertem Ultraschall bei der Prostatakrebs-Behandlung. Bekannt ist das Verfahren unter der Kurzbezeichnung HIFU nach dem Sonablate 500-Prinzip ("High-Intensity Focused Ultrasound", zu Deutsch: "hoch-intensiv fokussierter Ultraschall").
Das eigentlich Neue an der Behandlung von fortgeschrittenem, metastasierenden PCa ist die Kombination aus beiden Verfahren, dem Greenlightlaser und dem HIFU-Prinzip mittels Ultraschall.
Der Weg muss frei werden
Der erste Schritt der Behandlung ist die Greenlightlaser-Therapie. Mit einem grünen Hochleistungslaser wird Tumorgewebe, das bereits in die Harnblase hineinwächst und die Harnröhre einengt, gezielt verdampft. "Das ist wie ein Tunnel, den wir durch den Tumor bohren", erklärt Thomas Dill. "Der Patient kann sofort wieder normal Wasserlassen - ein enormer Gewinn an Lebensqualität."
Die Greenlight-Technologie hat gegenüber klassischen Verfahren entscheidende Vorteile: Sie blutet kaum, kann auch bei Patienten mit Blutverdünnern sicher eingesetzt werden und erfordert meist nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt.
Doch die Laser-Behandlung allein würde das eigentliche Problem nicht lösen: Der Tumor in der Prostata würde weiterwachsen und erneut in die Blase vordringen.
Den Tumor stoppen
Im zweiten Schritt kommt die HIFU-Behandlung ins Spiel. Dabei werden Schallwellen so gebündelt, dass sie im Tumorgewebe eine Temperatur von über 80 Grad Celsius erzeugen. Die Krebszellen werden regelrecht "gekocht" und sterben ab.
"Das Entscheidende ist die präzise Fokussierung", sagt Martin Löhr. "Wir behandeln nicht die gesamte Prostata, sondern gezielt den Tumorherd, der die Blasenwand bedroht - dort, wo die Not am größten ist. Deshalb sprechen wir von einer halbseitigen oder fokalen HIFU-Behandlung." Diese gezielte Vorgehensweise habe mehrere Vorteile: Die Behandlung sei schonender, die Nebenwirkungen seien geringer, und gesundes Gewebe werde maximal geschont.
Lange Zeit war unklar, in welcher Reihenfolge diese beiden Verfahren am sinnvollsten kombiniert werden sollten. Die klinische Erfahrung zeigt: Die Greenlight-Behandlung muss zuerst erfolgen.
"Wenn wir erst die HIFU machen, entsteht ein massives Problem", erklären die beiden Experten. Das abgestorbene Tumorgewebe schwillt an, es bildet sich eine Nekrose oder ein Ödem - die Harnröhre würde komplett blockiert. Der Patient bräuchte sofort einen Dauerkatheter.
Wird hingegen zuerst mit dem Greenlightlaser ein freier Kanal geschaffen, kann die nachfolgende HIFU-Behandlung keine Abflussprobleme mehr verursachen. "Erst schaffen wir Platz, dann behandeln wir den Tumor - das ist die Strategie", fasst Thomas Dill zusammen.
Keine Alternative zur Systemtherapie
Wichtig ist den Medizinern der Hinweis: Diese Kombinationstherapie ersetzt nicht die notwendige Hormonbehandlung. Bei Patienten mit Lymphknotenmetastasen ist die Androgendeprivationstherapie absolut unverzichtbar, betonen die Heidelberger Urologen. Die Kombinationstherapie mit Laser und Ultraschall sei eine Ergänzung, keine Alternative. Damit lasse sich die kritische Zeit, bis die Systemtherapie ihre volle Wirkung entfaltet, überbrücken, und schwerwiegende lokale Komplikationen würden verhindert.
Die Kombinationsmethode folgt damit einem multimodalen Ansatz: Während die Hormontherapie den Krebs im gesamten Körper bekämpft, kontrollieren Laser und HIFU den Tumor dort, wo er akut gefährlich wird - an der Blasenwand.
Behandlung nicht für jeden geeignet
Nicht jeder Patient mit fortgeschrittenem Prostatakrebs benötigt diese aufwändige Kombinationstherapie. Die Indikation ist sehr spezifisch:
- Der Patient muss für beide Eingriffe geeignet sein.
- Die Tumorlokalisation muss für eine gezielte HIFU-Behandlung zugänglich sein.
An der Heidelberger Klinik sprechen die Urologen offen von einer "Nischensituation". Aber für die betroffenen Patienten könne dieser neue Ansatz den Unterschied ausmachen: entweder ein jahrelanges Leiden mit Dauerkatheter und Blutungen - oder ein erträgliches Leben mit akzeptabler Lebensqualität.
Nebenwirkungen nicht verschweigen
Wie jede medizinische Behandlung sind auch Greenlight und HIFU nicht frei von Nebenwirkungen. Vorübergehende kann es nach der Behandlung beim Wasserlassen durchaus zu Reizerscheinungen und Harnwegsinfekten kommen, in seltenen Fällen auch zur Harninkontinenz. Und nach einer HIFU-Therapie wurden auch Erektionsstörungen beobachtet. Allerdings erhalten die meisten Patienten eine Hormontherapie, die ebenfalls zu Erektionsstörungen führt. Die Alternative - eine komplette Blasenentfernung nach Infiltration - wäre im Vergleich allerdings wesentlich belastender.
Obwohl das Konzept noch relativ neu ist und größere Studien fehlen, sind die ersten klinischen Erfahrungen ermutigend. "Wir sehen Patienten, die nach der Kombinationsbehandlung über Jahre hinweg keine Blaseninfiltration entwickeln", berichtet Thomas Dill. "Die lokale Tumorkontrolle funktioniert, und gemeinsam mit der Systemtherapie können wir vielen Männern ein würdevolles Leben ermöglichen."
Besonders wichtig sei der richtige Zeitpunkt: Je früher die Behandlung einsetze, desto besser. Wenn der Tumor erst einmal die gesamte Blasenwand durchsetz habe, sei es zu spät.
Zusammenarbeit gefragt
Die erfolgreiche Umsetzung dieser Therapiestrategie erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Urologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und Radiologen müssen gemeinsam den optimalen Behandlungsplan für jeden einzelnen Patienten entwickeln. Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium ist keine Erkrankung mehr, die ein einzelner Arzt allein behandeln kann. "Wir brauchen Tumorboards, in denen alle Disziplinen zusammenkommen und gemeinsam entscheiden. Nur so können wir moderne Konzepte wie die Kombination aus Greenlight und HIFU sinnvoll einsetzen", meint Urologe Löhr.
Medizinische Forschung und Entwicklung verlaufen auf diesem Gebiet rasant, und neue Technologien sind in der Erprobung: Noch präzisere HIFU-Systeme mit Echtzeit-Bildgebung, verbesserte Laserverfahren und die Kombination mit modernen Medikamenten wie Androgenrezeptor-Antagonisten der neuesten Generation versprechen weitere Fortschritte in der Prostatakrebs-Behandlung. Die Zukunft der Krebsbehandlung liegt offensichtlich in einer intelligenten Kombination aus minimaler Invasivität und maximaler Präzision.
Allgemeine Informationen
Rückfragen & Kontakt
Kontakt:Klinik für Prostata-Therapie im Medizinischen Zentrum
Heidelberg :medZ
Bergheimer Straße 56a
D-69115 Heidelberg
Tel.: +49 6221 65085-0
Fax.: +49 6221 65085-11
Die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie hat sich auf modernste
und schonendste Methoden zur Diagnose und Behandlung von Prostata-
Erkrankungen spezialisiert. In vielen Bereichen gilt die Privatklinik
als Wegbereiter moderner Therapieformen: So wurde an der Klinik für
Prostata-Therapie die Methode des 'Hochintensiv Fokussierten
Ultraschalls' (High Intensity Focused Ultrasound, HIFU) erstmals in
Deutschland zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt. Auch bei der
gutartigen Vergrößerung der Prostata (Benigne Prostatahyperplasie,
BPH) war die Klinik Vorreiter: Hier kam erstmals in Deutschland der
sogenannte Grüne Laser (Greenlightlaser) zum Einsatz. Ein neu
entwickeltes Kombinationsverfahren aus hochauflösender,
standardisierter MRT-Untersuchung (MRT: Magnetresonanz-Tomographie)
und Ultraschall-Bildgebung verbessert die Krebsdiagnose und mindert
die Zahl notwendiger Biopsien.
Die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie im :medZ GmbH wurde im
Jahr 1994 von dem Urologen Dr. med. Joachim-Ernst Deuster gegründet.
Der Klinik für Prostata-Therapie, eingetragen im Handelsregister (
Abt. B des Amtsgerichtes Mannheim, HRB-Nr. 335030) wurde gem. § 30
der Gewerbeordnung mit Wirkung vom 03.11.2008 die Konzession zum
Betrieb einer Privatkrankenanstalt im Anwesen Bergheimer Straße 56a,
69115 Heidelberg, erteilt. Die geschäftsführenden Ärzte sind Dr.
Thomas Dill und Dr. Martin Löhr.
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