• 24.03.2026, 09:50:33
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Urbane Innovation im Fokus: Bund-Pionierstadt-Gespräch zur Zukunft der österreichischen Städte

High-Level-Austausch zwischen Bund und Pionierstädten in Wien

Wien (OTS) - 

Städten und Gemeinden kommt auf dem Weg zur Klimaneutralität eine Schlüsselrolle zu: Rund 80 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs entfallen auf urbane Räume, zugleich entstehen dort etwa drei Viertel der globalen CO₂-Emissionen. Mit der Mission „Klimaneutrale Stadt“ unterstützen das Innovationsministerium (BMIMI) und der Klima- und Energiefonds österreichische Städte dabei, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Die Initiative fördert technische, sozial-ökologische und wirtschaftliche Innovationen, die Städte im Transformationsprozess hin zur Klimaneutralität und zur Anpassung an den Klimawandel entscheidend voranbringen. Die zehn österreichischen Pioniergroßstädte stehen dabei im Zentrum dieser Entwicklung: Sie repräsentieren die Interessen und Bedürfnisse von mehr als einem Drittel der österreichischen Bevölkerung und entwickeln Lösungen, von denen langfristig alle Städte und Gemeinden profitieren können.

Beim gestrigen Bund-Pionierstadt-Gespräch kamen die politischen Vertreter:innen der zehn österreichischen Pioniergroßstädte mit Sektionschefin Henriette Spyra, Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, zusammen. Ziel des Treffens ist ein Austausch auf höchster Ebene zwischen Bund und Städten über zentrale Rahmenbedingungen, konkrete Herausforderungen und umsetzungsorientierte Lösungen für die nachhaltige Entwicklung der österreichischen Städte. Im Mittelpunkt standen Themen wie klimaneutrale Energieversorgung und Mobilität, regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, um die Lebensqualität in den Städten langfristig zu sichern und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken. Ein wesentliches Element des Treffens war auch der Austausch der Städte untereinander: Die Pionierstädte teilten Erfahrungen aus ihren Projekten, lernten voneinander und entwickelten gemeinsam Lösungen, die auch anderen Gemeinden zugutekommen können.

Innovationsminister Peter Hanke: “Unsere Städte sind zentrale Partner auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die aktuellen Krisen zeigen erneut, wie wichtig eine sichere und unabhängige Energieversorgung ist. Die Pionierstädte leisten hier Pionierarbeit: Sie setzen auf erneuerbare Energie, stärken regionale Wertschöpfung und machen ihre Städte widerstandsfähiger gegenüber globalen Entwicklungen. Daher ist mir der Austausch wichtig. Das Bund-Pionierstadt-Gespräch schafft Raum für direkte Gespräche auf Augenhöhe: zwischen Bund und Städten, aber auch zwischen den Städten selbst. Denn viele Lösungen entstehen dort, wo Städte voneinander lernen und gemeinsam neue Wege gehen.”

Sektionschefin Henriette Spyra: “Bei den gestrigen Gesprächen wurde eindrucksvoll deutlich, wie intensiv Österreichs Pioniergroßstädte für ihr Ziel, klimaneutral zu werden, arbeiten. Das beweist einmal mehr, dass der Transformationsprozess im vollen Gange ist und von den Städten aktiv gestaltet wird. In Österreich gehen Innovationskraft und Umsetzungsstärke Hand in Hand. Lebensqualität, leistbare Energie und saubere Mobilität stehen ganz oben auf der Agenda der Städte. Der Austausch im Rahmen der Teilnahme an der Mission Klimaneutrale Stadt ist besonders wertvoll, um voneinander zu lernen, sich auf Augenhöhe zu Herausforderungen auszutauschen und gemeinsam mit Mut voranzugehen.”

Pionierstädte setzen neue Standards

Die zehn österreichischen Städte Wien, Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg, Klagenfurt, Villach, St. Pölten, Dornbirn und Wiener Neustadt haben eine Partnerschaft mit dem BMIMI geschlossen. Als Pionierstädte richten sie ihre Verwaltungsstrukturen konsequent auf Klimaneutralität aus, bauen Kapazitäten für die Umsetzung auf, entwickeln klimafitte Stadtquartiere und schaffen Lernumgebungen, von denen andere Gemeinden profitieren können. Die innovativen Umsetzungsmaßnahmen in den Pioniergroßstädten setzen neue Standards und erhöhen so die lokale Innovationskraft, treiben technologische Entwicklung voran und sichern somit langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich. Gleichzeitig reduzieren sie ihre Abhängigkeit von Importen fossiler Energie, von Gütern und Rohstoffen, schaffen Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen Branchen und steigern die heimische Wertschöpfung. Damit sichern sie Wohlstand und Investitionen im Inland – heute und für kommende Generationen. Die Forschungs- und Entwicklungsprogramme des Bundes spielen dabei bereits jetzt eine zentrale Rolle.

Bund-Pionierstadt-Gespräch: Kooperation stärken – Austausch fördern

Das Bund-Pionierstadt-Gespräch dient in diesem Kontext als wirkungsvolles Instrument zur strategischen Weiterentwicklung urbaner Innovation auf höchster Entscheidungsebene. Das exklusive High-Level-Format bietet Bürgermeister:innen, Vizebürgermeister:innen sowie Stadträt:innen der Pionierstädte die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Sektionschefin Henriette Spyra, Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, sowie zuständigen Fachreferent:innen. Im Mittelpunkt stehen die partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie die konkreten Bedarfe und Anliegen der Städte auf dem Weg zur Erreichung der Pionierstadtziele. Ergänzend zum persönlichen Austausch wird ein auf Fachebene erarbeitetes Positionspapier der Städte an den Bund übergeben, das zentrale Anliegen bündelt.

Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds: “Die Pionierstädte zeigen, wie der Umstieg auf erneuerbare Energieträger und die Anpassung an den Klimawandel in der Praxis funktionieren kann. Sie testen neue Lösungen, bauen Wissen auf und schaffen Modelle, die auch für andere Städte nutzbar sind. Genau dieser Austausch – zwischen Städten, mit dem Bund und mit Expert:innen – macht die Mission so wirkungsvoll. So entstehen Lösungen, die sowohl dem Klima als auch der regionalen Wirtschaft und der Lebensqualität der Menschen zugutekommen.”

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen zur Mission „Klimaneutrale Stadt“: https://klimaneutralestadt.at/de/mission/

Detailinformationen zu den teilnehmenden Städten: https://klimaneutralestadt.at/de/initiativen/pionierstaedte/

Informationen zu Pionier-Kleinstädten: www.orte-von-morgen.at

Stimmen aus den Pionierstädten

St. Pölten

St. Pölten hat durch den Pionierstadtprozess einen eigenen Geschäftsbereich für Klimaagenden gegründet. Eines der Herzstücke seiner Arbeit ist die Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) EnergieRegion St. Pölten, die mittlerweile das gesamte Stadtgebiet umfasst und auch Bürger:innen aus der Region eine aktive Teilnahme ermöglicht. Neben PV-Strom können Wind- und Wasserkraft über die BEG bezogen werden, um Nacht- und Winterlücken der Energieversorgung zu schließen. „Mit dem Pionierstadtprozess wurden wichtige Schritte zur Beschleunigung der Energiewende gesetzt. Nicht nur die Energiegemeinschaft, sondern auch die neue städtische PV-Freiflächenanlage mit Batteriespeichern leistet wichtige Beiträge, um den CO₂-Ausstoß in der Stadt zu reduzieren und die Energiesicherheit zu stärken“, betont Bürgermeister Matthias Stadler.

Dornbirn
Die Stadt Dornbirn arbeitet als Pionierstadt der Mission Klimaneutrale Stadt intensiv an konkreten Lösungen für eine klimafitte Stadtentwicklung. Schwerpunkte liegen unter anderem auf Kreislaufwirtschaft sowie der schrittweisen Umstellung kommunaler Mobilitätssysteme auf emissionsfreie Antriebe – etwa beim Stadtbus oder bei kommunalen Servicefahrzeugen. Ziel ist es, Klimaschutzmaßnahmen mit einer hohen Lebensqualität für die Bevölkerung zu verbinden und gleichzeitig praxisnahe Modelle für andere Städte zu entwickeln.

Graz
Die Finanzierungspartnerschaft ermöglicht der Stadt Graz, für fünf Jahre acht zusätzliche Mitarbeiter:innen in der Verwaltung einzusetzen, um die Klimaarbeit gezielt zu verstärken. Damit wird der Grazer Klimaschutzplan mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 vorangetrieben. Projekte wie der Klima-Pakt #bindabei, das Klimalicht oder die Vorbereitung klimaneutraler Quartiere konnten dadurch gestartet bzw. ausgebaut werden. Zudem stärkt der enge Austausch mit dem Bund die Transformation und erleichtert den Zugang zu Fördermitteln. „Der Weg zur klimaneutralen Stadt ist eine gemeinsame Aufgabe. Die Partnerschaft mit dem Bund hilft uns in Graz Projekte schneller umzusetzen und zusätzliche Mittel für den Klimaschutz in unsere Stadt zu holen“, sagt Vizebürgermeisterin Judith Schwentner.

Wiener Neustadt
Die Klassifizierung als Pionierstadt war und ist für Wiener Neustadt ein wichtiger Schritt, um Klimaschutz und Klimawandelanpassung konsequent in der Stadtentwicklung zu verankern. Bereits heute konnten wesentliche Meilensteine erreicht werden: So wurde der gesamte Themenkomplex strukturell in der Stabsstelle Stadtentwicklung, Verkehr, Umwelt, Klima und Energie verankert. Gleichzeitig wird der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen und Freiflächen konsequent vorangetrieben, etwa bei der Aqua Nova oder auf der Gleisschotterdeponie. Zudem wurden Brachflächen identifiziert, die künftig gemeinsam mit Bauträgern zu klimaneutralen Stadtquartieren entwickelt werden.

Linz
Die Pionierstadt-Initiative stärkt in Linz die Zusammenarbeit von Magistrat, GWG und LINZ AG auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Mit dem Aufbau eines gesamtstädtischen Treibhausgasmonitorings und dem ersten Bericht 2025 wurde eine zentrale Grundlage geschaffen. Gleichzeitig werden klimaneutrale Bau- und Sanierungsstandards im Wohnbau entwickelt und im Franckviertel die Energieversorgung schrittweise von Gas auf Fernwärme bzw. Strom umgestellt. „Wir setzen in Linz konkrete Maßnahmen für eine klimaneutrale Zukunft und treiben die Umsetzung konsequent voran“, betont Bürgermeister Dietmar Prammer.

Klagenfurt
Die Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee verfolgt mit ihrer Smart City Klimastrategie und der Teilnahme an der EU-Cities Mission das Ziel der bilanziellen Klimaneutralität bis 2030 sowie eine vollständige Klimaneutralität bis zum Jahr 2040. Dazu werden ambitionierte Projekte umgesetzt und die Bevölkerung aktiv mit eingebunden. Vor allem mit dem eigens eingerichteten Smart Climate Lab, dem Bürger:innenbüro für Nachhaltigkeitsthemen, wird Partizipation und Teilhabe in Sachen Klimaschutz und Klimawandelanpassung gefördert. Vizebürgermeister Patrick Jonke: “Besonders stolz sind wir auf die Aktivitäten in unserem lokalen Klimaschutznetzwerk im Smart Climate Lab. Wir haben bereits mit über 40 Unternehmen Klimaschutzverträge abgeschlossen. Ein klares Bekenntnis, für einen lebenswerten und nachhaltigen Wirtschaftsstandort Klagenfurt.”

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
Mag. Kleo Kraft
Telefon: +43/1/711 62-65 8116
E-Mail: [email protected]
Website: www.bmimi.gv.at

Klima- und Energiefonds
Mag. Katja Hoyer
Telefon: +43/1/585 03 90-23
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.klimafonds.gv.at und www.orte-von-morgen.at

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