- 19.03.2026, 12:18:34
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#we_do! Jahresbericht und neues Mitarbeiter*innenschutzkonzept Film und Fernsehen

Die #we_do! – Ombudsstelle Film & Fernsehen präsentierte im Rahmen der Diagonale '26 den Jahresbericht 2025 und stellte ein mit Vertreter*innen der Filmbranche sowie mit Gewaltschutzexpert*innen erarbeitetes praxisnahes Mitarbeiter*innenschutzkonzept für Film und Fernsehen sowie das erweiterte Angebot an Trainings- und Vernetzungsformaten vor.
Der Jahresbericht 2025 der Ombudsstelle Film & Fernsehen gibt einen Überblick über Beratungszahlen, zentrale Themen aus der Beratungspraxis sowie Entwicklungen in der Präventionsarbeit der Branche.
Im Jahr 2025 wandten sich 69 Personen an die Ombudsstelle, insgesamt kam es zu 140 Beratungskontakten. Die häufigsten Themen in den Beratungen sind nach wie vor Machtmissbrauch, sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Ausbeutung und Mobbing.
„Die Zahlen zeigen, dass der Bedarf an Unterstützung auch ohne größere mediale Debatten stabil hoch bleibt“, betont Daniel Sanin, gemeinsam mit Alexandra Eitzinger zuständig für die #we_do! Beratung.
Organisatorisch markiert das Jahr 2025 einen wichtigen Schritt: Aus dem ursprünglichen Projekt der letzten 6 Jahre ist eine institutionell verankerte Ombudsstelle in Vereinsstruktur geworden. Heute arbeitet #we_do! mit einem interdisziplinären Berater*innen- und Trainer*innenteam, einem fachlichen Expert*innenbeirat sowie einem Vorstand.
#we_do! konnte im letzten Jahr auch das Angebot an Trainings- und Vernetzungsformaten erweitern und mit Emily Hanslik und Nina Krebs zudem zwei Expertinnen für Trainings- und Sensibilisierungsformate gewinnen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Präventionsarbeit war die Fortbildung zur Vertrauensperson – insgesamt wurden bis März 2026 35 Vertrauenspersonen ausgebildet.
„Ziel war und ist es dabei stets, aus den Erkenntnissen der Beratungen konkrete Empfehlungen und präventive und strukturelle Maßnahmen für die Branche abzuleiten. Diese finden sich jährlich systematisch aufbereitet in unseren Berichten wieder und sind ein zentrales Instrument unserer Präventionstätigkeiten“, so Beraterin Alexandra Eitzinger.
Neues Mitarbeiter*innen-Schutzkonzept Film & Fernsehen
#we_do! arbeitet nach den Prinzipien von „Protect and Prevent“ und hat im Jahr 2025 für die interne Arbeit einen Full Circle Approach des Gewaltschutzes entwickelt.
Die Einzelfallberatung ist zentrales Herzstück dieses ganzheitlichen Ansatzes. Gleichzeitig zeigt die Praxis deutlich, dass es sich bei Vorfällen selten um isolierte Einzelfälle handelt. Neben der Unterstützung betroffener Personen stehen daher auch strukturelle und präventive Maßnahmen im Zentrum – etwa in Form von Mindeststandards (z. B. für Vertrauenspersonen), eines umfassenden Schulungsangebots sowie eines Mitarbeiter*innenschutzkonzepts für Film und Fernsehen.
Mit dem neuen Workbook Mitarbeiter*innenschutzkonzept stellt #we_do! auf der Website ein praxisnahes Instrument für Organisationen und Produktionen zur Verfügung, um sich freiwillig und systematisch mit Mitarbeiter*innenschutz, Prävention und organisationaler Verantwortung auseinanderzusetzen.
Das Angebot verbindet drei Elemente: Das kostenlose Workbook Mitarbeiter*innenschutzkonzept steht frei zum Download zur Verfügung und enthält u. a. eine Anleitung zur Erstellung, Reflexionsfragen für Organisationen, Mindeststandards, Empfehlungen sowie Entscheidungshilfen. Es erläutert außerdem den Zusammenhang zwischen Schutzstrukturen, organisationaler Verantwortung und rechtlichen Rahmenbedingungen wie dem Arbeitnehmer*innenschutzgesetz (ASchG) oder dem Gleichbehandlungsgesetz. Die österreichische Film- und Fernsehbranche nimmt somit eine Vorreiter*innenrolle ein und setzt dadurch diverse Empfehlungen aus den Bereichen Gewaltschutz und Arbeitsrecht um. Ein interaktiver Selbst-Check auf der Website hilft Organisationen einzuschätzen, wo sie aktuell stehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten. Außerdem können Organisationen vertiefende Unterstützung im Rahmen unterschiedlicher Beratungsformate bei #we_do! in Anspruch nehmen.
Ein wichtiger Teil von #we_do! sind Weiterbildungen und Trainings rund um Prävention, Verantwortung und sichere Arbeitsstrukturen.
„Schutz bedeutet Prävention!” ist Sophie Rendl, #we_do!-Vorständin und Expertin in den Bereichen Gewaltschutz und Antidiskriminierung, überzeugt. „Wirksamer Mitarbeiter*innenschutz beginnt lange, bevor ein Vorfall passiert. Dazu gehören präventive Maßnahmen, klare Meldewege, transparente Verfahren und Unterstützung sowie Interventionspläne für betroffene Personen. Mit unserem Workbook Mitarbeiter*innenschutzkonzept möchten wir zu einem langfristigen Kulturwandel in der Film- und Fernsehbranche beitragen – hin zu Arbeitsbedingungen, in denen Respekt, Verantwortung und sichere Zusammenarbeit selbstverständlich sind.”
Alle Informationen unter www.ombudsstellefilm.com
Rückfragen & Kontakt
#we_do! Ombudsstelle Film und Fernsehen
Valerie Besl
Telefon: +43 664 833 9266
E-Mail: [email protected]
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