- 15.03.2026, 10:46:02
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Luxus-Yachten entleeren „Shit-Tanks“ illegal im Meer
„Sauerei“: Meeresbiologen warnen vor Umweltschäden
Yacht-Betreiber entleeren ihre Schwarzwasser-Tanks (Branchenjargon: „Shit-Tanks“) systematisch im Meer. Das berichtet das Studentenmagazin campus a auf Basis einer Recherche in der Branche und bei Meeresbiologen. Laut MARPOL-Konvention, einem internationalen Abkommen zur Vermeidung von Meeresverschmutzung durch Schiffe, ist das verboten.
„Das ist ein riesiges Problem und im Grunde eine Sauerei“, sagt der Meeresbilologe Robert Hochrichter, der das Phänomen unter anderem anhand der kroatischen Insel KRK untersucht hat, gegenüber campus a. „Mit Satelitensystemen wären diese Gesetzesverstöße leicht erkennbar, doch sie werden zu wenig verfolgt und die Strafen sind für Yachtbetreiber ein Trinkgeld.“ Besonders im nur fünfzig bis siebzig Meter tiefen Mittelmeer und zur Hauptsaison mit tausenden Yachten auf See sei das Problem eklatant.
Ein junger Schiffskoch schildert gegenüber dem Studentenmagazin die Praxis: „Die Tanks werden entweder gegen 3 Uhr morgens geleert, damit die Passagiere den Gestank nicht bemerken. Oder die Kapitäne lassen die Ventile während einer längeren Fahrstrecke nur teilweise öffnen, sodass die Yachten eine Fäkal-Spur samt chemischen Bestandteilen hinter sich herziehen. Es gibt für den Bordfunk dafür sogar eigene Codes, die nur die Crew versteh: Ready for Desert-Storm zum Beispiel.“
Thilo Hofmann, Umweltgeowissenschaftler an der Universität Wien, warnt gegenüber campus a vor schwerwiegenden Umweltbelastungen besonders in küstennahen Regionen und in und in Marinas. Eine der Folgen sind laut den campus a-Recherchen sogenannte „Shit-Fische“, die Fischern in oder in der Umgebung von Marinas ins Netz gehen, sich teilweise von Fäkalien ernährt haben, stark bakterienbelastet sind und dann trotzdem als frischer Fang aus der Region auf die Märkte und Restaurant-Tische kommen. Zum ganzen Beitrag geht es hier.
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