• 13.03.2026, 11:26:32
  • /
  • OTS0074

Wirtschaft und Zivilgesellschaft ziehen an einem Strang: Klimagesetz muss nachgeschärft werden

Wien (OTS) - 

Mehr als 20 namhafte österreichische Unternehmen, die sich in der Business Allianz Klima der Zukunftsallianz zusammengeschlossen haben, fordern ein verbindliches und wirksames Klimagesetz mit konkreten Zielen, klaren Verantwortlichkeiten und der Verankerung der Klimaneutralität 2040. Der von Umweltminister Totschnig den Koalitionspartnern vorgelegte Entwurf bleibt Medienberichten zufolge hinter diesen Anforderungen zurück: ohne klare Sektorpfade, ohne Korrekturmechanismen und mit dem Zieljahr 2050 – statt dem im Regierungsprogramm und der Industriestrategie vereinbarten 2040.

Österreichs Unternehmen haben die Chancen der Transformation erkannt und investieren bereits erheblich in die Dekarbonisierung. Doch ohne verbindliche Rahmenbedingungen fehlt die notwendige Planungssicherheit für langfristige Klimaschutzinvestitionen.

Investitionen der Wirtschaft brauchen Planungssicherheit

Die Business Allianz Klima und die Zukunftsallianz appellieren daher an die Bundesregierung, den vorliegenden Gesetzesentwurf substanziell nachzuschärfen. Zentral ist die gesetzliche Verankerung des Ziels Klimaneutralität 2040 mit jährlichen Zwischenzielen. Ebenso braucht es verbindliche Sektorpfade für Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft. Nur so lässt sich vermeiden, dass Einsparungen in einem Sektor durch Zuwächse in einem anderen – etwa im Verkehr – zunichtegemacht werden.
Um die Zielerreichung sicherzustellen, braucht es zudem klare Verantwortlichkeiten zwischen Bund und Ländern sowie wirksame Korrekturmechanismen. Darüber hinaus fordern die beiden Allianzen die Einrichtung eines unabhängigen, weisungsfreien wissenschaftlichen Gremiums, das die Fortschritte überprüft und bei Abweichungen Empfehlungen ausspricht.

Industrie und Energiewirtschaft verlangen Verbindlichkeit

Dass Unternehmen dennoch längst vorangehen, zeigt etwa Holcim Österreich und drängt auf Klarheit. „Österreichs Industrie lebt die Transformation bereits. Holcim investiert konsequent und setzt sich klare Ziele. Wir brauchen die Planungssicherheit, die mit einem verbindlichen Klimagesetz erhöht wird. An klaren Sektorzielen führt kein Weg vorbei", erklärt Haimo Primas, CEO Holcim Österreich.

Unterstützung kommt ebenso aus der Energiewirtschaft. Alexander Hochauer, Vorstand Finanz bei Windkraft Simonsfeld AG betont: „Gerade in Krisenzeiten sehen wir die Abhängigkeit Österreichs von den fossilen Energiemärkten. Klimaschutz ist ein Wettbewerbsvorteil für Österreich, und Investitionen brauchen Planungssicherheit. Wir sprechen uns klar für ein verbindliches Klimagesetz mit sektoralen Zielen aus."

Verfehlung der Klimaziele kostet Milliarden

Verfehlt Österreich seine Klimaziele 2030, muss das Land Emissionszertifikate von anderen Mitgliedstaaten zukaufen. Das Finanzministerium beziffert die möglichen Kosten bis 2030 mit 2,9 Mrd. Euro, der Rechnungshof hielt bei ungünstigeren Preisannahmen sogar 9,2 Mrd. Euro für möglich. Dieses Geld fließt an jene EU-Mitgliedstaaten, die ihre Klimaziele erreicht haben, anstatt die Dekarbonisierung der heimischen Wirtschaft zu stärken.

Zivilgesellschaftlicher Rückhalt für mehr Klimaschutz

Die Klimatransformation bietet erhebliche Chancen für den Wirtschaftsstandort und die Lebensqualität der Österreicher:innen. „Neben der Wirtschaft drängt auch die Zivilgesellschaft auf ein verbindliches Klimagesetz. In unseren Dialogen quer durchs Land wurde deutlich: Die Menschen wollen klare Ziele, verlässliche Regeln und konkrete Umsetzungsschritte. Genau diesen Rahmen muss das Gesetz schaffen”, sagt Christian Kdolsky, Sprecher der Business Allianz Klima und der Zukunftsallianz. Die Bundesregierung hat jetzt die Chance, mit diesem Gesetz den verbindlichen Rahmen zu schaffen. Fürsprache aus Wirtschaft und Bevölkerung hat sie bereits.

Über die Business Allianz Klima

Die Business Allianz Klima ist ein Zusammenschluss führender österreichischer Unternehmen, die sich für eine konsequente Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft einsetzen. Initiiert von der Zukunftsallianz, einer Initiative des Klimavolksbegehrens, fordern die über 20 Unternehmen der Business Allianz Klima klare gesetzliche Rahmenbedingungen, wirksame Klimaschutzmaßnahmen und gezielte wirtschaftliche Anreize zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Das Ziel ist es, nachhaltiges Wirtschaften als Wettbewerbsvorteil zu etablieren und die Resilienz von Unternehmen zu stärken. Die Business Allianz Klima engagiert sich für einen intensiven Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, um gemeinsam Lösungen für eine lebenswerte Zukunft zu entwickeln.

Die 23 Mitgliedsunternehmen der Business Allianz Klima sind: beyond carbon energy, Brantner Österreich, ConPlusUltra, EY denkstatt, Glacier, Greiner, Heinzel Group, Holcim Österreich, Holloid, inoqo, Lidl Österreich, MATR, missionPET, Öko-Plus, Reclay Group, refurbed, REWE Group, Soly, Takeda, Trumer Privatbrauerei, Unfold Consulting, VBV und Windkraft Simonsfeld.


Über die Zukunftsallianz

Die Zukunftsallianz wurde vom Klimavolksbegehren gegründet, um Klimaschutz zurück in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Im Zentrum steht der Dialog mit der Bevölkerung, Vertreterinnen und Vertretern aus Gemeinden, Organisationen, Religionsgemeinschaften und Unternehmen. Dafür hat die Zukunftsallianz eine Positiv-Vision entworfen, die in fünf Lebensbereichen zeigt, welche Vorteile eine aktive Gestaltung der Klimathemen bringt. Die Ergebnisse der Dialogformate wurden unter Einbeziehung eines wissenschaftlichen Beirats zu einem Zukunftsplan der Bevölkerung Ende 2024 zusammengetragen und der Politik vorgelegt. 2025 wurde dieser Dialog mittels Workshops und einer Wanderausstellung in den Gemeinden fortgeführt. 2026 wir die Wanderausstellung “Zukunft erleben” an weiteren Standorten gezeigt, ein besonderer Schwerpunkt wird in diesem Jahr auf den Zusammenhang von Klimaschutz und Demokratie gelegt. Insbesondere Schulklassen sind eingeladen, die Ausstellung zu besuchen, um beispielsweise der Frage nachzugehen, weshalb der Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln ein Grundrecht ist.


Über Holcim Österreich

Mit Innovation und unserer Verpflichtung zu Nachhaltigkeit ebnet Holcim den Weg für besseres, naturnahes Bauen. Zukunftsweisende Lösungen für Bauherren, Bauunternehmen, Architekt:innen und Ingenieur:innen bieten wir mit CO2-reduziertem ECOPlanet Zement, ECOPact Beton und ECOCycle Recyclingmaterial. Denn unsere Mission ist: Mit weniger Material mehr bauen. Unsere rund 350 Mitarbeiter:innen bauen täglich an einem klimafreundlichen Wandel des Bausektors. Ausgezeichnet mit den CSC Platin-Zertifikaten für Nachhaltigkeit betreiben wir Österreichs größtes Zementwerk in Mannersdorf am Leithagebirge und das Zementwerk in Retznei (Südsteiermark) sowie die CSC Gold-Standard zertifizierten Werke der Holcim Beton (Österreich) GmbH und unsere Verwaltung in Wien. Holcim (Österreich) GmbH ist eine Tochtergesellschaft des weltweit führenden Baustoffkonzerns Holcim Ltd. und hat sich dem Erreichen der Pariser Klimaziele verpflichtet.

Über die Windkraft Simonsfeld AG

Die Windkraft Simonsfeld AG mit Firmensitz in Ernstbrunn (NÖ) betreibt und entwickelt Wind- und Sonnenkraftwerke in Österreich und Europa. Mit 94 Windenergieanlagen in Österreich, zwei in Bulgarien und einem Sonnenkraftwerk in der Slowakei produzierte das Unternehmen den jährlichen Strombedarf von 189.000 Haushalten. Das internationale Energiewende-Unternehmen beschäftigt rund 140 Mitarbeiter*innen. Mit rund 2.600 Aktionär*innen ist die Windkraft Simonsfeld eines der größten Bürger*innen-Beteiligungsunternehmen Österreichs.

Rückfragen & Kontakt

Klimavolksbegehren & Zukunftsallianz
Mag.ª Lena Harml
Telefon: +43 (0) 664 536766
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KVB

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel