- 12.03.2026, 11:15:32
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SPÖ-Klubtagung (4): Michael Ludwig: Wien schützt Demokratie, stärkt Arbeit, sichert Gesundheit und ist die Stadt der Frauen
Bei der Klubtagung 2026 hat Bürgermeister und Landeshauptmann Dr. Michael Ludwig Wien als Stadt des Fortschritts, der Solidarität und der Zuversicht positioniert. Angesichts internationaler Umbrüche, wirtschaftlicher Herausforderungen und sozialer Fragen betonte Ludwig die Rolle Wiens als verlässliche Kraft, die Demokratie schützt, in Arbeit investiert und Lebensqualität absichert.„Wien war nie eine Stadt, die sich zurücklehnt oder in Pessimismus verfällt. Gerade, wenn es schwierig wird, ist unsere Stadt immer eine, die aufsteht und sich in die Zukunft aufmacht. In vielen kleinen aber auch vielen großen Schritten. Wien ist eine optimistische und motivierte Stadt“
, sagte Ludwig.
Starkes Europa als Antwort auf internationale Umbrüche
Ludwig verwies auf die geopolitischen Spannungen und die wachsenden Angriffe auf demokratische Strukturen.„Die uns bisher bekannte Weltgemeinschaft ist aus den Fugen geraten. Umso mehr werden wir als SPÖ für ein starkes gemeinsames Europa eintreten. Die beste Möglichkeit, dass Europa nicht zerrieben wird, liegt in einem starken, selbstbewussten, gemeinsamen Europa“
, betonte Ludwig.
Nur so könnten Demokratie, wirtschaftliche Stärke und das europäische Modell gegen Angriffe von außen und innen geschützt werden.
Leistbares Wohnen ist soziale Pflicht und wirtschaftliche Voraussetzung
Ein Schwerpunkt der Rede war das leistbare Wohnen. Ludwig erinnerte an die jüngsten Fortschritte auf europäischer Ebene und an die Rolle Wiens als treibende Kraft.
„Die Initiative Wiens, das erfolgreiche Wiener Modell des sozialen Wohnens europaweit zu stärken, zeigt zunehmend Wirkung“, sagte Ludwig. Mit dem Europäischen Plan für leistbares Wohnen und der erstmaligen Zusammenarbeit von Kommission, Rat und Parlament an einer gemeinsamen europäischen Wohnungspolitik sei ein Meilenstein erreicht.
Zugleich machte Ludwig klar, dass leistbares Wohnen nicht gegen wirtschaftliche Entwicklung ausgespielt werden dürfe. „Leistbarer Wohnraum ist nicht nur eine Frage der menschlichen Würde, sondern natürlich auch eine Voraussetzung für Wirtschaftswachstum“, so Ludwig.
Daher habe Wien bei Mieten und Betriebskosten Maßnahmen gesetzt, um Wohnen leistbar zu halten. „Es war richtig, dass wir 2024/2025 eine Erhöhung der Mieten im Gemeindebau ausgesetzt haben. Es war richtig, dass wir Maßnahmen gesetzt haben, um die Steigerung der Betriebskosten zu dämpfen“, erklärte Ludwig.
Die Wien Energie habe seit dem russischen Angriff auf die Ukraine die Fernwärmepreise mit rund 800 Millionen Euro gestützt. Zudem verwies Ludwig auf günstige Stromangebote und darauf, dass Wien bei Abwasser und Abfall zu den günstigsten Städten Österreichs gehöre.
Auch die Wiener Wohnbau-Offensive werde fortgesetzt. „Deshalb dürfen wir heute auch ankündigen, dass wir die Wiener Wohnbau-Offensive von 22.200 auf 22.800 Wohnungen ausweiten werden. Denn eines ist glasklar: Wir werden in Wien keine Wohnungen privatisieren“
, stellte Ludwig fest.
Früh und entschlossen gegen Teuerung eingreifen
Ludwig zog eine klare Lehre aus den wirtschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre. „Wir dürfen nicht den Fehler der schwarz-grünen Bundesregierung begehen und die Teuerung durchrauschen lassen. Wir müssen jetzt früh und entschlossen in die Energiemärkte eingreifen, um eine erneute Teuerungswelle zu verhindern“, sagte Ludwig.
Die fehlenden Maßnahmen gegen die Teuerung hätten Österreichs Inflation stark ansteigen lassen und das Wirtschaftswachstum gebremst. Die SPÖ auf Bundesebene habe das Thema dagegen nach oben auf die Tagesordnung gesetzt.
Wien ist der Wirtschaftsmotor Österreichs
Ludwig betonte, dass Wien mit offensiver Wirtschaftspolitik und behutsamer Konsolidierungsstrategie die Rezession erfolgreich abgewehrt habe.„Wien ist das einzige Bundesland, das in den vergangenen Jahren ein Wirtschaftswachstum verzeichnen konnte. Wir konnten die Rezession als einzige erfolgreich abwehren“
, so Ludwig.
Wien erwirtschafte mittlerweile eine prognostizierte Wirtschaftsleistung von 130 Milliarden Euro und damit mehr als ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung Österreichs. In den vergangenen fünf Jahren sei das Bruttoregionalprodukt um 34 Milliarden Euro gestiegen. Mit rund 11.000 Unternehmensneugründungen im Jahr 2025 liege Wien zum zweiten Mal in Folge über 10.000 Neugründungen.
„Wien ist der wichtigste Arbeits- und Wirtschaftsraum für die gesamte Ost-Region. Rund 200.000 Pendler*innen kommen jeden Tag hierher“, sagte Ludwig.
Auch am Arbeitsmarkt sei die Entwicklung deutlich sichtbar. Mit rund 933.000 Beschäftigungsverhältnissen habe Wien einen historischen Rekordwert erreicht. In den vergangenen fünf Jahren seien mehr als 90.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Das seien 37 Prozent aller neuen Arbeitsplätze in Österreich.
Im Tourismus verwies Ludwig auf Spitzenwerte bei Nächtigungsumsätzen und Nächtigungen. „Das beweist: Wien ist der Wirtschaftsmotor Österreichs. Die SPÖ ist die Wirtschaftspartei in Wien“, so Ludwig.
Industrie, Forschung und Fortschritt gehören zu Wien
Einem weit verbreiteten Mythos trat Ludwig entschieden entgegen: „Wien sei angeblich kein Industrieland. Das stimmt nicht.“
Er verwies auf eine Analyse der Bank Austria 2025, wonach die Wertschöpfung der Industrie in Wien um 8,6 Prozent gestiegen sei, in Österreich insgesamt hingegen nur um 0,7 Prozent. Besonders stark sei dabei die pharmazeutische Industrie.
„Industrie bedeutet nicht mehr, dass irgendwo Fabriken mit rauchenden Schloten stehen. Die Industrie ist heute viel heterogener, und wir können mehr als stolz sein, dass wir einen so breit aufgestellten Life-Science-Bereich haben“, sagte Ludwig.
Leitbetriebe wie Boehringer Ingelheim oder Takeda zeigten, wie stark Zukunftsbranchen in Wien bereits verankert seien. „Gerade weil diese Zukunftsbranchen eine der großen Stärken unserer Stadt sind und weil sie so wichtig für den Standort sind, werden wir sie weiter mit aller Kraft unterstützen“
, so Ludwig.
Gesundheitsversorgung gemeinsam planen und ausbauen
Breiten Raum nahm auch der Gesundheitsbereich ein. Ludwig sprach sich für die Schaffung von vier Gesundheitsregionen in Österreich aus, auf Basis gemeinsamer Planung, Finanzierung und Steuerung.„Für mich steht die beste Gesundheitsversorgung der Österreicher*innen ganz oben. Ich glaube, dass wir einen realistischen und kompromissfähigen Vorschlag gemacht haben, um das Gesundheitssystem effizienter und besser zu gestalten“
, erklärte Ludwig.
Wien zeige bereits, dass übergreifende Planung funktioniere. In der Stadt seien 70 regionale Gesundheitszentren geschaffen worden. Bis 2030 sollen es laut Regierungsprogramm rund 100 sein, im neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit konnte dieses Ziel sogar auf 169 erhöht werden.
„Nur in Wien hat sich in den vergangenen beiden Jahren die niedergelassene kassenärztliche Versorgung verbessert“, sagte Ludwig. Gleichzeitig investiere Wien 3,3 Milliarden Euro in die Erneuerung aller städtischen Spitäler und werde bis 2030 rund 16.000 Pflegekräfte ausbilden, um den Eigenbedarf selbst decken zu können.
Vor Schnellschüssen warnte Ludwig ausdrücklich. „Mit der Gesundheit der Menschen spielt man nicht“, sagte er. Eine Senkung der Lohnnebenkosten ohne Gegenfinanzierung würde der Gesundheitsversorgung Mittel entziehen. Ebenso klar wandte sich Ludwig gegen eine Zentralisierung des Gesundheitswesens beim Bund.„Mit uns wird es keine Zentralisierung der Gesundheit beim Bund geben. Unser solidarisches Gesundheitssystem lassen wir uns von niemandem kaputtmachen. Wir werden es weiter konsequent ausbauen“
, betonte Ludwig.
Wien ist die Stadt der Frauen
Einen besonderen Schwerpunkt setzte Ludwig auf frauenpolitische Fortschritte. „Ich sage immer: Wien ist die Stadt der Frauen“, so Ludwig.
Für Wien sei entscheidend, dass Frauen frei und selbstbestimmt leben können. Das bedeute vor allem wirtschaftliche Unabhängigkeit. Ludwig verwies in diesem Zusammenhang auf den vor 17 Jahren eingeführten kostenlosen Kindergarten, auf die seit sechs Jahren bestehende Gratis-Ganztagsschule und auf die Frauenstiftung dieser Legislaturperiode.
„Mit unserer einzigartigen Einrichtung, dem Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds, haben wir ein neues Programm geschaffen, das Frauen ausbildet, qualifiziert und in Arbeit bringt“, erklärte Ludwig.
Kritik übte er an jenen, die Frauen Teilzeit pauschal vorwerfen. „Es ist schon Aufgabe der Wirtschaft, auch Vollzeit-Arbeitsplätze anzubieten“, stellte Ludwig klar. Ebenso wandte er sich gegen eine Debatte über eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters und bezeichnete diesen Weg in der aktuellen Lage als falsch.
Wien geht mit Zuversicht voran
Zum Abschluss spannte Ludwig den Bogen von den internationalen Herausforderungen zu den konkreten Schritten in Wien.
„Wir sehen, es sind sehr spannende Zeiten mit vielen Herausforderungen und gleichzeitig auch vielen Chancen. Wien ist eine motivierte, optimistische Stadt. Wir gehen voller Mut, Zuversicht und Tatendrang in die Zukunft“, sagte Ludwig.
Gerade in bewegten Zeiten zeige sich die Stärke der Stadt. „In vielen kleinen, aber auch vielen großen Schritten. So können wir alles gemeinsam meistern“, so Ludwig abschließend.
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Wiener Landtags- und Gemeinderatsklub der SPÖ
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