- 08.03.2026, 08:00:04
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Karner-Kremser/Hanke (SPÖ) ad 8.März : Feministische Politik bleibt Motor für Freiheit, Sicherheit und gleiche Chancen
Waltraud Karner-Kremser, SPÖ-Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete sowie Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für Wohnen, Wohnbau und Frauen, und Marina Hanke, SPÖ-Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete, dritte Gemeinderatsvorsitzende und Frauensprecherin des Roten Rathausklubs, betonen am heutigen 8. März, dem Weltfrauentag (oder auch feministischer Kampftag genannt): Wien ist Stadt der Frauen – und arbeitet Tag für Tag daran, diese Stärke auszubauen.
Aus der Arbeiter*innenbewegung geboren: Der 8. März ist kein Ritual, sondern Auftrag
Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, wird sichtbar, woher feministische Kämpfe kommen - und wohin sie führen müssen. Der Tag wurzelt in der Arbeiter*innenbewegung, im Ringen um Wahlrecht, Gleichberechtigung und soziale Absicherung und im Kampf gegen das Patriarchat. Am 19. März 1911 organisierten sozialdemokratische Frauen in Österreich erstmals einen „Frauentag“ und folgten damit dem Beschluss der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen. In Wien zogen 1911 rund 20.000 Frauen über die Ringstraße bis zum Rathaus – mit klaren Forderungen: Mutterschutz, Sozialversicherung, Schutz am Arbeitsplatz, gleiche Rechte und das Frauenwahlrecht. Karner-Kremser hält fest: „Diese Haltung trägt Wien bis heute – weil gleiche Rechte niemals ein Selbstläufer sind.“ Hanke ergänzt: „Feminismus ist Alltagsarbeit – in Gesetzen, Budgets, Quoten, Angeboten und einer Stadt, die Frauen Rückenwind gibt.“
Auch dieses Jahr erinnert uns der Tag an all die Ungerechtigkeiten und Probleme, die auch heute noch zu bekämpfen sind: Rechte Mächte versuchen europaweit Frauen zurück in alte Rollenbilder zu drängen, wollen Abtreibungen abschaffen und Selbstbestimmung vermindern. Hanke und Karner-Kremser halten auch hier dagegen und betonen die außergewöhnliche Frauenarbeit, die die Stadt Wien leistet.
Zahlen, die weh tun
Jede dritte Frau in Österreich ab 15 Jahren hat bereits körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Laut Statistik Austria* waren 761.786 Frauen ab 15 Jahren Opfer körperlicher Gewalt (23,47 Prozent), beinahe gleich viele erlebten sexuelle Gewalt (23,75 Prozent). Insgesamt waren 1.119.934 Frauen zwischen 18 und 74 Jahren von mindestens einer dieser Gewaltformen betroffen – 34,5 Prozent. 282.480 Frauen ab 15 Jahren (8,7 Prozent) wurden bereits vergewaltigt. Stalking betraf jede fünfte Frau zwischen 18 und 74 Jahren, also fast 710.000 Betroffene. 736.613 Frauen erlebten sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – mehr als jede vierte Frau, die zumindest einmal erwerbstätig war
Hanke dazu: „Hinter jeder Zahl steht ein Leben, das eingeschränkt wird – durch männliche Angstmache, Druck, Kontrolle oder Gewalt. Deswegen kämpfen wir jeden Tag für alle Frauen unserer Stadt.“
Karner-Kremser unterstreicht: „Wer Gleichstellung ernst meint, schützt Frauen. Schutz entsteht durch Strukturen, verlässliche Hilfe und eine Stadt, die hinschaut.“
Auch Wien zeigt, wie groß der Bedarf ist: 2024 verzeichnete der 24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien (+43 1 71719) 9.824 Beratungskontakte. Zusätzlich fanden 2023 insgesamt 771 Frauen und 630 Kinder in fünf Wiener Frauenhäusern Schutz; 77.626 Aufenthaltstage, 228 Plätze für Frauen und Kinder sowie 54 Plätze in Übergangswohnungen stehen zur Verfügung (Verein Wiener Frauenhäuser).
Karner-Kremser betont: „Ein Notruf, ein Frauenhausplatz, eine Erstberatung – das sind oft Minuten, die über Sicherheit entscheiden. Wien lässt niemanden allein.“
Hanke ergänzt: „Vertraulich, anonym, mehrsprachig: Hilfe muss erreichbar sein, wenn die Gefahr in Form von Tätern allgegenwärtig ist.“
Wien handelt umfassend: Feministische Politik heißt auch Arbeit, Gesundheit, Wohnen, Stadtgestaltung
Wien setzt auf umfassende konkrete Unterstützung: arbeitsmarktpolitische Instrumente wie die Frauenarbeitsstiftung in Koooperation mit dem waff, kostenlose Kindergärtenplätze, die Ganztagesschule, oder Projekte wie die Rote Box.
Hanke stellt klar: „Frauenpolitik ist weit mehr als Gewaltschutz. Es geht um wirtschaftliche Unabhängigkeit, gute Jobs, faire Bezahlung, Gesundheitsversorgung, leistbares Wohnen - und um eine Stadt, die Frauen nicht einengt, sondern bei jedem benötigten Schritt unterstützt.“
Karner-Kremser ergänzt: „Wer weibliche Lebensqualität ernst nimmt, gestaltet Wien so, dass Mädchen und Frauen selbstbestimmt Wege gehen können - mit Kinderbetreuung, Bildungswegen, Schutz, Raum und echter Teilhabe.“
Auch in der aktuellen Budgetkonsolidierung bleibt die Linie eindeutig: keine Einsparungen beim Gewaltschutz, bei Frauengesundheit oder bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wiener Frauenhäuser, Gewaltschutzvereine und der 24-Stunden-Frauennotruf bleiben aufrecht. Gleichzeitig stärkt Wien Programme, die Teilhabe fördern und den Standort absichern: die Frauenarbeitsstiftung, MINT-Ausbildungsförderungen, Joboffensive 50+, Wiener Töchtertag, Frauenwoche sowie Initiativen für Mädchen wie „Mädchen feiern Technik“.
Karner-Kremser dazu: „Wien beweist, dass Gleichstellung kein Luxus ist. Soziale Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität gehen Hand in Hand.“
Hanke betont: „Bei Frauen zu sparen heißt, am Fundament zu rütteln. Eine gerechte Stadt lässt niemanden zurück, investiert in feministische Initiativen und unterstützt Frauen in allen Lebenslagen.“
Im Gesundheitsbereich setzt Wien zusätzliche Akzente: Das Frauengesundheitszentrum bietet vertrauliche, niederschwellige Beratung in mehreren Sprachen. FEM Med am Reumannplatz ist seit November 2023 eine kostenlose Anlaufstelle für Frauen und Mädchen - ohne Termin, unabhängig von Versicherungs- oder Aufenthaltsstatus.
Hanke sagt: „Eine gute Gesundheitsversorgung darf kein Privileg sein. FEM Med zeigt, wie solidarische Versorgung aussieht: offen, kompetent, ohne Hürden.“
Karner-Kremser ergänzt: „Frauengesundheit heißt ernst nehmen, was lange überhört wurde - und Angebote schaffen, die wirklich ankommen.“
Männer in die Pflicht: Feminismus braucht Verbündete, nicht Zuschauer
Gleichstellung gelingt nur, wenn auch Männer Verantwortung übernehmen - im Privaten, im Beruf, im öffentlichen Raum. Dazu gehört: Betroffenen glauben, zuhören, nicht relativieren. Führungskräfte müssen Lohngerechtigkeit vorantreiben. Sexistische Sprüche und gewaltvolle Sprache dürfen nicht durchgewunken werden. Bei Belästigung zählt Zivilcourage. Care-Arbeit gehört fair geteilt und Räume sollen so verteilt sein, dass Frauenstimmen nicht untergehen.
Karner-Kremser formuliert es so: „Feminismus ist nicht nur ein Frauenthema. Wer Gleichstellung will, muss im eigenen Alltag anfangen - im Haushalt, im Team, im Freundeskreis.“
Hanke ergänzt: „Solidarität zeigt sich im Moment der Entscheidung: Wegschauen oder eingreifen. Schweigen oder widersprechen. Mittragen oder blockieren. Frauen fördern, oder übergehen.“
Auch unbezahlte Sorgearbeit bleibt ein Schlüsselthema: Letzte Woche war der Equal Care Day. An diesem Tag wird sichtbar, wie viel unbezahlte Arbeit Frauen täglich leisten. In Österreich liegt der Gender Overall Care Gap bei 71 Prozent. Frauen leisten im Schnitt 3 Stunden 48 Minuten unbezahlte Care-Arbeit pro Tag, Männer 2 Stunden 14 Minuten. Selbst bei Betrachtung jener Personen, die Care-Arbeit leisten, bleibt eine Lücke von 43 Prozent. Echte Gerechtigkeit entsteht erst, wenn Arbeit auch zu Hause fair verteilt wird.
Waltraud Karner-Kremser und Marina Hanke halten gemeinsam fest: „Wien ist Stadt der Frauen – weil feministische Politik hier nicht dekoriert, sondern gestaltet. Wir schützen, wir stärken, wir investieren. Schritt für Schritt machen wir das gute Leben in Wien noch lebenswerter: solidarisch, gerecht und mit klarer Haltung für Gleichstellung.“
*Statistik ist hier zu finden: https://www.wien.gv.at/frauen/gewalt-an-frauen-zahlen
(schluss)ip
Rückfragen & Kontakt
SPÖ Rathausklub
Iris Poltsch, bakk. phil.
Telefon: +43 664 88540493
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.spoe.wien/rathausklub
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