- 04.03.2026, 13:52:33
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Auslandsfreiwilligendienste sichern: Dialog statt Kürzungsdebatten
Organisationen und Bündnisse fordern Ministerin Claudia Bauer zum Dialog anstatt Abschaffung bewährter Programme auf.
Die jüngsten Aussagen von Integrations- und Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP), wonach die Anrechenbarkeit von Auslandsfreiwilligendiensten als Zivilersatzdienst abgeschafft werden könnte, sorgen bei den unterzeichnenden Organisationen und Bündnissen AG Globale Verantwortung, Jugend Eine Welt – WeltWegWeiser, Freiwilliges Soziales Jahr, Diakonie und Brot für die Welt für scharfe Kritik. Eine solche Maßnahme wäre ein bildungs- und gesellschaftspolitischer Rückschritt – auf Kosten engagierter junger Menschen und langfristig auch auf Kosten Österreichs.
Was hier zur Disposition gestellt wird, ist kein Randthema, sondern ein seit Jahren bewährtes Modell, das Verantwortungsbewusstsein, internationale Kompetenz und gesellschaftliches Engagement nachhaltig stärkt.
Nachhaltige Wirkung für Österreich
Internationale Freiwilligeneinsätze sowie Sozial-, Umwelt-, Gedenk- und Friedensdienste überhaupt wirken weit über den Einsatz hinaus: Sie schaffen Beziehungen, fördern gegenseitiges Lernen und stärken Dialog – zentrale Bausteine für Friedenssicherung. Damit leisten sie einen langfristigen Beitrag für Österreich:
Frieden durch Begegnung und Dialog: Freiwillige lernen unterschiedliche Lebensrealitäten kennen, verstehen Konflikte und Ungleichheiten besser und tragen nach der Rückkehr zu einer dialogorientierten, friedensfördernden Haltung in Österreich bei.
Gegenseitiges Lernen auf Augenhöhe: Es geht nicht um einseitiges „Helfen“, sondern um Austausch von Wissen und Perspektiven – das stärkt Respekt, Empathie und internationale Zusammenarbeit.
Brücken in die Gesellschaft: Rückkehrer:innen bringen internationale Perspektiven in Bildung und Zivilgesellschaft ein, wirken Polarisierung entgegen und stärken Zusammenhalt, Demokratie und eine konstruktive Streitkultur in Österreich.
Auslandsfreiwilligendienste wie Freiwilligendienste im Inland sind damit kein „Nice-to-have“, sondern ein wirksames Instrument der Friedens- und Bildungsarbeit: Sie fördern Verständigung, unterstützen internationale Beziehungen und stärken Österreichs Beitrag zu einer solidarischen globalen Gemeinschaft.
Zukunftschancen statt Gegeneinander-Ausspielen
Die unterzeichnenden Organisationen und Bündnisse weisen gemeinsam auf die Bedeutung von Freiwilligendiensten in Österreich sowie über Grenzen hinweg hin – egal ob im Freiwilligen Sozialen Jahr, als Gedenkdienst oder im Auslandsfreiwilligendienst als Zivilersatzdienst. Unterschiedliche Formate eröffnen zahlreiche Lern- und Erfahrungsräume, insbesondere aber stärken sie das Bewusstsein mitverantwortlich zu sein für ein friedvolles und wertschätzendes Miteinander in unserer EINEN Welt, in der niemand auf Kosten Anderer Leben soll.
Anstatt diese Vielfalt als Stärke anzuerkennen, droht nun eine politisch motivierte Einschränkung, die gewachsene und qualitätsgesicherte Strukturen schwächt. Diese Strukturen wurden über viele Jahre aufgebaut und ermöglichen professionelle Begleitung, Sicherheit und nachhaltige Wirkung – für Teilnehmende ebenso wie für Partnerorganisationen im In- und Ausland.
„Es geht um gegenseitigen Austausch. Das ist es, was globale Gemeinschaft bedeutet. Denn wenn man immer in den eigenen Grenzen bleibt, im Kopf oder geografisch, dann bleibt vieles andere für immer fremd.“ - Lorenz Pojer, ehemaliger Freiwilliger im Senegal
Dialog statt Kürzungen
Als Organisationen und Bündnisse mit langjähriger Erfahrung und Expertise in der Durchführung und Begleitung von Freiwilligendiensten in Österreich und international laden wir Frau Ministerin Claudia Bauer ausdrücklich dazu ein, mit uns in einen konstruktiven Dialog zu treten. Unser gemeinsames Ziel im Sinne eines zukunftsorientierten Österreich muss es sein, langfristig aufgebaute Programme weiterzuentwickeln, Qualität zu sichern und jungen Menschen vielfältige, hochwertige persönliche Engagement-Möglichkeiten als Beitrag für ein resilienteres Österreich zu eröffnen – anstatt bewährte Strukturen zu schwächen oder gegeneinander auszuspielen.
Wir stehen bereit, unsere Expertise einzubringen und gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten. Wir freuen uns auf einen konstruktiven Austausch!
AG Globale Verantwortung: Die Globale Verantwortung, Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe, vertritt als Dachverband national und international die Interessen von 39 österreichischen Nichtregierungsorganisationen, die in den Bereichen internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe, entwicklungspolitische Inlandsarbeit und nachhaltige Entwicklung tätig sind.
WeltWegWeiser: Ist ein Netzwerk aus 17 Organisationen, die sich für qualitätsvolle und nachhaltige internationale Freiwilligeneinsätze stark machen. WeltWegWeiser ist getragen von Jugend Eine Welt Österreich – Don Bosco Entwicklungszusammenarbeit und wird im Rahmen von International Partnerships Austria von der Austrian Development Agency gefördert.
Freiwilliges Soziales Jahr: Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste organisiert seit 1968 das freiwillige soziale Jahr in Österreich.
Diakonie und Brot für die Welt: Die Diakonie unterstützt Menschen in schwierigen Lebenssituationen – bei Krankheit und in sozialer Not, auf der Flucht und nach Katastrophen; sie fördert die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, begleitet in Pflege und Alter, investiert in die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen.
Brot für die Welt ist die entwicklungspolitische Aktion der evangelischen Kirche in Österreich. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen unterstützen wir Menschen weltweit dabei, aus eigener Kraft dem Hunger und der Armut langfristig zu entkommen.
Rückfragen & Kontakt:
Jugend Eine Welt – Don Bosco Entwicklungszusammenarbeit - für WeltWegWeiser
Thomas Zach
Tel. +43 (0) 664 886 32 574
[email protected]
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Jugend Eine Welt | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Thomas Zach, MA
Telefon: +4366488632574
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