- 10.02.2026, 08:04:32
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Mehr Einsätze, mehr Gerettete – Bergrettung zieht Einsatzbilanz und mahnt zu mehr alpinem Gefahrenbewusstsein

Die Zahl der Einsätze des Österreichischen Bergrettungsdienstes ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Mit insgesamt 10.912 Einsätzen verzeichnet die Bergrettung österreichweit einen weiteren Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2024: 10.097; 2023: 9.658) und setzt damit den seit Jahren anhaltenden Aufwärtstrend fort.
Mehr als 10.900 Mal mussten die Einsatzkräfte der Bergrettung im vergangenen Jahr 2025 ausrücken, um Menschen in alpinen Notlagen zu helfen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von weiteren 815 Einsätzen. Insgesamt wurden 11.104 Personen geborgen – deutlich mehr als im Jahr davor (2024: 10.406). Von den geretteten Personen waren 8.518 verletzt, 2.233 unverletzt, 234 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden, bei 119 Personen lagen keine näheren Angaben zum Gesundheitszustand vor.
„Die steigenden Einsatzzahlen zeigen eindrucksvoll, wie stark das alpine Gelände genutzt wird – sie zeigen aber auch, dass viele Notfälle vermeidbar wären“, betont Stefan Hochstaffl, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes. „Neben klassischen Rettungen und Suchaktionen sehen wir zunehmend komplexe Einsätze in unwegsamem Gelände. Eine zentrale Ursache bleibt jedoch das mangelnde Erkennen alpiner Gefahren.“
Alpines Gefahrenwissen ist Voraussetzung für Sicherheit
Sicherheit in den Bergen erfordert weit mehr als gute Ausrüstung und körperliche Fitness. Entscheidend ist das Wissen über alpine Gefahren. „Wer Risiken nicht erkennt, kann sie weder vermeiden noch angemessen darauf reagieren“, so Hochstaffl. Die Bereitschaft zu einer konsequenten Tourenplanung entsteht dort, wo Gefahren realistisch eingeschätzt werden können – und genau dafür ist grundlegendes alpines Gefahrenwissen unerlässlich. „Kritische Situationen entstehen selten durch einen einzelnen Fehler, sondern durch eine Kette von Fehleinschätzungen.“ Besonders häufig liege der Ursprung darin, dass Gefahren im Vorfeld gar nicht oder falsch wahrgenommen werden.
Gefahren erkennen: Wissen als Schlüssel zur Unfallvermeidung
Für eine sichere Tour ist es entscheidend, typische Risikofaktoren zu kennen und Anzeichen frühzeitig richtig zu interpretieren. Dazu zählen insbesondere:
Wetter und Wetterumschwünge: Gewitter, Nebel, Wind und abrupte Temperaturstürze beeinträchtigen Orientierung, Sicht und körperliche Belastbarkeit. Fehlendes Wissen über meteorologische Warnsignale führt häufig zu riskanten Entscheidungen.
Orientierung und Gelände: Unübersichtliches Gelände, abzweigende Steige, steile Flanken, Rinnen oder Schrofen erfordern Erfahrung im Umgang mit Karten, Apps und Geländeinterpretation. Orientierungslosigkeit ist ein häufiger Beginn alpiner Notlagen.
Rutsch-, Sturz- und Absturzgefahr: Nasse Wurzeln, Geröll, Altschneefelder, vereiste Passagen und ausgesetzte Stellen zählen zu den häufigsten Unfallursachen.
Steinschlag und brüchiger Untergrund: Lose Steine, Temperaturwechsel und Trittbelastung erhöhen das Risiko insbesondere in steilen Rinnen und Flanken erheblich.
Schnee- und Lawinengefahr: Winterliche Verhältnisse mit Triebschnee, Altschneeproblemen, Wechten oder harten Schneefeldern erfordern spezielles Wissen und konsequente Planung.
Physiologische Risiken: Erschöpfung, Dehydrierung, Unterkühlung oder Hitzebelastung treten häufig auf, wenn Belastung, Zeitbedarf und Reserven falsch eingeschätzt werden.
„Wer Gefahren erkennt, plant anders und entscheidet früher, ruhiger und sicherer – und verhindert Unfälle. Ein Gipfel oder ein Ziel ist niemals wichtiger als die sichere Rückkehr. Entscheidend ist die Fähigkeit, Risiken frühzeitig zu erkennen und daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen – bis hin zum rechtzeitigen Umkehren“ unterstreicht Hochstaffl.
Anforderungen an die Bergrettung steigen
Die aktuellen Einsatzzahlen zeigen, dass die Anforderungen an die Bergrettung weiter wachsen – sowohl hinsichtlich der schieren Einsatzhäufigkeit als auch hinsichtlich der Vielschichtigkeit der Einsätze. Ehrenamtliche Einsatzkräfte sehen sich zunehmend komplexen Situationen gegenüber: aufwendige Suchaktionen im hochalpinen Gelände, technisch anspruchsvolle Rettungen und Bergungen, aber auch Unterstützungsleistungen bei Extremwetterlagen und Naturereignissen gehören heute zum Alltag. Die steigende Einsatzbelastung bedeutet für die vielen ehrenamtlich tätigen Bergretter eine erhebliche zusätzliche Beanspruchung: In stark frequentierten Gebieten sind sie heute teilweise mehrmals täglich im Einsatz, oftmals neben Beruf, Familie und anderen Verpflichtungen.
Bergrettung: 13.129 freiwillige Mitglieder in Österreich
Die Bergrettung ist überall dort im Einsatz, wo Menschen im alpinen Gelände in Notlagen geraten. Darüber hinaus leistet die Bergrettung Unterstützungsarbeit bei Katastrophenereignissen für andere Einsatzorganisationen wie z.B. bei Waldbränden, in unwegsamen Gelände. In Österreich sind dafür aktuell 13.129 Ehrenamtliche sowie 228 Bergrettungshunde in 288 Ortsstellen im Einsatz.
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