• 22.01.2026, 10:54:33
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Zum Holocaust-Gedenktag: „dokFilm“-Premiere „Weltkarriere einer Lüge – Die Protokolle der Weisen von Zion“ am 25. Jänner

Als Ursprung von Verschwörungserzählungen des modernen Antisemitismus – um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkt zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner (Details unter presse.ORF.at) widmet sich die „dokFilm“-Premiere „Weltkarriere einer Lüge – Die Protokolle der Weisen von Zion“ am Sonntag, dem 25. Jänner 2026, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichten gleichnamigen antisemitischen Pamphlet. Der Film von Felix Moeller beleuchtet seine Wirkungsgeschichte sowie den Einfluss auf Diktatoren und Autokraten von Hitler bis Putin, auf rechtsextremistische und islamistische Netzwerke sowie auf populärkulturelle Trends. Der Regisseur geht der Frage nach, wie sich diese obskure Schrift bis heute über die ganze Welt verbreiten kann und zeigt, wie sie, aus dem zaristischen Russland herrührend, zum wesentlichen Bestandteil des modernen Antisemitismus wurde.

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Sie gelten als Ursprung moderner Verschwörungserzählungen: die sogenannten Protokolle der Weisen von Zion. Adolf Hitler zitierte sie in „Mein Kampf“, zeitgenössischen russischen Propagandisten dienen sie ebenso als Steilvorlage für die Verschwörungserzählungen einer jüdischen Weltherrschaft wie der Terrororganisation Hamas, in deren Gründungsdokument sie vorkommen, oder rechtspopulistischen Parteien, Rechtsextremisten sowie „White Supremacy“-Communitys, die sie nutzen, um das Feindbild geheimer jüdischer Mächte und korrupter Eliten mit ihren internationalen Konferenzen zu konstruieren. Es ist dies eine krude Lügengeschichte in Form der erfundenen Selbstbezichtigung einer freimaurerisch-jüdischen Geheimversammlung, in der deren Elite detailliert erläutert, wie sie nach der Weltherrschaft greifen will. Obwohl bereits vor mehr als 100 Jahren als Fälschung entlarvt, befeuern die darin verbreiteten Narrative noch heute Hass, Hetze und Gewalt. In den sozialen Medien erzielen sie enorme Reichweiten mit ihrem Raunen über geheime Mächte, über Strippenzieher, die eiskalt nach globaler Herrschaft gieren, über Marionetten und unwissende Lämmer.

Antisemitische Zerrbilder rund um die Hauptmotive der Protokolle sind auf sublime Weise Teil des kulturellen Mainstreams geworden. Auch Russlands Propagandastrategie rund um den Ukraine-Krieg setzt den Verschwörungsmythos ein: „Globalistische“ westliche Eliten stünden hinter dem jüdischen Präsidenten Selenskyj. Die Zion-Protokolle beeinflussten Adolf Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“ und werden von Expertinnen und Experten mitverantwortlich gemacht für das mörderische ideologische Programm der Nazis. Manche Historiker:innen gehen sogar so weit zu sagen: Ohne die Protokolle als „Vollmacht für den Völkermord“ hätte es den Holocaust so nicht gegeben. Die darin veröffentlichten Verschwörungsmythen treiben bis heute Attentäter an, wie jene der Anschläge auf die Synagogen von Pittsburgh (2018) und Halle (2019). Nach einem kurzen historischen Rückblick auf die ungeklärten Umstände der Entstehung richtet sich der Fokus auf die ungebrochene Anziehungskraft der Protokolle bis heute. Als vermeintlich „jüdischer Masterplan“ scheinen sie wie geschaffen für ein Zeitalter, in dem Verschwörungsnarrative Teil der Alltags- und Popkultur sind.

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