• 05.01.2026, 09:30:32
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Weiterbestehen der Antidiskriminierungsstelle in der Steiermark durch Projekt mit Sozialministerium gesichert

490.000 Euro für Präventionsarbeit gegen Extremismus, Diskriminierung und Hass in Österreich

Wien (OTS) - 

Aufgrund der massiven Kürzung der Landesförderung der steirischen Landesregierung war im vergangenen Jahr die Zukunft der Antidiskriminierungsstelle in der Steiermark ungewiss. Durch das Einspringen der Stadt Graz mit 85.000 Euro und der SPÖ Graz mit rund 80.000 Euro wurde der Bestand übergangsweise gesichert.

Nun wird die Antidiskriminierungsstelle (Fördernehmer:in: „Helping Hands Graz - Verein für integrative und antirassistische Projekte“) durch eine Förderung aus dem Sozialministerium weiterhin und nachhaltig vor einer Schließung bewahrt: mit 490.000 Euro ist das Projekt „Fight Hate“ bis Ende Oktober 2027 gesichert. Dabei handelt es sich um eine „community-orientierte Präventionsarbeit gegen Extremismus, Diskriminierung und Hass in Österreich“. Anlass waren insbesondere die Hate crime Razzien, die ihren Ausgangspunkt in der Steiermark nahmen und die Dimension des Hasses und der Gewalt gegen die LGBTIQ+-Community sichtbar machten.

Das Projekt erfolgt daher in Kooperation mit RosaLila PantherInnen und weiteren Partnerorganisationen bundesweit und umfasst insbesondere die Beratung und das Empowerment von Communities, die von Hass betroffen sind. Durchgeführt werden unter anderem Workshops zu Themen wie der Erkennung von Extremismus, Radikalisierungstendenzen und manipulativen Narrativen, dem Umgang mit Hate speech und Hate crimes, digitale Medienkompetenz und Zivilcourage sowie Stärkung der demokratischen Teilhabe und Selbstschutz und kollektive Resilienz. Ziel ist die effektive Unterstützung von Betroffenen sowie die Steigerung der Bereitschaft, Vorfälle von Hass und Extremismus zu melden. Dies ist etwa über die von der Antidiskriminierungsstelle entwickelte BanHate-App möglich, einem Meldesystem für die Echtzeit-Identifizierung von Hate crimes und Hasspostings.

„Hass, Diskriminierung und Extremismus gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergraben die demokratischen Grundlagen unseres Zusammenlebens. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung braucht es eine starke und verlässliche Antidiskriminierungsarbeit. Mit der Förderung des Projekts „Fight Hate“ sichert das Sozialministerium die Weiterführung der Antidiskriminierungsstelle in der Steiermark und investiert gezielt in Prävention, Aufklärung und den Schutz der Menschenwürde", betont Sozialministerin Korinna Schumann.

Staatssekretär Jörg Leichtfried ergänzt: „Hass und Hetze, insbesondere aus extremistischen Strömungen, schädigen das soziale Gefüge, untergraben das Vertrauen in Sicherheits- und Rechtsinstitutionen, schwächen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und erzeugen Angst in den betroffenen Communities. Ihnen entgegenzutreten ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung – die weiterführende Finanzierung der Antidiskriminierungsstelle in der Steiermark ist daher ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Extremismus und Hass.“

Mit den bisher gefundenen Lösungen seitens der Stadt Graz, der SPÖ Graz und dem Sozialministerium ist der Mindestbetrieb bis Ende 2027 gesichert. So konnten Kündigungen abgewendet und die Antidiskriminierungsstelle zumindest überbrückend weitergeführt werden. Allerdings liegt die Verantwortung der dauerhaften finanziellen Absicherung der Antidiskriminierungsstelle als wichtiges Angebot für die Steiermark nach wie vor bei der Landesregierung.

Über das Projekt „Fight Hate“ (Auszug aus dem Projektantrag)

Das Projekt „Fight Hate: Community-orientierte Präventionsarbeit gegen Extremismus, Diskriminierung und Hass in Österreich“ ist ein partizipatives Präventions- und Empowerment-Projekt, das gesellschaftlich benachteiligte Gruppen in Österreich – darunter Menschen mit Migrationsgeschichte, Angehörige muslimischer und jüdischer Gemeinschaften, LGBTIQ+-Personen, Menschen mit Behinderungen, Senior:innen sowie von Obdachlosigkeit Betroffene – im Umgang mit ideologischer Einflussnahme, Diskriminierung und Hass (insbesondere online) stärkt. Durch Peer Support, lokale Trainings und Engagement vor Ort wird Vertrauen aufgebaut, ein offener Informationsaustausch gefördert und Handlungsfähigkeit gestärkt.

Im Zentrum der Maßnahmen stehen Präventionsstrategien (Sensibilisierungs-Workshops in den Communities, um über die Gefahren von Extremismus und Hate Speech aufzuklären), Community-Empowerment, Beratung und Prävention, um insbesondere marginalisierte Gruppen zu stärken und Hass, Diskriminierung sowie extremistischen Tendenzen wirksam entgegenzuwirken. Durch praxisorientierte Workshops werden Kompetenzen aufgebaut, Räume für Austausch geschaffen und die kollektive Resilienz gestärkt.

Mit der BanHate-App wird ein innovatives Meldesystem bereitgestellt, das Hate crimes und Hasspostings in Echtzeit erfasst und eine umfassende Datenbasis für Muster- und Trendanalysen in Zukunft liefert.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und

Konsumentenschutz (BMASGPK)

E-Mail: pressesprecher@sozialministerium.gv.at

Website: https://sozialministerium.gv.at

Staatssekretariat im Bundesministerium für Inneres

Sarah Bimingstorfer, MA

Telefon: +43 664 887 36714

E-Mail: sarah.bimingstorfer@bmi.gv.at

Website: https://www.bmi.gv.at

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