• 05.01.2026, 08:17:32
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Maßnahmen im Kampf gegen Cyberkriminalität zeigen Wirkung

Innenministerium und Bundeskriminalamt ziehen Bilanz: Internetbetrug auch 2025 auf sehr hohem Niveau, Polizei setzt weiterhin Fokus auf Bekämpfung von Cyber-Kriminalität.

Wien (OTS) - 

Internet und Anrufe werden von Kriminellen weiterhin intensiv für Betrugsdelikte genutzt. Betrügerische Anrufe, Phishing-SMS und -E-Mails sowie immer wieder neue perfide Maschen verursachen Jahr für Jahr tausende Opfer und Schäden in Millionenhöhe in Österreich.

Die Bandbreite der Betrugsformen reicht vom sogenannten „Falschen Polizisten“ über den „Tochter-Sohn-Trick“ bis hin zum Anlagenbetrug. Um diese Delikte wirksam zu bekämpfen und Tätergruppen aus dem Verkehr zu ziehen, wurden in den vergangenen Jahren gezielte Schwerpunktmaßnahmen gesetzt: Neben der Einrichtung spezialisierter Ermittlungsgruppen wurden polizeiliche Präventionsmaßnahmen verstärkt. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Privatwirtschaft weiter ausgebaut.

"Im Kampf gegen Kriminalität im Internet arbeitet die Cyber-Cobra immer effektiver. Eine intensivere Ausbildung und eine flächendeckende Struktur sind wesentliche Voraussetzungen für mehr Sicherheit im Netz. Mit der Kriminaldienstreform sind Cyber-Spezialistinnen und -Spezialisten nicht nur in den Zentralen, sondern auch in den Regionen als Ermittler unterwegs“, sagt Innenminister Gerhard Karner.

Der Leiter des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer, ergänzt: "Cybersicherheit ist Teamarbeit. Das Bundeskriminalamt investiert in digitale Kompetenz und setzt auf leistungsfähige Partnerschaften. So werden Ermittlungen effizienter und Warnungen österreichweit präziser platziert."

Einsatzgruppe zur Bekämpfung „falscher Polizisten“ erfolgreich

Die Betrugsform zielt insbesondere auf das Vertrauen älterer Menschen in staatliche Institutionen ab. Die Täter geben sich als Polizistinnen und Polizisten, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte oder Bankangestellte aus und setzen ihre Opfer gezielt unter Druck. Unter dem Vorwand angeblicher Einbruchsserien, korrupter Bankmitarbeiter oder durch den sogenannten „Kautionstrick“ werden hohe Geldbeträge und Wertsachen herausgelockt.

Der Modus Operandi „Falscher Polizist“ trat erstmals 2021 in Erscheinung. Zur effektiven Bekämpfung dieser Tätergruppen wurde im September 2022 die Einsatzgruppe „Falsche Polizisten“ (EG FaPo) eingerichtet. Die dezentral organisierte Einheit ist in allen Landeskriminalämtern vertreten und wird vom Bundeskriminalamt koordiniert.

Die Bilanz zeigt einen deutlichen Erfolg: Während die Schadenssumme 2023 noch rund 20 Millionen Euro betrug, liegt sie 2025 bei etwa neun Millionen Euro. Auch die Zahl der Anzeigen konnte signifikant reduziert werden – von 1.605 Fällen im Jahr 2023 auf rund 740 Anzeigen im Jahr 2025, was einem Rückgang von über 60 Prozent entspricht.

Deutlicher Rückgang beim „Tochter-Sohn-Trick“

Bei dieser Masche geben sich Kriminelle unter neuen Telefonnummern als Kinder oder nahe Angehörige der Opfer aus und täuschen Notlagen vor. In der Folge werden dringend benötigte Geldbeträge, meist im vierstelligen Euro-Bereich, eingefordert.

Erfreulich ist die Entwicklung beim „Tochter-Sohn-Trick“. Wurden 2023 noch rund 5.000 Fälle mit einer Schadenssumme von 9,3 Millionen Euro angezeigt, sank die Zahl 2024 auf etwa 1.700 Fälle. 2025 wurden rund 1.100 Fälle registriert – ein weiterer Rückgang um rund 35 Prozent. Der entstandene Schaden beläuft sich bislang auf 3,2 Millionen Euro und liegt damit um 65 Prozent unter dem Niveau von 2023.

Konsequentes Vorgehen und breite Zusammenarbeit entscheidend

Im Kampf gegen Internetbetrug bleiben Prävention und Strafverfolgung die zentralen Säulen. Im Bundeskriminalamt wurden spezialisierte Ermittlungsgruppen eingerichtet, die sowohl nationale als auch internationale Ermittlungen koordinieren und unterstützen.

Die Erfolge zeigen, dass gezielte Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen – etwa beim Tochter-Sohn-Trick – Wirkung entfalten. Gleichzeitig passen Betrüger ihre Vorgehensweisen rasch an neue Rahmenbedingungen an. Daher bleibt die kontinuierliche Präventionsarbeit ein zentraler Schwerpunkt der Polizei.

Weil Online-Betrug über eine Vielzahl digitaler Kanäle abgewickelt wird und große Teile der zugrunde liegenden Infrastruktur in privater Verantwortung liegen, hat die enge Kooperation mit Unternehmen einen hohen Stellenwert, damit Präventionsbotschaften schnell und gezielt bei den Menschen ankommen.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Inneres
Harald Sörös, BA MA
Telefon: +43 1 53126 901133
E-Mail: harald.soeroes@bmi.gv.at
Website: https://www.bmi.gv.at

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