- 02.01.2026, 11:17:02
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Gewerkschaft vida zu Arbeitsmarktdaten: Mehr Investitionen in Qualifizierung und Beschäftigung notwendig
vida-Hebenstreit: Mangelberufsliste ist überholt, da Arbeitslosigkeit in Bereichen Gesundheit und Soziales, Tourismus sowie im Verkehrssektor steigt
„Es müssen mehr Anstrengungen bezüglich Investitionen in Qualifizierung und für die Beschäftigung von Arbeitsuchenden unternommen werden“, appelliert Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, angesichts der erneut gestiegenen Arbeitslosigkeit auf fast 435.000 Personen an die Bundesregierung. „In erster Linie müssen die Menschen, die sich schon in Österreich befinden durch aktive Arbeitsmarktpolitik eine Chance am Jobmarkt bekommen“, fordert Hebenstreit einen Stopp des Arbeitskräfteimports aus Drittstaaten in Billigentlohnersektoren mittels Rot-Weiß-Rot-Karte und der überüppigen Ausweitung der Mangelberufslisten. Dass laut WIFO-Prognose die Arbeitslosigkeit 2026 um 4.000 Personen schrumpfen soll, sei „nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der dringend mit aktiver Arbeitsmarktpolitik in einen Strom umgewandelt werden muss“, betont der vida-Gewerkschafter.
Auf der Mangelberufsliste befinden sich zahlreiche Berufe aus den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie im Verkehrssektor und im Tourismus. „Ein Blick auf die aktuellen AMS-Daten zeigt, dass gerade in diesen Sektoren die Arbeitslosigkeit aber weiter gestiegen ist. Anders ausgedrückt, die Mangelberufsliste ist jetzt schon überholt“, so Hebenstreit weiter. Auf „Profil-Online“ werde heute zudem das AMS zitiert, dass die Vermittlung von Arbeitsuchenden etwa im Tourismus durch das erhöhte Saisonier-Kontingent deutlich erschwert werde, da die Betriebe mehr Alternativen hätten, sieht sich der vida-Vorsitzende in seiner Kritik bestätigt.
Auch mit Lohnerhöhungen teils unter der Inflationsrate, die nichts anderes als Lohndrückerei anstelle einer Kaufkraftstärkung und aktiver Arbeitsmarktpolitik seien, werde man den Arbeitskräftemangel insbesondere in Niedrigentlohnerbranchen nicht in den Griff bekommen. Angesichts dieses „Preisverfalls der Arbeit“ könne man nicht von Arbeitskräftemangel, sondern müsse vielmehr von einem fehlenden Willen, faire Löhne zahlen zu wollen, sprechen, sagt Hebenstreit. In den letzten 20 Jahren seien die Löhne in Österreich im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern nur moderat gestiegen, wobei die Einkommen stärker bei Spitzenverdienern wuchsen als in unteren Einkommensschichten.
Die vida fordert daher eine 180-Grad-Wende in der Arbeitsmarktpolitik. Branchen, die sich weigern, die Löhne ihrer Beschäftigten über der Inflation anzuheben, müssten von der Mangelberufsliste gestrichen werden. „Wir können nicht zulassen, dass Millionen an Steuergeldern für die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte verschleudert werden, während in Österreich selbst das Lohnniveau in den Keller fällt und die Arbeitslosigkeit unvermindert weiter steigt“, betont Hebenstreit. Die Mangelberufsliste, die eigentlich Knappheit abbilden sollte, verkomme so zur Subventionsliste für Lohndumping, ergänzt der vida-Vorsitzende.
Die vida fordert daher eine zukunftsorientierte Arbeitsmarktpolitik unter Berücksichtigung folgender Punkte:
Mangelberufsliste neu denken: Streichung jener Berufsgruppen von der Mangelberufsliste, in deren Branchen Kollektivverträge unter der Inflation abgeschlossen werden.
Kaufkraft sichern: Löhne müssen künftig in jedem Fall über der Inflation liegen, um Branchen für heimische und europäische Arbeitskräfte wieder zu attraktivieren und um das Sozial- und Pensionssystem weiter abzusichern.
Fokus auf Ausbildung: Auf Investitionen in die Qualifizierung der heimischen Arbeitskräfte, statt auf Lohndumping durch Arbeitsmigration setzen!
Rückfragen & Kontakt
Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Telefon: 06646145733
E-Mail: hansjoerg.miethling@vida.at
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