• 01.01.2026, 15:02:32
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Hanke zu Unfallbilanz 2025: „Wir brauchen Sicherheit für alle, die unterwegs sind"

Verdoppelung der Rad-Todesfälle zeigt Bedarf nach sicherer Infrastruktur – StVO-Novelle bringt klare Regeln statt Kulturkampf – „Vision Zero" für Kinder mit Meilensteinen bis 2029

Wien (OTS) - 

Bundesminister Peter Hanke reagiert auf die aktuelle Bilanz der Verkehrstoten 2025. Mit einer umfassenden Sammelnovelle, technologischen Innovationen und einer klaren „Vision Zero“ für Kinder setzt das BMIMI auf gezielte Maßnahmen, um die Mobilität der Zukunft sicher und verlässlich zu gestalten. „Hinter jeder dieser 397 Zahlen steht ein Mensch, eine Familie, ein Schicksal. Und hinter der Verdoppelung der getöteten Radfahrer – von 32 auf 65 – steht ein klarer Auftrag: Wir brauchen nicht mehr Kulturkampf auf unseren Straßen, sondern mehr Sicherheit für alle, die unterwegs sind", so der Minister.

Investition statt Ideologie: Sichere Infrastruktur für alle Verkehrsträger

Für Hanke ist die Botschaft eindeutig: „Österreich braucht keine Debatte darüber, wer moralisch ‚richtiger' unterwegs ist – ob mit Auto, Rad oder zu Fuß. Wir brauchen Infrastruktur, die allen Platz und Sicherheit gibt." Die drastische Zunahme bei Rad- und E-Bike-Unfällen (höchste Zahl seit 2002) zeigt laut Minister: „Wir haben in den letzten Jahren zwar mehr Menschen aufs Rad gebracht – aber nicht überall die Infrastruktur mitgebaut, die sie schützt."

Das BMIMI setzt daher auf drei Ebenen an:

1. Konkrete Infrastruktur-Offensive für aktive Mobilität

Ausbau geschützter Radwege entlang Bundesstraßen (180 Mio. Euro im ASFINAG-Rahmenplan)

Sichere Querungsstellen an Unfallschwerpunkten (Datenanalyse durch AIT)

200 neue multimodale Mobilitätsknoten bis 2029 mit sicheren Rad-Abstellanlagen

2. Klare Regeln für neue Mobilitätsformen

Die vom BMIMI vorbereitete Sammelnovelle zur StVO wird die Mobilität auf zwei Rädern sicherer machen:

E-Mopeds: Einstufung als Kraftfahrzeuge mit Zulassungs-, Führerschein- und Versicherungspflicht sowie Helmpflicht

E-Scooter: Klare Definition als Fahrzeuge, Helmpflicht bis 16 Jahre, Ausstattung mit Blinkern/Klingeln, 0,5º/₀₀-Grenze

E-Bikes: Helmpflicht bis 14 Jahre – als Teil der "Vision Zero" für Kinder

„Wir schaffen Klarheit für alle, die unterwegs sind – ob zu Fuß, mit Rad, Scooter oder Auto", so Hanke. „Und wir schützen vor allem die Schwächsten: unsere Kinder."

3. Vision Zero für Kinder – mit messbaren Meilensteinen

Acht Kinder starben 2025 im Straßenverkehr. „Jedes einzelne ist eines zu viel", betont Hanke. „Deshalb setzen wir uns das Ziel: Bis 2030 kein Kind mehr, das im Straßenverkehr stirbt." Konkrete Schritte dafür:

  • 2026: Start der bundesweiten Helm-Kampagne für Kinder

  • 2027: Verkehrssicherheits-Bildung in jedem Kindergarten und jeder Volksschule Österreichs (Pilotprojekt mit 200 Schulen startet 2026)

  • 2028: Alle Schulwege an Bundesstraßen mit sicheren Querungen ausgestattet

  • 2029: Evaluierung und Anpassung basierend auf Unfallzahlen

Technologie für Sicherheit: Intelligente Systeme statt starrer Verbote

Das BMIMI fördert über den Verkehrssicherheitsfonds (VSF) gezielt Forschungsprojekte, etwa zur Sicherheit von Kindern in Lastenrädern oder zu intelligenten Warnsystemen für Abbiegeunfälle.

Ein weiterer Baustein: automatisiertes, kamerabasiertes Zufahrtsmanagement für Kommunen. „Wir geben Gemeinden die Werkzeuge, um Wohngebiete zu beruhigen – effizient, ohne ständige Kontrollen und für alle transparent nachvollziehbar", erklärt Hanke.

Das AIT arbeitet zudem an:

  • Echtzeit-Gefahrenerkennung an Kreuzungen

  • Predictive Analytics für Unfallschwerpunkte

  • Intelligente Ampelschaltungen, die Radfahrer und Fußgänger priorisieren

Hauptunfallursache Unachtsamkeit: Bewusstsein statt Bestrafung

Mit 30,5% bleibt Unachtsamkeit/Ablenkung die Hauptursache tödlicher Unfälle. „Wir können nicht jeden Fehler mit Verboten lösen", so Hanke. „Aber wir können Infrastruktur bauen, die Fehler verzeiht – breitere Gehwege, geschützte Radwege, intelligente Assistenzsysteme."

Parallel dazu startet 2026 eine groß angelegte Bewusstseinskampagne zum Thema Helm – „nicht als Zeigefinger, sondern als Schutz, den jeder selbst in der Hand hat."

Investition in Sicherheit ist Investition in Freiheit

„Sichere Mobilität ist die Grundlage für ein freies Leben", betont Hanke abschließend. „Wer Angst haben muss, wenn sein Kind mit dem Rad zur Schule fährt, ist nicht frei. Wer als Autofahrer ständig Konflikte mit Radfahrern hat, ist nicht frei. Wir schaffen mit moderner Infrastruktur und klaren Regeln die Grundlage dafür, dass sich alle sicher bewegen können – und zwar gemeinsam, nicht gegeneinander."

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
Robert Uitz-Dallinger
Telefon: +43 664 857 69 59
E-Mail: robert.uitz-dallinger@bmimi.gv.at
Website: https://www.bmimi.gv.at/

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