• 28.11.2025, 08:41:32
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Volkshochschulen fordern die Stärkung der gemeinnützigen Erwachsenenbildung

Vorstand des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen (VÖV) betont die Bedeutung von Erwachsenenbildung für den gemeinsamen sozialen, digitalen und ökologischen Wandel

Wien (OTS) - 

„Bildung soll vor allem sozialen Zusammenhalt und gesellschaftliche Teilhabe stärken und darf kein Feld für Profite sein. Österreich verfügt über ein Erwachsenenbildungsförderungsgesetz mit klar definierten Förderkriterien, welche insbesondere den Aspekt der Gemeinnützigkeit betreffen. Diese rechtliche Grundlage muss konsequent auf alle Bereiche der Erwachsenenbildung angewendet werden“, erklärt John Evers, VÖV-Generalsekretär und derzeitiger Vorsitzender der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreich. Es sei gleichzeitig erfreulich, dass mehrere AK-Vollversammlungen sowie der Bundesausschuss der GPA gerade eine Resolution in genau diese Richtung beschlossen hat.

Österreich verfügt über ein dichtes Netz gemeinnütziger Erwachsenenbildungseinrichtungen mit insgesamt 10.000 Kursorten, 50.000 Unterrichtenden und 2,5 Millionen Teilnahmen pro Jahr. Dadurch erreichte Österreich in der Vergangenheit Spitzenwerte im Bereich der Weiterbildungsteilnahmen. In den letzten Jahren hat die Weiterbildung jedoch an Boden verloren: Aktuell wird das nationale Ziel von 60 Prozent Weiterbildungsbeteiligung nicht erreicht. Gleichzeitig hat sich die Position Österreichs, insbesondere im Bereich der Grundkompetenzen, dramatisch verschlechtert: Bis zu 1,7 Millionen Erwachsene haben Probleme beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Der Hintergrund dafür liegt auch in der chronischen Unterdotierung der gemeinnützigen Bildungsanbieter, die vor allem auf regionale Förderungen angewiesen sind.

„Die gesamtstaatlichen Ausgaben für Bildung sind in den letzten 15 Jahren zwar um mehr als 75 Prozent angestiegen, aber für die meisten Bereiche der gemeinnützigen Erwachsenenbildung gilt das nicht. Im Gegenteil: Während der Bund 2026 – konkret das für Erwachsenenbildung zuständige BMFWF - seine Förderzusagen einhält, geraten wir in mehreren Regionen durch fehlende Valorisierungen und Kürzungen immer mehr unter Druck. Das ist vor allem auch deshalb ein Problem, weil bei gemeinnützigen Trägern wie den Volkshochschulen die Ausrichtung auf die Bedürfnisse und Lebenswelt der Teilnehmenden stark ausgeprägt ist und somit Personen für Bildungsangebote erreicht werden können, die wahrscheinlich sonst keine Bildungseinrichtung betreten würden“, unterstreicht VÖV-Vorsitzender Gerwin Müller.

VHS macht Zukunft: Bereit für den Wandel - der Schwerpunkt für 2026 und 2027

In ihrem neuen Zwei-Jahresschwerpunkt thematisieren die österreichischen Volkshochschulen die Herausforderungen des vielfältigen Wandels unserer Gesellschaft. Ob es um Gesundheit oder Kreativität im Alltag oder im Beruf, um Integration, den Nutzen der Digitalisierung für alle Bevölkerungsgruppen oder unseren Umgang mit der Klimakrise geht: Die Volkshochschulen haben die richtigen Kursangebote dafür. Ganz ohne Zugangsvoraussetzungen verzeichnen sie so rund 700.000 Kursteilnahmen pro Jahr. In allen Bereichen verbinden die VHS-Kurse wissenschaftliche Grundlagen mit lebenspraktischen Fragen und sind vor allem Orte der Begegnung und des sozialen Lernens. So stärken sie den Zusammenhalt und damit unsere Gesellschaft. Genau diese Leistungen im Zusammenhang mit dem gemeinsamen, sozialen, digitalen und ökologischen Wandel werden die Volkshochschulen in den kommenden zwei Jahren ins Rampenlicht stellen. Geplant ist unter anderem eine VHS-Ausstellung, die in allen neun Bundesländern gezeigt und durch entsprechende Aktionen und Veranstaltungen begleitet werden soll.

Arbeit im ORF-Publikumsrat erfolgreich

Zu begrüßen sind auch die Empfehlungen des ORF-Publikumsrats zur Stärkung demokratiepolitischer Berichterstattung, beschlossen in der Sitzung vom 20.11.2025. Hier kamen auch konkrete Vorschläge aus der Erwachsenenbildung. „Es freut mich, dass der Publikumsrat explizit die Einbeziehung der Erwachsenenbildung in demokratiepolitisch relevante Formate vorschlägt. Ebenso wichtig ist die Betonung einfacher Sprache, das Thema Grundkompetenzen sowie die Einbeziehung der Expertise von Personen, die in diesem Bereich Probleme haben. Und die Empfehlung, konkrete Ansätze und Beispiele von Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung im ORF zu thematisieren, bedeutet einen sehr wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratiebildung unter Erwachsenen“, so VÖV-Generalsekretär Evers, der den Bereich Bildung im ORF-Publikumsrat repräsentiert.

Rückfragen & Kontakt

Verband Österreichischer Volkshochschulen - VÖV
Dr. John Evers
Telefon: +43 699 189 175 29
E-Mail: john.evers@vhs.or.at
Website: https://vhs.or.at

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