• 27.11.2025, 14:09:02
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Keine Bühne für mutmaßliche Täter – Banner und Kreideaktion vor Lindemann-Konzert in Wien

#aufstehn appelliert gemeinsam mit Expertinnen an Verantwortung der Veranstalter – über 6.200 Menschen fordern Absage

Wien (OTS) - 

Der umstrittene Rammstein-Frontmann Till Lindemann soll am 29.11.2025 in der Wiener Stadthalle auftreten, obwohl sämtliche Vorwürfe zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch gegen ihn nicht ausgeräumt werden konnten. Mehr als 6.200 Menschen haben einen #aufstehn-Appell unterzeichnet und fordern die Absage des Konzerts. Bei einer Aktion in Wien enthüllt die gemeinnützige Organisation nun ein Banner mit der Aufschrift “#KeineBühne” – und klärt gemeinsam mit Expertinnen auf, warum ein Auftritt Lindemanns unverantwortlich ist. Der Verein Catcalls of Vienna macht zudem mit Kreidebotschaften auf den vermeintlichen Machtmissbrauch des Sängers aufmerksam.

Honorarfreies Bild- und Videomaterial

Stadthalle wälzt Verantwortung ab

“Dem Sänger trotz ungeklärter Vorwürfe eine Bühne zu bieten, und das auch noch während den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen, ist unverantwortlich. Wir glauben den Betroffenen”, erklärt Fatima Jost von #aufstehn. Die gemeinnützige Organisation kritisiert, dass die Veranstalter die Verantwortung abwälzen. Die Wiener Stadthalle wirbt zwar auf ihrer Webseite damit, einen sicheren Ort für Besucher_innen schaffen zu wollen. Auf die Anfrage, warum sie dennoch einem mutmaßlichen Täter die Bühne bietet, verweist die Eventlocation auf den externen Veranstalter (Racoon Live Entertainment GmbH). Die Prüfung strafrechtlicher Vorwürfe falle nicht in ihre Zuständigkeit.

Vorwürfe gegen Rammstein-Frontsänger nicht ausgeräumt

Die Verfahren gegen Lindemann wurden zwar eingestellt, allerdings nur weil die Betroffenen anonym bleiben wollten. Dafür kann es viele Gründe geben – etwa die Angst vor Hassnachrichten oder mangelnde Ressourcen für einen jahrelangen Prozess. “Im Rechtsstaat gilt die Unschuldsvermutung, nicht Verantwortungslosigkeit. Wenn die öffentliche Hand Till Lindemann eine Bühne bietet, dann sendet das ein falsches Signal an Betroffene sexualisierter Gehalt”, so Rechtsanwältin und Expertin für Opferschutz Yara Hofbauer.

Kunst nicht von Künstler zu trennen

In seinen Songtexten verherrlicht Lindemann Gewalt an Frauen – was häufig mit dem Verweis auf Kunstfreiheit abgetan wird. Ein Scheinargument, wie Unternehmerin und Künstlerin Sophie Tschannett von Muschikraft erklärt: “Kunst hat den Auftrag zu enttabuisieren, zu provozieren und zu berühren – angenehm und auch unangenehm. Kunst darf aber nie von der kunstschaffenden Person getrennt werden. Das Verhalten in den unterschiedlichen Rollen bedingt sich und muss als eins gesehen und sanktioniert werden.”

Gesellschaft normalisiert Gewalt an Frauen

“Die öffentliche Debatte rund um Till Lindemann zeigt, wie tief verankert Machtgefälle und Sexismus in unserer Gesellschaft immer noch sind”, so Luca von der Initiative Catcalls of Vienna, die im Rahmen der #aufstehn-Aktion mit Kreidebotschaften auf den Gehwegen nahe der Konzertlocation auf den mutmaßlichen Machtmissbrauch Lindemanns aufmerksam macht. “Wir holen uns den öffentlichen Raum zurück, indem wir schreiben, was sonst überhört oder ignoriert wird. Jede Kreidebotschaft ist eine Erinnerung daran, dass Machtmissbrauch – ob auf großer Bühne oder im Vorbeigehen auf der Straße – nicht hingenommen werden darf.”

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Tel: 0043 670 550 6384
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