• 30.08.2025, 05:31:35
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Schule und Integration: Neues ÖIF-Factsheet liefert aktuelle Zahlen, Daten und Fakten

Rund 30% der Jugendlichen in Österreich haben Migrationshintergrund / 26 Prozent der Schüler/innen mit nicht-deutscher Umgangssprache

Wien (OTS) - 

Von den rund 1,8 Millionen Jugendlichen unter 19 Jahren, die im Jahresdurchschnitt 2024 in Österreich lebten, hatten 29,6 Prozent einen Migrationshintergrund. Am höchsten war dieser Wert in Wien mit rund 54,2%, am niedrigsten im Burgenland mit 17,6 %. Das neue ÖIF-Factsheet „Schule und Integration“ liefert zum Schulstart aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zu Schüler/innen mit nicht-deutscher Umgangssprache, außerordentlichen Schüler/innen und Deutschförderklassen.

Syrer/innen größte Gruppe unter im Ausland geborenen Jugendlichen
Von den rund 518.400 Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist ein Drittel selbst im Ausland geboren (erste Generation), während zwei Drittel in Österreich geboren wurden und Eltern haben, die im Ausland geboren wurden (zweite Generation). Betrachtet man die Jugendlichen nach Geburtsland (Stand 1.1.2025), stellen Syrer/innen (28.503) die größte Gruppe unter den im Ausland Geborenen dar, gefolgt von Ukrainer/innen (24.995), Deutschen (21.655), Rumän/innen (13.644) und Ungar/innen (9.924).

Jede/r fünfte Schüler/in in Österreich hat eine ausländische Staatsangehörigkeit
Der Anteil der ausländischen Schüler/innen in Österreich ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: Waren im Schuljahr 2006/07 noch 9 Prozent der Schüler/innen ausländische Staatsangehörige, lag der österreichweite Anteil im Schuljahr 2023/24 bereits bei 20% und hat sich damit mehr als verdoppelt. Besonders hoch ist der Anteil in Wien (37 %), gefolgt von Salzburg (19 %) und Vorarlberg (18 %). Am niedrigsten fällt der Anteil von Schüler/innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Kärnten (14 %), dem Burgenland (15 %) und in Tirol (16 %) aus.

26 Prozent der Schüler/innen in Österreich mit nicht-deutscher Umgangssprache – In Wien rund die Hälfte aller Schüler/innen
Österreichweit hatten im Schuljahr 2023/24 insgesamt 26 Prozent der Schüler/innen eine nicht-deutsche Umgangssprache. Wien verzeichnet mit 49 Prozent den höchsten Anteil, gefolgt von Vorarlberg (25 %) und Salzburg (21 %). Nach Schultypen zeigen sich besonders hohe Anteile in Volksschulen (32,8%), Polytechnischen Schulen (40,0 %) und Sonderschulen (44,1 %). Im Vergleich der Wiener Bezirke zeigt sich, dass im 10. Wiener Gemeindebezirk (Favoriten) der Anteil der Schüler/innen mit nicht-deutscher Umgangssprache mit 72 % im Schuljahr 2023/24 am höchsten war. An zweiter und dritter Stelle kamen der 16. Wiener Gemeindebezirk (Ottakring) und der 11. Wiener Gemeindebezirk (Simmering) mit jeweils 67 %. Der 8. Wiener Gemeindebezirk (Josefstadt) und der 1. Wiener Gemeindebezirk (Innere Stadt) hatten die geringsten Anteile an Schüler/innen mit nicht-deutscher Umgangssprache mit 25 % und 22 %.

Mehr als 52.000 außerordentliche Schüler/innen in Österreich
Im Schuljahr 2023/24 wurden in ganz Österreich rund 52.500 Kinder und Jugendliche als außerordentliche Schüler/innen registriert – das entspricht 4,6 % aller Schüler/innen. Als außerordentliche Schüler/innen gelten jene, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, um dem Regelunterricht folgen zu können. In Wien lag der Anteil mit 7,6 % am höchsten, gefolgt von Oberösterreich (4,6 %) und Vorarlberg (4,1 %). Am wenigsten außerordentliche Schüler/innen gab es in Kärnten (2,7 %), im Burgenland (2,8 %) und in Tirol (3,2 %).

45 Prozent der Erstklässler an Wiener Volkschulen sind außerordentliche Schüler/innen

Bei den Erstklässler/innen an Wiener Volksschulen lag der Anteil der außerordentlichen Schüler/innen im Schuljahr 2024/25 bei 44,6 Prozent – ein Anstieg um rund 25 Prozent gegenüber 2022/23, als er noch bei 36 Prozent lag. Die höchsten Werte wurden in Margareten (73,8 %), Favoriten (63,1 %) und Brigittenau (62,7 %) verzeichnet, während die niedrigsten Anteile in Mariahilf (18,9 %), Wieden (27,4 %) und der Inneren Stadt (29,2 %) registriert wurden.

Religiöses Bekenntnis an öffentlichen Wiener Pflichtschulen: Islam mit 41,2% an der Spitze

Im Schuljahr 2024/25 besuchten rund 112.600 Schüler/innen öffentliche Volks-, Mittel-, Sonder- und polytechnische Schulen in Wien. 41,2 % hatten ein islamisches Religionsbekenntnis und bildeten damit die größte Gruppe. 34,5 % bekannten sich zu einer christlichen Konfession – davon 17,5 % römisch-katholisch, 14,5 % orthodox und 1,7% evangelisch. 23 % hatten kein religiöses Bekenntnis. Geringe Anteile entfielen auf den Buddhismus (0,2 %) sowie das Judentum (0,1 %).

Die Zusammensetzung variiert stark nach Schultyp: In Mittelschulen und Polytechnischen Schulen stellten muslimische Schüler/innen mit je rund 49 % knapp die Hälfte der Schülerschaft. Der christliche Anteil lag dort bei 31–33 Prozent, jener ohne Bekenntnis bei 13–16 Prozent. In Volksschulen war das Bild ausgeglichener (37,7 % islamisch, 32,1 % christlich, 26,2 % ohne Bekenntnis).

Jeder sechste Lehrling hat eine ausländische Staatsangehörigkeit / Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger ohne Ausbildung oder Beschäftigung
Im Jahr 2024 befanden sich in Österreich rund 106.500 Jugendliche in einer Lehrausbildung. Davon besaßen 16,2 Prozent – also rund jeder sechste Lehrling – eine ausländische Staatsangehörigkeit. Besonders hoch ist der Anteil in der überbetrieblichen Lehrausbildung (37 %), im Tourismus (22,5 %) und im Handel (19,3 %). Die größten Gruppen kommen aus Deutschland, der Türkei und Rumänien.

Gleichzeitig waren 9 Prozent der 15- bis 24-Jährigen weder in Ausbildung noch in Beschäftigung (NEET). Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund lag der Anteil mit 13 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund (7 %). Am stärksten betroffen sind Jugendliche der ersten Zuwanderergeneration mit 14 Prozent.

Über die ÖIF-Factsheets

Die ÖIF-Factsheets liefern Zahlen, Daten und Fakten zu Arbeitsmarkt, Asyl, Schule und Einbürgerungen und bereiten kompakt und übersichtlich relevante Informationen zu Schwerpunktthemen aus den Bereichen Integration und Migration auf. Das neue ÖIF-Factsheet „Schule und Integration“ steht in der ÖIF-Mediathek zum Download zur Verfügung.

Kostenlose ÖIF-Sprachlernmaterialien für Kinder und Erwachsene

Der ÖIF stellt allen Zuwander/innen – unabhängig vom Aufenthaltstitel – über das frei zugängliche ÖIF-Sprachportal, die größte kostenlose Online-Deutschlernplattform im deutschsprachigen Raum, umfassende Online-Deutschkurs- und Lernmaterialien zur Verfügung. Dort finden sich über 5.000 interaktive Übungen, mehr als 500 audiovisuelle Features und wöchentlich über 70 Live-Online-Kurse. Sprachkenntnisse können so ortsunabhängig, jederzeit und flexibel erworben werden. Täglich nutzen rund 25.000 Personen dieses Angebot.

Rückfragen & Kontakt

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Telefon: +43 504682
E-Mail: presse@integrationsfonds.at
Website: https://www.integrationsfonds.at

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