- 29.08.2025, 13:54:06
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Offenbarungseid der Klimapolitik im Automotivsektor: Klimaschutz und Arbeitsplatzerhaltung müssen unter einen Hut passen
Europäische Auto-Dachverbände schlagen Alarm

Jetzt geht es ums Eingemachte: Immer mehr Betriebe, wie zuletzt der Grazer Technologiekonzern AVL, geraten wegen der verfehlten Automobilpolitik der Europäischen Union in Not. „Wenn eine Hiobsbotschaft die andere jagt, ist Feuer am Dach. Nach den Automobilgipfeln im Jänner und März 2025 bei der Europäischen Kommission, ist nichts Entscheidendes passiert. 2024 wurden in Österreich 5.000 Arbeitsplätze verloren, in Deutschland 51.000. 2025 verschärft sich der Abwärtstrend, und die Kommission schaut zu,“ ärgert sich Jürgen Roth, Präsident von eFuel Alliance Österreich.
Die Politik hätte jetzt die Chance zu beweisen, dass Klimaschutz nicht dem Wirtschaftsstandort schaden muss. „Dazu braucht es eine rasche Kurskorrektur und kein weiteres Schieben auf die lange Bank. Das Problem kann man nicht aussitzen, es steht mehr auf dem Spiel als nur eine Technologiefrage,“ so Jürgen Roth. Die simple Lösung: Mehrere Technologien erlauben, die CO2-Emissionen in Summe rascher reduzieren, das E-Auto, das nur langsam am Markt in die Gänge kommt, ist nur ein Baustein von vielen.
E-Auto-Zwang ist gescheitert – Technologieoffenheit sichert Klimaziele und Arbeitsplätze
Man kann der europäischen Automobilindustrie nicht den Willen absprechen, den Wünschen der Politik Folge zu leisten, nur noch E-Autos zu produzieren. Dutzende Modelle wurden mit hohem Investitionsaufwand auf den Markt gebracht. Doch die Autokäufer blieben skeptisch. Nur jedes fünfte neue Auto, in der EU insgesamt noch weniger, ist reinelektrisch. Die Gründe für dieses Kaufverhalten sind leicht nachvollziehbar. Die Politik hat die Autohersteller sogar gezwungen, ihren amerikanischen und asiatischen Konkurrenten dafür Geld zu geben, dass diese mehr E-Autos verkaufen können.
Automobilhersteller und eine große Zahl von Zulieferbetrieben – Österreich ist eine der führenden Zuliefernationen – ziehen nun die Notbremse und sagen sich vom Zwang zum Elektroantrieb los. Die Spitzenverbände ACEA und CLEPA fordern die Politik in einem offenen Brief eindringlich dazu auf, mehrere Wege des Klimaschutzes zuzulassen.
„Das ist eigentlich eine gute Nachricht für den Klimaschutz. Nicht eine Technologie, sondern ein ganzes Bündel von Technologien treiben den Klimaschutz voran“, argumentiert Jürgen Roth. „Technologieverbote wirken wie Stopptafeln gegenüber attraktiven Innovationen, diese finden trotzdem statt, nur anderswo.“
„Das riskante Unterfangen, alles auf eine Karte zu setzen ist gescheitert und hat schwere Schäden angerichtet. Viel zu spät nimmt die Kommission die legislativen Schalthebel in die Hand. Der Ankündigung im Juni 2024 folgte von Pressestatements abgesehen wieder Funkstille“, so Jürgen Roth.
Europa verpasst schon wieder den Anschluss
Während Manche in der EU davon träumen, China in der Batterietechnik den Rang ablaufen zu können, versäumt die EU gerade den Anschluss an den nächsten Technologiesprung: die Entwicklung fortschrittlicher klimaneutraler Kraftstoffe. Sie sind der Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele 2040 und 2050, hier entsteht ein gigantischer Markt für Jahrzehnte, denn auf der Welt sind 1,5 Milliarden Autos mit Verbrennermotor unterwegs und dazu kommen noch hunderte Millionen von Baumaschinen, Landmaschinen, Einsatzfahrzeuge und Notstromaggregate, die mit fossilem Diesel betrieben werden. „Viel Geld wurde in europäische Batterieproduktionen gesteckt und verloren, da Europa als Standort zu teuer und bei den Vorprodukten von China abhängig ist“, betont Jürgen Roth.
„Dass der Verbrennermotor weltweit aufgegeben wird und ein Ablaufdatum hat, gehört ins Reich der Mythen, das Gegenteil ist der Fall“, stellt Jürgen Roth richtig. „Asien wird die Führung übernehmen und Europa eine Kompetenz aus der Hand nehmen, der wir den Wohlstand verdanken, wenn Europa nicht endlich die Ärmel aufkrempelt.“
Technologievielfalt statt Einbahnstraße
Mit Opel hat nun auch der letzte große Produzent, der seine ganze Produktion auf E-Autos umstellen wollte, die Kurve gekratzt. Zuvor mussten Mercedes, Volkswagen, Skoda, die Stellantis-Gruppe und Porsche zurückrudern.
„Die Behauptungen, die Zukunft des Autos ist elektrisch und die Autoindustrie selbst hat diese Entscheidung getroffen, sind schlicht faktenwidrig. Vielmehr ist die Zukunft des Autos divers“, stellt der Alliance-Chef klar.
Last Exit
Der Zwang zu einer Technologie hat die Kräfteverhältnisse auf dem Automobilmarkt zum Nachteil Europas verändert. Die Automobilwirtschaft sieht im Gipfel bei Ursula von der Leyen am 12. September 2025 die letzte Chance zur Schadensbegrenzung.
„Es geht um mehr als eine Technologiefrage, es geht um das Wohlstandsversprechen der EU. Die Autoindustrie ist zu wichtig, um sie einer ideologisch bedingten Fehleinschätzung - im Kern: Auto ist böse - zu opfern“, argumentiert Experte Jürgen Roth. Die Bevölkerung spricht sich in Umfragen immer mit überwältigender Mehrheit (zwischen 70-90%) gegen Verbrennerverbot aus. Die Aufgabe der Politik ist es, valide Angebote zu machen, und ist es dezidiert nicht, eine Technologie den Menschen aufzuoktroyieren.
Save the Date: eFuel-Kongress Wien 2025
Am 25. und 26. September 2025 findet in Wien der dritte eFuel-Kongress statt. Anmeldung erforderlich: www.ekkon.at
Rückfragen & Kontakt
eFuel Alliance Österreich
Dr. Stephan Schwarzer
Generalsekretär
Telefon: +43 664 381 88 26
E-Mail: s.schwarzer@efuel-alliance.at
Website: https://www.efuel-alliance.at
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