• 21.07.2025, 12:00:04
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Hammer kritisiert Rosenkranz’ Umgang mit Eisenmenger-Gemälde im Parlament

Eisenmenger-"Kontextualisierung" ist Verhöhnung der Gedenkkultur - Rosenkranz‘ Ankündigung nach offensiverem Umgang mit Schattenseiten der Republik klingt wie schlechter Scherz

Wien (OTS) - 

Irritiert zeigen sich die Grünen auf Aussagen des Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz. „Wenn ein Nationalratspräsident, der Naziverbrecher als ‚Leistungsträger‘ bezeichnete, der bei eindeutig nationalsozialistischen Begriffen keine Ordnungsrufe erteilt und gegen dessen mittlerweile ehemaligen Büroleiter wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung ermittelt wird, einen ‚offensiveren Umgang mit den Schattenseiten der Republik‘ einfordert, dann klingt das wie ein schlechter Scherz“, sagt Lukas Hammer, Sprecher der Grünen für Gedenkpolitik und Rechtsextremismus.

Auch der Umgang von Walter Rosenkranz mit dem Gemälde des Nazi-Künstlers Rudolf Eisenmenger stößt bei den Grünen auf Kritik:

„Wolfgang Sobotka hat sich mit dem Nazi-Künstler Rudolf Eisenmenger kritisch auseinandergesetzt und deshalb entschieden, dessen Wandgemälde im Büro des Nationalratspräsidenten verhängen zu lassen. Sein Nachfolger Walter Rosenkranz hat das Bild wieder sichtbar gemacht und dadurch ein deutliches Signal gesetzt: Er hat ganz offensichtlich kein Problem mit der NS-Vergangenheit dieses Künstlers“, sagt Hammer.

In Anfragebeantwortungen an die Grünen bekräftige Rosenkranz zudem, dass er keinen Anlass zur neuerlichen Verhängung des Gemäldes sieht, da es ohnehin „kontextualisiert“ worden sei. „Die von Rosenkranz vorgenommene angebliche Kontextualisierung mittels Infoblatt kommt einer Verhöhnung der österreichischen Gedenkkultur gleich. Es ist ein vor Ort aufgelegter Zettel, der auf Fotos nicht sichtbar ist und dessen Text eher einer Huldigung als einer kritischen Auseinandersetzung mit einem der Lieblingskünstler Adolf Hitlers gleichkommt. Das ist keine Kontextualisierung, sondern eine verharmlosende Aneinanderreihung von Daten aus Eisenmengers Laufbahn. Auf keinen Fall ist es eine kritische Auseinandersetzung mit der Ideologie dieses Mannes“, kritisiert Hammer und hält fest: „Wenn das der von Rosenkranz angekündigte ‚offensivere Umgang mit den Schattenseiten der Republik‘ sein soll, dann heißt das nichts Gutes für die Gedenkpolitik in unserem Land.“

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