• 22.06.2025, 10:20:32
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AK Direktorin Hruška-Frank zu Pensionen: „Wirtschaft muss ihren Teil beitragen“

Wichtige Weiterentwicklungen, aber gesetzlicher Ausgabendeckel ist voreilig

Wien (OTS) - 

Mit dem Pensionspaket 2025 setzt die Bundesregierung einen wichtigen und richtigen Schritt zur Weiterentwicklung des Pensionssystems: Zentral ist, dass die Menschen das bestehende Regelpensionsalter gesund in Beschäftigung erreichen. Aber trotz einiger wichtiger Schritte in diese Richtung fehlen aus AK-Sicht noch wesentliche Maßnahmen, für die es vonseiten der Wirtschaft mehr Bereitschaft als bisher bräuchte. Ein gesetzlicher Ausgabendeckel ab 2030 im Ausmaß der Einsparungen, die einer Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters um ein Jahr entsprechen würde, ist daher voreilig. „Es kann nicht sein, dass am Schluss nur die Arbeitnehmer:innen ihren Beitrag leisten, auch die Unternehmen müssen dafür sorgen, dass Menschen auch gesund bis zur Pension in Arbeit bleiben können“, so AK Direktorin Silvia Hruška-Frank.

Die Teilpension ermöglicht aus AK-Sicht ein schrittweises Ausgleiten aus dem Arbeitsprozess, bei Gewährleistung eines guten Nettoeinkommens trotz Arbeitszeitreduktion und einer später höheren Pension. Ein Wermutstropfen ist die Einschränkung der Altersteilzeit auf drei Jahre, hier wurde aber immerhin eine Einschleifregelung geschaffen. Auch das Älterenbeschäftigungspaket mit dem Ziel, das Regelpensionsalter gesund zu erreichen, ist aus AK-Sicht sinnvoll.

Aber hier fehlen noch wesentliche Maßnahmen, für die es mehr Bewegung aufseiten der Wirtschaft geben müsste, wie ein Anreizsystem für Betriebe, Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen, die Krankheit und Arbeitsunfähigkeit vermeiden und eine Qualifizierungsoffensive, die älteren Arbeitnehmer:innen einen Berufsumstieg eröffnet.

Die AK unterstützt daher die von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) in der Sonntags-Krone erhobene Forderung nach einem Bonus-Malus-System, um Druck auf Arbeitgeber auszuüben, die keine älteren Menschen beschäftigen.

Ein Blick auf die Fakten zeigt, wie notwendig diese Maßnahmen sind:

+ Es gibt rund 46.000 Betriebe ab 10 Mitarbeiter:innen, diese Betriebe beschäftigen 3,1 Millionen Arbeitnehmer:innen, davon 137.000 zwischen 60 und 64 Jahren (100.000 Männer, 40.000 Frauen).

+ Ein Viertel der 25.000 mittleren und größeren Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeiter:innen beschäftigt keine 60- bis 64-Jährigen.

+ In der Branche Herstellung von Waren gibt es rund 6.200 Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten, dort sind insgesamt rund 570.000 Menschen beschäftigt, davon rund 23.000 über 60 Jahre – das sind magere 4 Prozent.

+ Rund 2.400 Betriebe bzw. 40 Prozent von den 6.200 Betrieben in der Herstellung von Waren beschäftigen keinen Mann über 60, und rund 4.800 Betriebe oder 80 Prozent beschäftigen keine Frau über 60.

+ Zwei von fünf Personen gehen direkt aus der Arbeitslosigkeit in Pension.

+ Ein Drittel der Frauen geht nicht aus der Erwerbstätigkeit in Pension. Bei den Arbeiterinnen ist dieser Anteil noch höher. Diese Situation droht sich durch das steigende Frauenpensionsalter zu verschärfen.

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