- 12.02.2025, 11:20:32
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„matinee“ am 16. Februar: „Wo die Zitronen blüh'n - Eine süßsaure Reise von den Alpen bis Sizilien“, „Montserrat Caballé singt ‚Norma‘“
Außerdem: „Die Kulturwoche“ - ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
Die „matinee“ am Sonntag, dem 16. Februar 2025, um 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON macht zunächst mit der Dokumentation „Wo die Zitronen blüh'n - Eine süßsaure Reise von den Alpen bis Sizilien“ einen Ausflug zu den sizilianischen Zitronenbauern. Nach Orange in Südfrankreich im Jahr 1974 geht es in der anschließenden Produktion „Montserrat Caballé singt ,Norma'“ (9.50 Uhr). Darin steht die berühmte Sopranistin in einer ihrer Paraderollen, der „Norma“ in Vincenzo Bellinis gleichnamiger Oper, im Mittelpunkt - anlässlich der beiden Wien-Premieren der Neuinszenierungen des Werks im Musiktheater an der Wien am 16. Februar sowie an der Wiener Staatsoper am 22. Februar. Den von Clarissa Stadler präsentierten ORF-Kulturvormittag beendet „Die Kulturwoche“ (10.45 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps zum heimischen Kulturgeschehen.
„Wo die Zitronen blüh'n - Eine süßsaure Reise von den Alpen bis Sizilien“ (9.05 Uhr)
Als Goethe vom „Land, wo die Zitronen blühn“ schrieb, muss er wohl an Sizilien gedacht haben. Nirgendwo ist die Tradition des Anbaus dieser Frucht so in einer Region verwurzelt, nirgendwo ist die Vielfalt so groß. Zitronen sind untrennbar mit Landschaft und Lebensgefühl der größten Mittelmeerinsel verbunden. Das italienische Wort „Zagara“ für Zitrusblüte kommt von den arabischen Wörtern „zahara“ für strahlen und „zahr“ für Blüte. Araber brachten die Zitrone vor 1.000 Jahren nach Sizilien und kultivierten sie dort. Heute wachsen Millionen Zitronenbäume in Sizilien, viermal pro Jahr werden ihre Früchte geerntet. Besonders erfreulich ist, dass sich immer mehr örtliche Zitronenanbauern auf nachhaltigen Anbau besinnen und ihre Früchte nun auch ohne chemische Behandlung prächtig gedeihen. Wie die Dokumentation von Björn Kölz und Gernot Stadler zeigt, ist Sizilien aber auch geprägt von großartigen Landschaften und außergewöhnlichen Menschen, genussvollem Essen und einer reichen Geschichte.
„Montserrat Caballé singt ,Norma'“ (9.50 Uhr)
Die Rolle der Norma in Vincenzo Bellinis gleichnamiger Oper ist eine der Königsdisziplinen weiblicher Vokalkunst, Belcanto pur. Doch die Aufführung mit Montserrat Caballé in der Titelpartie im römischen Amphitheater im südfranzösischen Orange 1974 steht kurz vor dem Abbruch: Ein starker Wind als Vorbote eines Gewitters kommt auf. Die 9.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen schon, doch noch wird hinter den Kulissen diskutiert, ob die Vorstellung stattfinden kann. Caballé - zu dieser Zeit bereits ein Star mit Engagements in New York, Mailand, Moskau, Barcelona oder London - wagt dennoch den Schritt auf die Bühne. Und gewinnt! Alle Facetten ihrer einnehmenden Persönlichkeit kommen bei diesem Auftritt zur Geltung. Im Nachhinein bezeichnete die Sopranistin selbst diesen Auftritt als den besten ihres Lebens.
Es wurde ein Triumph der Gesangskunst, ein Fest des Belcanto, das noch heute begeistert. Dabei ist der Wind in den Aufnahmen deutlich zu hören. Er fährt in die weiten Kostüme, bauscht Schleppen, Tücher und Gewänder auf und sorgt so für eine ganz eigene, ungeplante Dramatik. Kostümbildnerin Gioia Fiorella Mariani, Nichte von Roberto Rossellini, spricht von ihrer Angst, dass die meterlangen Schleppen abreißen könnten. Nach dem umjubelten Auftritt trifft sie zu ihrer Überraschung auf die tränenüberströmte Sängerin, die um ihre Gesundheit fürchtet. Direkt nach der Vorstellung muss sich Montserrat Caballé einer Operation unterziehen.
Ihr Bruder Carlos Caballé gab für diesen Film das erste Interview seit dem Tod seiner Schwester im Oktober 2018. Er hat sie ihr Leben lang begleitet. Auch in Südfrankreich war er bei den Proben und beim Auftritt 1974 dabei. Die Sopranistinnen Sonya Yoncheva und Olga Peretyatko erzählen von ihrer Bewunderung für „La Superba“, wie die Caballé genannt wurde. Maria Callas hatte sie nur wenige Jahre nach diesem Auftritt als ihre legitime Nachfolgerin bezeichnet.
Der Film von Claus Wischmann lässt Höhepunkte des Abends aus dem Jahr 1974 Revue passieren und verknüpft die Aufnahmen mit einem Rückblick auf das Leben der beliebten Sängerin.
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