- 12.12.2024, 09:35:47
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AK Tipp zu 20 Jahre Elternteilzeit: „Rechnen Sie nach, halbe-halbe könnte sich lohnen!“
Steuerexperte Bernhofer: „Einkommensplus durch Hauptverdiener-Effekt ist überschätzt.“
Es heißt zwar Elternteilzeit, aber auch 20 Jahre nach deren Einführung schrauben meist nur Frauen ihre Arbeitszeit hinunter, der Vater arbeitet weiter Vollzeit. Das oft ins Treffen gebrachte Argument gegen halbe-halbe: Er verdient mehr, der Einkommensverlust wäre höher. „Aber ist der Unterschied wirklich so hoch? Das Einkommensplus durch den Hauptverdiener-Effekt wird meistens deutlich überschätzt! Eltern sollten das erst mal konkret nachrechnen!“, rät AK Steuerpolitik-Experte Dominik Bernhofer. Um allfällige finanzielle Verluste auszugleichen, fordern AK und ÖGB ein Familienarbeitszeitmodell: Je 350 Euro, also insgesamt 700 Euro pro Monat für halbe-halbe bei der Elternteilzeit.
Folgende Beispielrechnung zeigt, dass der Verlust bei halbe-halbe bei der Elternteilzeit oft viel geringer ist, als viele Eltern vermuten:
Ein Anlagentechniker, 35 Jahre alt mit Lehrabschluss, arbeitet im Bereich Reparatur und Installation in der Energieversorgung. Der Facharbeiter arbeitet bereits 17 Jahre in einem Betrieb mit mehr als 250 Arbeitnehmer:innen und verdient bei 40 Stunden pro Woche netto 2.760,68 Euro im Monat.
Eine Bürokauffrau, 29 Jahre alt mit Handelsschulabschluss und insgesamt 12 Jahren Arbeitserfahrung arbeitet in einem kleinen aber feinen Hochbauunternehmen mit 19 Arbeitnehmer:innen. Sie verdient bei 40 Stunden 1.783,03 Euro netto im Monat.
Nur die Frau geht in Teilzeit
Nach Geburt des Kindes arbeitet der Vater weiter 40 Stunden pro Woche und kommt mit vollem Familienbonus: 2.927,36 netto im Monat.
Die Frau kehrt nach der Karenz mit 24 Stunden pro Woche in Elternteilzeit wieder zurück in ihren Beruf und verdient nur mehr 1.202,41 Euro netto.
64 Stunden Erwerbsarbeit pro Woche = 4.129,77 Euro Haushaltsnettoeinkommen im Monat.
Die Eltern teilen sich die Elternteilzeit
Der Vater reduziert seine Arbeitszeit auf 32 Stunden pro Woche. Er verdient 2.419,11 Euro netto im Monat inklusive geteiltem Familienbonus.
Die Frau vereinbart mit ihrem Arbeitgeber ebenso eine Elternteilzeit mit 32 Stunden pro Woche und verdient 1.620,29 Euro netto im Monat inklusive geteiltem Familienbonus.
64 Stunden Erwerbsarbeit pro Woche = 4.039,40 Euro Haushaltsnettoeinkommen im Monat.
Gleichberechtigung ist in diesem Beispiel schon jetzt für 90,37 Euro im Monat zu haben, bei einem Familieneinkommen von über 4.000 Euro netto!
SERVICE: Überschlagsrechnung halbe-halbe bei der Elternteilzeit!
+ Schritt 1: Monatsbruttoeinkommen / Ist-Stundenanzahl x Sollstundenanzahl zwischen 30 und 35 Stunden = Überschlagsrechnung für das Monatsbruttoeinkommen
Jeweils für das Einkommen von Frau und Mann berechnen.
+ Schritt 2: Nettoeinkommen jeweils für Frau und Mann mit dem AK Bruttonettorechner ermitteln: Online Brutto-Netto-Rechner der Arbeiterkammern.
+ Schritt 3: Nettoeinkommen mit und ohne halbe-halbe addieren und vergleichen!
Rückfragen & Kontakt
AK Wien
Katharina Nagele-Allahyari
Telefon: 01 501 65 12678
E-Mail: katharina.nagele@akwien.at
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