- 24.10.2024, 10:30:04
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BELVEDERE: Amoako Boafo. Proper Love
Erste institutionelle Einzelausstellung zum künstlerischen Schaffen des ghanaischen Malers in Europa – 25. Oktober 2024 bis 12. Jänner 2025
Die umfassende Schau zeigt zentrale Gemälde - Porträts, aber auch eine Reihe von Selbstbildnissen - von Amoako Boafo (* 1984 in Accra) von 2016 bis heute. Als eine der wichtigsten Stimmen einer neuen Generation von Schwarzen Künstler*innen porträtiert Boafo Freund*innen, Bekannte und Personen des öffentlichen Lebens, die ein gegenwärtiges Bild von Schwarzer Selbstermächtigung und -wahrnehmung vermitteln.
Generaldirektorin Stella Rollig: Nach einem rasanten Aufstieg auf dem internationalen Kunstmarkt und überwältigend schnellem Ruhm steht Amoako Boafo ein seriöser Blick auf sein Werk zu: und siehe da, es überzeugt. Im Belvedere lässt sich Boafos unverwechselbarer Stil neben den Ikonen der Wiener Moderne betrachten, auf deren Einfluss der Künstler sich beruft und die er ins Zeitgenössische übersetzt.
Nach einem Kunststudium in Accra studierte Boafo ab 2014 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Hier erlebte er nicht nur künstlerisch seine prägenden Jahre, er entwickelte auch seinen markanten Stil, der sich durch den ungewöhnlichen Einsatz von Fingermalerei auszeichnet. Daraus resultiert die plastische Darstellung des menschlichen Körpers, die in malerischer Hinsicht einen starken Kontrast zu den plan gestalteten Bildpartien herstellt.
Die von Boafo porträtierten Personen verkörpern die Vorstellung von einem Schwarzen Selbstverständnis, das sich aus der eigenen Kultur speist, was als Akt des Widerstands gegen rassistische Zuschreibungen der weißen Mehrheitsgesellschaft zu verstehen ist. Diese Form der Schwarzen Subjektivität äußert sich auch im Erscheinungsbild der Porträtierten, die den Betrachter*innen als selbstbewusste Individuen entgegentreten und oft direkten Blickkontakt suchen. Boafo inszeniert die Kleidung collagenartig mit ornamentalen Details, die mittels eines Druckverfahrens auf die Leinwand übertragen werden. Die intensive Beschäftigung des Künstlers mit Schwarzer Geschichte spiegelt sich auf subtile Weise in den Gemälden wider, wenn literarische Werke zentraler Vordenker*innen der Schwarzen Freiheitsbewegung motivisch eingesetzt werden.
Amoako Boafos konstruktiver Umgang mit den Erfahrungen von Ablehnung und Anfeindung, gerade zu Beginn seiner Karriere, führte zu einer künstlerischen Rückbesinnung auf sich selbst. Diese Art der Selbstermächtigung zieht sich wie ein roter Faden durch seine Gemälde. Die porträtierten Personen stehen nicht nur sinnbildlich für ein neues Schwarzes Selbstbewusstsein, sondern spiegeln immer auch einen Teil des Künstlers wider. Folgerichtig stehen im Zentrum der Ausstellung Proper Love Werke, die diese Haltung ausdrücken: Sie feiern den freundschaftlichen Zusammenhalt innerhalb einer solidarischen Gemeinschaft, zeigen Momente der Freude und der Leichtigkeit und feiern Blackness
, so Kurator Sergey Harutoonian.
Das Belvedere hat für die Schau mehr als 50 Werke zusammengestellt, die Boafos bisheriges Schaffen abbilden. Neben der Ausstellung im Unteren Belvedere werden drei Arbeiten in die Schausammlung zu Wien um 1900 im Oberen Belvedere integriert, um Amoako Boafo im Zusammenhang mit zentralen kunsthistorischen Positionen wie Egon Schiele und Gustav Klimt zu präsentieren, die wesentlichen Einfluss auf das Werk des Künstlers hatten.
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