• 10.10.2024, 09:25:17
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Bundesjugendvertretung: Psychische Gesundheit muss Priorität im Regierungsprogramm haben

Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Belastungen weiterhin dramatisch. BJV fordert langfristige Lösungen im neuen Regierungsprogramm.

Wien (OTS) - 

Am heutigen Tag der Psychischen Gesundheit macht die Bundesjugendvertretung (BJV) auf die weiterhin prekäre Lage von Kindern und Jugendlichen aufmerksam.

„Kinder und Jugendliche sind durch die vielen Krisen enormen Belastungen ausgesetzt. Das Aufwachsen in einer Zeit von Pandemie, Klimakrise, Krieg und Teuerung rüttelt an der psychischen Gesundheit der jungen Generation. Junge Menschen dürfen mit diesen Herausforderungen nicht alleine gelassen werden“, betont BJV-Vorsitzende Rihab Toumi.

„Mittlerweile ist rund die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen von depressiven Symptomen betroffen, gleichzeitig sind Therapieplätze auf Krankenschein immer noch rar und die Wartezeiten viel zu lang“, zeigt die Vorsitzende auf.

Das von der Regierung 2020 initiierte Projekt „Gesund aus der Krise“ war aus Sicht der BJV ein wichtiger Schritt, um jungen Menschen akut und unkompliziert zu helfen. Jetzt sei es wichtig, die Unterstützung abzusichern. „Die Gesundheit junger Menschen darf in der kommenden Legislaturperiode nicht von Projekt zu Projekt gereicht werden. Das Regierungsprogramm muss langfristige Lösungen beinhalten“, fordert Toumi.  Bis eine ausreichend flächendeckende Versorgung mit Therapieplätzen umgesetzt werden kann, spricht sich die BJV für eine nahtlose Weiterführung des Projekts „Gesund aus der Krise“ aus. „Denn jeder Tag, den betroffene junge Menschen ohne Hilfe bewältigen müssen, ist einer zu viel“, betont Toumi.

Kinder- und Jugendprogramm an Regierung

Die BJV hat bereits vor der Wahl ein eigenes Kinder- und Jugendprogramm mit den wichtigsten Forderungen an die nächste Regierung erarbeitet und allen Parteien übermittelt. Im Bereich der psychischen Gesundheit fordert die BJV Psychotherapie als Kassenleistung, die in allen Bundesländern verfügbar ist. „Es darf nicht vom Bundesland oder von der Geldtasche der Eltern abhängen, ob ein Kind psychische Unterstützung bekommt oder nicht. Die nächste Regierung hat den Auftrag, die Versorgungslücken endlich langfristig zu schließen“, sagt Toumi.

Außerdem gibt es dringenden Bedarf für mehr Mittel für Schulpsychologie. Denn Schule dürfe nicht nur fordern, sondern müsse auch auf die Problemlagen der Schüler*innen eingehen. „Wir fordern eine Personalinitiative im Bildungsbereich. Um mit der aktuellen Situation umgehen zu können, braucht es mindestens eine Stelle für Schulsozialarbeit für jeden Schulstandort und mind. ein*e Schulpsycholog*in pro 1000 Schüler*innen. Auch die Ressourcen in den Kindergärten müssen dringend aufgestockt werden“, so Toumi.

BJV-Projekt zu psychischer Gesundheit

Die BJV beschäftigt sich weiterhin schwerpunktmäßig mit dem Thema psychische Gesundheit und führt dazu aktuell mit der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit das Projekt TOPSY-Youth durch. Bis Mitte des Jahres 2025 werden Fokusgruppen und Dialogveranstaltungen mit jungen Menschen durchgeführt und ein eigener Bericht zur Lage der psychischen Gesundheit von Jugendlichen erstellt. Weiterhin verfügbar ist die TOPSY-Toolbox, die v.a. Jugendarbeiter*innen im Umgang mit dem Thema psychische Gesundheit unterstützen soll.

Das Kinder- und Jugendprogramm und die TOPSY-Toolbox stehen auf www.bjv.at zum Download zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt

Bundesjugendvertretung
Nicole Pesendorfer-Amon
Öffentlichkeitsarbeit
01 214 44 99 - 25 // 0676 880 11 1142
presse@bjv.at
www.bjv.at

Kristina Veraszto
Öffentlichkeitsarbeit
01 214 44 99 - 18 // 0676 880 11 1135
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