• 09.10.2024, 10:33:47
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„matinee“ am 13. Oktober: „Rudolf Nurejews Schwanensee“ und „Die Akte Tschaikowsky“

Außerdem: „Die Kulturwoche“ - ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Die „matinee“ am Sonntag, dem 13. Oktober 2024, ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON widmet sich einem Ballettklassiker und dessen Komponisten. Mit Pjotr Iljitsch Tschaikowskys „Schwanensee“ wurde der russische Choreograf und Tänzer Rudolf Nurejew zum Superstar. Die hoch umjubelte Aufführung seiner Version des Werks an der Wiener Staatsoper, die ihn zur Tanzikone des 20. Jahrhunderts machte, jährt sich heuer zum 60. Mal. Das Porträt „Rudolf Nurejews Schwanensee“ (9.05 Uhr) erzählt seine Geschichte. Danach befasst sich die Dokumentation „Die Akte Tschaikowsky“ mit Leben und Werk des berühmten russischen Komponisten. Den von Clarissa Stadler präsentierten ORF-Kulturvormittag beschließt „Die Kulturwoche“ (10.55 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps.

„Rudolf Nurejews Schwanensee“ (9.05 Uhr)

Unglaubliche 89 Vorhänge und ein entsprechender Eintrag im „Guinness-Buch der Rekorde“ zeugen von der Ballettgeschichte, die am 15. Oktober 1964 in der Wiener Staatsoper geschrieben wurde. Es handelte sich um eine Aufführung von „Schwanensee“ in der Choreografie des russischen Tänzers Rudolf Nurejew, der auch die männliche Hauptrolle des Prinzen übernahm - und das im Alter von 26 Jahren. Seine Partnerin war die 45-jährige britische Primaballerina Margot Fonteyn. Weniger als zwei Stunden später endete die weltberühmte Liebesgeschichte nicht mit dem traditionellen Happy End, sondern mit dem Tod des Prinzen. Mit seiner Version von Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Ballettklassiker wurde Rudolf Nurejew zur Tanzikone des 20. Jahrhunderts.
Seine technisch äußerst anspruchsvolle Choreografie ist eine der erfolgreichsten der Ballettgeschichte. Bis heute wird diese von den Generationen nach Nurejew mit Ehrfurcht getanzt. 
In seiner Neuinterpretation von Tschaikowskys „Schwanensee“ revolutionierte Nurejew die Rolle des männlichen Tänzers: Nurejew wollte nicht länger nur Pas-de-deux-Partner sein und die Primaballerina Margot Fonteyn in die Luft heben, sondern ihr ebenbürtiger Gegenpart sein. Trotz des großen Altersunterschiedes manifestierten die beiden ihren Ruf als epochales Traumpaar des klassischen Spitzentanzes.
Nurejews „Schwanensee“-Deutung zeigt nicht nur ein tiefes Verständnis für Tschaikowsky, dessen Homosexualität ihn von der rigiden Gesellschaft entfremdet hatte, sondern trägt auch autobiografische Züge. Nurejew hatte selbst den Schmerz der Entwurzelung, der Einsamkeit, des Verlusts geliebter Menschen und der Auflehnung gegen gesellschaftliche Konventionen erfahren, was den ebenfalls homosexuellen Tänzer dazu veranlasste, 1961 als erster Künstler aus der Sowjetunion in den Westen zu fliehen - ein Akt des Mutes, der ihm sofort internationale Berühmtheit einbrachte.
Die Dokumentation von Anne-Kathrin Peitz lässt die legendäre Choreografie mit frischem Blick Revue passieren und macht die Faszination des Ereignisses spürbar. Menschen aus Nurejews Umfeld und Tanzstars von heute, wie etwa Choreograf Eric Gauthier oder Primaballerina Polina Semionova, kommentieren das Ereignis, geben persönliche wie künstlerische Einblicke in Nurejews Schaffen und blicken aus heutiger Sicht auf den Künstler und sein Werk zurück.

„Die Akte Tschaikowsky“ (10.00 Uhr)

Mit seinen Balletten „Schwanensee“ und „Nussknacker“, seiner Oper „Eugen Onegin“, den Konzerten und Symphonien hat Piotr Iljitsch Tschaikowsky Welterfolge geschaffen. Russlands wohl berühmtester Komponist wird in seinem Heimatland als Nationalheld gefeiert. Regisseur Ralf Pleger holt in seiner Dokumentation „Die Akte Tschaikowsky“ das Leben des Komponisten ins Hier und Heute. Im Zentrum seines filmischen Psychogramms stehen Tschaikowsky Ringen mit seiner Homosexualität, die schwerwiegenden Folgen seiner psychischen Krise, die Verquickung von Leben und Werk sowie die rätselhaften Umstände seines Todes. Die aktuelle Brisanz im homophoben Russland rückt ebenso ins Blickfeld wie die - oftmals verkannte - Modernität von Tschaikowskys Musik. Basis des Films bilden Interviews mit namhaften internationalen Künstlerinnen, Künstlern, Expertinnen und Experten, darunter der russische Ballettstar mit österreichischem Pass Vladimir Malakhov, der exzentrische amerikanische Orgelvirtuose Cameron Carpenter und die südafrikanische Choreografin Dada Masilo.

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