• 05.09.2024, 10:54:32
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„dokFilm“-Premiere „Berlusconis Aufstieg“: Die Geschichte des ehemaligen Medienmoguls und Premierministers Italiens

Am 8. September um 23.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Brust und Spiele für das Fernsehvolk: Barbusige Blondinen als stumme Staffage in grotesken Gameshows wurden zum Sinnbild des Trash-TV. Erfunden hat es in den 1980er Jahren Silvio Berlusconi, Prototyp aller Rechtspopulisten heutiger Prägung in der westlichen Welt. Regisseur Simone Manetti zeichnet in seiner Dokumentation den Aufstieg des im Vorjahr verstorbenen „Cavaliere“ vom Immobilienentwickler zum TV-Mogul, der dank seiner medialen Macht später die Karriereleiter zum Premierminister Italiens emporkletterte. Das Porträt eines charismatischen Menschenfängers, der frei von Skrupeln, dafür mit dem unbedingten Willen zur Macht ausgestattet war, steht im „dokFilm“ am Sonntag, dem 8. September 2024, um 23.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON auf dem Programm. „Berlusconis Aufstieg“ ist auch ein Sittenbild Italiens der 1980er Jahre und das Porträt eines zutiefst polarisierenden Mannes, der wie kaum ein zweiter mit Populismus, Persönlichkeitskult, Emotionen und Medien zu jonglieren verstand.

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Wie begann Silvio Berlusconis beispiellose Karriere? Nach seinen erfolgreichen Immobiliengeschäften erkannte er, dass das Privatfernsehen das Geschäft der Zukunft war. In den 1970er Jahren wurde fast ganz Italien von der nationalen Rundfunkanstalt RAI mit - wie es heute hieße - TV-Content versorgt, es bestand de facto ein Monopol. Nur eine kleine Trabantenstadt im Norden des Landes hielt dagegen: die Wohnsiedlung „Milano 2“, die der Bauunternehmer Silvio Berlusconi hochgezogen hatte. Die Bewohner:innen wurden mit einem eigenen Fernsehangebot aus leichter Unterhaltung und lokalen News versorgt, der Ausstrahlungsradius umfasste nur wenige Kilometer. Trotz strenger Restriktionen gelang es dem Selfmade-Man schließlich, das Sendegebiet binnen kurzer Zeit auf die gesamte Lombardei auszuweiten. Er baute ein Netzwerk lokaler Sender auf, das er über das ganze Land legte. Und dann gelang ihm 1982 der Coup: Exakt zeitgleich startete Berlusconi an allen Sendestationen dasselbe Programm, womit er das Verbot landesweiter Übertragungen von Fernsehangeboten umging. Dies war der Beginn der „Berlusconisierung“ Italiens.

Anfang der 1980er Jahre sind Silvio Berlusconis Privatsender so erfolgreich, dass eine ganze Generation Italiener:innen mit seinem Fernsehen aufwächst und er innerhalb kürzester Zeit zum reichsten Mann des Landes wird. Er erwirbt Medienverlage, Zeitungen und Werbeagenturen. 
Die Doku zeichnet minutiös nach, wie Berlusconi mit untrüglichem Instinkt und scheinbar unwiderstehlichem Charme auf aggressiven Expansionskurs geht. In der Folge gelingt es ihm sogar, sein Modell kommerziellen Fernsehens bis in die UdSSR zu exportieren, bevor er dann nationale Versionen von „Canale 5“ in Frankreich, Spanien und Deutschland aufbaut. 1986 kommt ein weiteres Geschäftsfeld dazu, das wesentlich zu seiner Popularität beiträgt: Er kauft den AC Mailand, der zu einem der erfolgreichsten Fußballclubs der Welt avanciert.

Doch dann scheint sich eine Schlinge um seinen Hals zu legen: Viele seiner wichtigsten Gewährsleute versinken in einem Korruptionssumpf. Berlusconis mächtigster Steigbügelhalter, der ehemalige Ministerpräsident Bettino Craxi, muss sich letztlich ins tunesische Exil absetzen. Als Silvio Berlusconi mit dem Rücken zur Wand und die Finanzpolizei vor den Toren seiner Firmenzentrale steht, tritt der „Cavaliere“ die Flucht nach vorne an und entscheidet, in die Politik zu gehen: „Italien ist das Land, das ich liebe“, lauten die ersten Worte seiner Rede, in der er am 26. Jänner 1994 seinen Einstieg in die Politik verkündet - ohne konkrete Inhalte oder ein politisches Programm zu nennen. Zwei Monate später entscheidet er die Parlamentswahlen für seine Partei „Forza Italia“.
Berlusconis Wahlsieg wird innerhalb weniger Jahre das Gesicht des Italiens grundsätzlich verändern. Der Film erzählt die wenig bekannte Geschichte des Aufstiegs von Silvio Berlusconi von den 1970er Jahren bis zu seinem Einstieg in die Politik im Jahr 1994 und gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Medienindustrie.

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