• 29.07.2024, 09:39:21
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Grüne Wien/Berner: Wien geht schändlich mit Erinnerungsinstallation für Johanna Dohnal um

Berner kritisiert Hundezone bei Erinnerungsinstallation „Für Johanna“

Wien (OTS) - 

„Ich kann mich nur wundern, wie nachlässig, geradezu schändlich die Stadt Wien mit der Erinnerung an Johanna Dohnal umgeht, obwohl die wichtigste Frauenpolitikerin, die Österreich jemals hatte, das Gegenteil verdient hätte“, kritisiert die Grüne Kultursprecherin Ursula Berner und verweist auf die lieblose Umsetzung von Isabella Kresses Intervention „Für Johanna“, die seit 13 Jahren auf eine Kontextualisierung wartet. 2011 wurde Kresses Installation eröffnet, bei der in jedem Wiener Bezirk eine Birke zur Erinnerung an Johanna Dohnal gepflanzt wurde.

„Bis heute findet sich bei der Birke im Hietzinger Andreas-Rett-Park weder eine Beschriftung noch eine Erklärung zu dem wienweiten Erinnerungsprojekt“, so Berner. Besonders irritierend sei, dass inzwischen um die nicht gekennzeichnete Dohnal-Birke in Hietzing eine Hundezone errichtet wurde. „Statt würdig an die Frauenpolitikerin zu erinnern, tollen hier heute Hunde herum“, wundert sich Berner. Und weiter: „Während mehrere hunderttausend Euro für die Umgestaltung und Kontextualisierung des Lueger Denkmals ausgegeben werden, schafft es die Stadt nicht einmal, die bereits zugesagte Benennung für die Dohnal-Birke im 13. Bezirk umzusetzen.“

Auch in anderen Bezirken ist die Dohnal-Birke vergessen: Am Schwarzenbergplatz und im Haydnpark (Meidling) gibt es Birken, aber keine dazugehörigen Benennungen. Im 2. Bezirk gibt es zwar eine Benennung, aber der Baum selbst ist offenbar abgestorben und wurde nicht wieder ersetzt.

Ziel des „Für Johanna“-Projekts war die symbolische Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum. Mit der Birke und der damit subtil anwesenden Johanna Dohnal sollte auch der Park als ein für Frauen sicherer Ort definiert werden. Nichts davon werde heute an den Standorten vermittelt, ganz im Gegenteil: „Dieser Umgang mit dem ‚Für Johanna‘-Projekt zeugt nicht nur von großem Desinteresse an Johanna Dohnals Vermächtnis, sondern offenbart auch eine Geringschätzung der Künstlerin Isabella Kresse.

„In Wien gibt es nur 14 Denkmäler für Frauen, aber 283 für Männer, elf Gedenktafeln für Frauen, aber 531 für Männer. Angesichts dieses eklatanten Missverhältnisses ist es noch unverständlicher, warum die wenigen bestehenden Erinnerungsorte für Frauen so ignorant und nachlässig behandelt werden. Die Stadt muss da endlich in die Gänge kommen und sollte gleich einmal bei Kresses Dohnal-Projekt beginnen: Eine Eintragung in Google Maps, damit man die Bäume finden kann und eine Beschriftung vor Ort wären ein Anfang. Noch bessere wäre es, an allen Orten auch einen Verweis auf das Gesamt-Projekt zu finden: eine kurze Projektbeschreibung, den Namen der Künstlerin und eine Auflistung der weiteren Aufstellungsorte“, fordert Berner abschließend.

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