- 27.06.2024, 10:56:30
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Finale des „Universum“-Dreiteilers „Der ungezähmte Planet“ führt nach Patagonien – am 2. Juli um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
Wien (OTS) - Der von Justine Allan gestaltete dritte Teil des
BBC-Dreiteilers „Der ungezähmte Planet“ über die letzten Paradiese
Amerikas, den „Universum“ am Dienstag, dem 2. Juli 2024, um 20.15 Uhr
in ORF 2 und auf ORF ON zeigt, führt in den südlichsten Teil des
amerikanischen Kontinents – nach „Patagonien“ (ORF-Bearbeitung: Doris
Hochmayr):
Nordwestlich grenzt Patagonien an die Ausläufer der Atacama-Wüste. In
der unwirtlich erscheinenden Mondlandschaft inmitten schneebedeckter
Gipfel schlemmen Flamingos in den Salzlagunen. Sie filtern Algen und
kleine Krustentiere aus dem kristallgrünen Gewässer. Die Jungen haben
nur drei Monate Zeit, um genügend Reserven für den langen Flug
Richtung Südpatagonien zu sammeln. Im April sinken die Temperaturen
nachts auf unter minus zehn Grad. Die Oberflächen der Salzseen
frieren ein. Wer jetzt noch nicht aufgestiegen ist, hat wenig
Chancen, dem rasch herannahenden Winter zu entkommen. Richtung Süden
erreichen die Gipfel der Anden mehr als 4.000 Meter Höhe. Die
atemberaubende Steinlandschaft ist Heimat eines kleinen Nagers – des
Bergviscachas, auch Hasenmaus genannt. Die kaninchengroßen
Pflanzenfresser gehören zur Familie der Chinchillas. Sie sind
geschickte Höhlenbaumeister und wendige Kletterer in schwindelnder
Höhe. Das ausgiebige Sonnenbad mehrmals pro Tag ist weniger Luxus als
Lebensretter. Nur so ist die durchdringende Kälte an den Berghängen
gut zu ertragen. Doch das Dösen in der Sonne kann böse Folgen haben.
Die Andenkatze ist auf die Jagd nach Bergviscachas spezialisiert.
Von den Felsvorsprüngen der Steilhänge starten die wohl imposantesten
rezenten Aasfresser: die Andenkondore. Sie gleiten Richtung Osten, um
in den Hochebenen nach Fressbarem Ausschau zu halten. Das raue Klima
lässt nur noch wenig Vegetation zu. Gräser und kleinwüchsige Büsche
geben keine Möglichkeit zur Deckung. Dafür aber genügend Kalorien für
die Guanakos, Verwandte des Kamels. In größeren Herden durchforsten
sie das raue Land auf der Suche nach den besten Weidegründen. Sie
decken ihren Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich durch Gräser und
Blätter. Die Ahnen der domestizierten Lamas haben nur einen
ernstzunehmenden Feind: den Puma.
Weiter südlich durchbrechen blaue Süßwasserseen die Hochebenen. Diese
Wasserinseln sind weltweit die einzige Heimstätte für den
Goldscheiteltaucher. Er ernährt sich von Schlammschnecken und
Flohkrebsen, in der warmen Jahreszeit bieten Fluginsekten willkommene
Abwechslung. Bekannt ist diese Art vor allem für ihr besonderes
Balzverhalten – die Partner vollführen synchrone Tauch- und
Schwimmbewegungen, die selbst das Neujahrskonzertballett in den
Schatten stellen könnten. Westlich der Anden, auf chilenischem
Territorium, zeigt sich Patagonien von einer ganz anderen Seite. Hier
gedeihen temporäre Regenwälder. Unter dem dichten Laubdach äsen
Pudus, die kleinsten Hirsche der Welt, kaum größer als ein Feldhase.
Smaragdgrüne Chile-Kolibris sammeln den Nektar aus feuerroten
Fuchsien-Blüten. Nachts klettern Chiloé-Beutelratten durchs Geäst. Wo
der Wald an die Küste trifft, können die Temperaturen in der warmen
Jahreszeit um die 20 Plusgrade erreichen. Für die See-Elefanten zu
heiß. Sie nützen die Schatten spendenden Baumkronen, um darunter zu
dösen, bevor sie wieder ins Meer zurückkehren, um nach Fischen zu
jagen.
Am südlichsten Ende Patagoniens erstrecken sich die größten Eisfelder
der Südhemisphäre außerhalb der Antarktis. Hier wandern Gletscher in
Fjorden von den Bergmassiven Richtung Küste. Es sind Relikte der
letzten Eiszeit, die noch vor 18.000 Jahren die Südanden komplett
unter sich begraben hielten. Heute zählen die kilometerlangen
Eiszungen zu den am raschesten wandernden Gletschern der Welt. Die
Klimaerwärmung verändert die Eislandschaft mit jedem Tag. Ihre
Existenz hat Einfluss auf das regionale Klima, an das all die
seltenen Tierarten Patagoniens bestmöglich angepasst sind. Das
Schmelzwasser gibt Nährstoffe ins Meer frei, die den Artenreichtum
unter Wasser in Gang halten. Tausende Magellanpinguine haben hier ein
paradiesisches Zuhause. Doch je rascher die Gletscher schmelzen,
desto mehr gerät die Nährstoffzusammensetzung der Küstengewässer aus
der Balance.
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