• 26.06.2024, 10:21:17
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ORF-„matinee“ am 30. Juni: „Der Geschmack Europas“ in Böhmen, Porträt „Kennen Sie Kafka?“ zum 100. Todestag des Schriftstellers

Außerdem: „Ikonen Österreichs: Das Automobil von Sarajevo“, „Die Kulturwoche“– ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Utl.: Außerdem: „Ikonen Österreichs: Das Automobil von Sarajevo“,
„Die Kulturwoche“– ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON =

Wien (OTS) - Die „matinee“ am Sonntag, dem 30. Juni 2024, um 9.05 Uhr
in ORF 2 und auf ORF ON macht sich zunächst auf die Suche nach dem
„Geschmack Europas“ in Böhmen. Autor, Verleger und Gastrosoph Lojze
Wieser begibt sich in dieser Ausgabe der kulturkulinarischen
ORF-Reihe auf Entdeckungsreise ins historische Kernland der heutigen
Tschechischen Republik. Danach steht ein Dacapo der kürzlich zum 100.
Todestag des Schriftstellers und gebürtigen Böhmen Franz Kafka
gezeigten Dokumentation „Kennen Sie Kafka?“ (9.35 Uhr) auf dem
Programm. Darin führt Biograf Reiner Stach durch die Stationen von
Kafkas kurzem Leben und widerlegt einige festgefahrene Vorstellungen
über den weltweit meistgelesenen deutschsprachigen Autor, dessen
Geburtstag sich am 3. Juli zum 141. Mal jährt. An einen anderen
historischen Tag, jenen des Attentats auf Österreichs Thronfolger
Franz Ferdinand vor 110 Jahren am 28. Juni 1914, erinnert die
anschließende Folge der Kurzreihe „Ikonen Österreichs“ (10.30 Uhr)
über „Das Automobil von Sarajevo“, in dem der Habsburger erschossen
wurde: Zwei Schüsse, die den Lauf der Weltgeschichte verändern und
den Fall der Dynastie einleiten sollten. Den von Peter Schneeberger
präsentierten ORF-Kulturvormittag beendet „Die Kulturwoche“ (10.40
Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps.

„Der Geschmack Europas – Böhmen“ (9.05 Uhr)

Lojze Wieser und Regisseur Florian Gebauer erkunden in dieser Ausgabe
der Reihe „Der Geschmack Europas“ Böhmen und entdecken ein großes
kulturelles und kulinarisches Erbe, das auch mit der österreichischen
Geschichte verbunden ist. Die Reise führt – Ingeborg Bachmanns Versen
„Böhmen liegt am Meer“ folgend – von den Tausenden historischen
Karpfenteichen in Třeboň über die Lebkuchenproduktion in Pardubice
hin zu den berühmten heilenden Quellen in Karlsbad. Im einstigen
„Salon Europas“ weilten bereits Wallenstein, Karl IV., Zar Peter der
Große, Karl Marx, Richard Wagner und Johann Wolfgang von Goethe, die
hier neben gesundheitsförderndem Sprudel auch Geselligkeit fanden.
Auf der Suche nach einer europäischen Speisetafel trifft Lojze
Wieser, geleitet von den Klängen des böhmischen Dudelsacks, auf die
alte Tradition der kunstvoll gestalteten chodenländischen Kolatschen,
lernt die stundenlang in Bierdunst gegarten „Erdferkel“ kennen, die
in Verbindung mit der für Tschechien wohl typischsten Speise, dem
Knödel, ihre Vollendung finden, und erprobt die inspirierende
Wirkung, die der Genuss des warmen, salzigen Wassers der sogenannten
Schlangenquelle verspricht.

„Kennen Sie Kafka?“ (9.35 Uhr)

Wir glauben, ihn zu kennen: Das geheimnisvolle Genie, den kranken,
introvertierten, weltfremden Einzelgänger. Doch was ist dran an
diesem Kafka-Mythos? Wie kam er zustande? Was ist Dichtung, was
Wahrheit? Um den weltweit meistgelesenen deutschsprachigen Autor
spinnen sich Mythen und Legenden. Wie viel Kafka ist in seinen
Figuren? Wie „kafkaesk“ war sein Dasein tatsächlich? Wie hielt er es
mit den Frauen? Und der Religion? Das Leben und das Werk des in Prag
geborenen Dichters werfen viele Fragen auf, die im Film von Pavel
Simak nur in Fragmenten beantwortet werden können.
Die hartnäckigen Klischees werden der Realität nur bedingt gerecht.
Sie entstanden, weil Generationen von Leserinnen und Lesern die
politischen Debakel des 20. Jahrhunderts in Kafkas Werk
hineininterpretierten und den Autor mit seinen Charakteren
verwechselten. Die Dokumentation nimmt den letzten und unvollendeten
Roman „Das Schloss“ zum Ausgangspunkt für die Suche nach dem „wahren“
Franz Kafka. Enthüllt werden neue Erkenntnisse über das Leben des
Schriftstellers, seine Arbeit und seinen Schaffensprozess. Vor allem
Kafka-Biograf Reiner Stach liefert Fakten, die das Image vom
introvertierten, asexuellen Intellektuellen und blassen städtischen
Exzentriker deutlich widerlegen. Zudem tragen Kafkas zu Papier
gebrachte Gedanken und Briefe, unveröffentlichte, gefilmte Interviews
mit Max Brod aus den Jahren 1964 und 1968 sowie ein Interview mit
Kafkas Leibarzt Dr. Popper dazu bei, das Leben und die literarische
Arbeit des berühmten Dichters neu zu deuten. Der Film zeichnet ein
völlig neues Porträt Franz Kafkas, gestützt auf jüngste Recherchen
und bisher unveröffentlichtes Archivmaterial.

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