• 25.06.2024, 10:00:18
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  • OTS0047

Ö1-Thementag: „Triester Straße“. Ein Radio-Road-Movie von Wien nach Triest

Wien (OTS) - Am Samstag, den 29. Juni wird das Ö1-Programm zum
Radio-Road-Movie über die Triester Straße. Die Reise beginnt am
Wiener Matzleinsdorfer Platz und endet in Triest an der Piazza
Guglielmo Oberdan. Das Programm im Detail ist abrufbar unter
https://oe1.orf.at/triesterstrasse.

Die Triester Straße wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts als
durchgängige Straße von Wien über den Semmering, durch Ljubljana und
das slowenische Karstgebirge nach Triest gebaut. Über die
Jahrhunderte schrieb die Triester Straße Geschichte und Geschichten.
Der Ö1-Thementag am 29. Juni beginnt mit „Pasticcio“ (8.15 Uhr),
danach besuchen die „Hörbilder“ (9.05 Uhr) eine Villa am Semmering,
erbaut in den 1970er Jahren vom Wiener Architekten Udo Schrittwieser
nach den Ideen der damals elfjährigen Anna Zsolnay, Urenkelin von
Alma Mahler. Beeinflusst von den Geschichten Enid Blytons und Lewis
Carrolls wünscht sie sich einen Rückzugsort mit Geheimgängen,
Zauberspiegeln, versteckten Bibliotheken. Erzählt wird nicht nur die
faszinierende Geschichte dieser Villa, sondern auch die
ungewöhnlichen Geschichten seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Die
„Hörbilder“ treffen Anna Zsolnay, ihre Schwester Irene, den Künstler
Michele van Hogen und den Architekten Udo Schrittwieser.

Der „Ö1 Klassik-Treffpunkt“ (10.05 Uhr) kommt live aus Graz, zu
Gast sind Styriarte-Intendant Mathis Huber und Mezzosopranistin Iris
Vermillion, die bei der Aufführung von Monteverdis „L’Orfeo“
mitwirkt.

In Ljubljana am Weg nach Triest

Dunajska cesta, also Wiener Straße, heißt die Straße im Norden von
Ljubljana, Slovenska cesta in der Mitte der Hauptstadt, und Tržaška
cesta, also Triester Straße, im Süden der Stadt, wo „Le week-end“ ab
13.00 Uhr Station macht und sich in den dortigen Musikszenen
umschaut. Zu hören ist Musik von Jacobus Gallus, Slavko Osterc,
Bratko Bibic, Vito Zuraj und vielen anderen.

Im „Ö1 Hörspiel“ (14.00 Uhr) steht Italo Svevos „Geisterstunde“
auf dem Programm. In der ORF-Produktion aus dem Jahr 1992 wirken
Joachim Bißmeier, Helmut Lohner, Rosel Zech und Julia Gschnitzer mit,
Regie: Klaus Gmeiner. Der Triestiner Autor Italo Svevo erzählt in
„Geisterstunde“ eine übersinnliche Beziehungsgeschichte: Ein
trauernder Gatte will unbedingt noch einmal mit seiner verstorbenen
Gattin sprechen und sich mit ihr unvergesslicher Stunden erinnern.
Durch einen Zeitungsartikel zu einer Totenbeschwörung animiert, wagt
er gemeinsam mit seinem Freund Bruno dieses Experiment. Bei der
Séance fällt der Ehemann in Ohnmacht und Clelia kann mit Bruno, der
mehr als nur „der Freund des Hauses“ war, allein sprechen.
Überraschenderweise wollen beide Männer einen Gefallen von der
Verstorbenen einfordern ...

Musikalische Begegnungen zwischen Wien und Triest

„Apropos Klassik“ (15.05 Uhr) begibt sich musikalisch von der
Wiener Stadtgrenze bis Triest. In Mödling kommt Arnold Schönberg ins
Spiel, in Wiener Neustadt sein Konkurrent um den Stempel „Erfinder
der Zwölftontechnik“, Josef Matthias Hauer. Vom Semmering an ist
Gustav Mahler Wegbegleiter, in Graz kommt es zu einer Begegnung mit
Joseph Marx. Ein eingehender Blick in die Musikgeschichte Sloweniens,
anlässlich der Stationen Ljubljana und Maribor, zeigt, wie eng die
künstlerischen Beziehungen zu Wien und Graz bis deutlich ins 20.
Jahrhundert hinein waren, wie die auf diese Weise geprägten
Komponisten noch den Weg in die Moderne mitgestalteten. Mit dem
Näherrücken von Triest kommt Antonio Smareglia ins Spiel, der heute
fast vergessene istrische Opernkomponist. Kosmopolitisch wie
Smareglia, über Jahrzehnte eine prägende Figur im Triestiner
Musikleben: Raffaello de Banfield. Lassen sich in Triest noch Spuren
der Anwesenheit von Ferruccio Busoni finden? Jedenfalls wird Victor
de Sabata, der international gefeierte Dirigent mit Geburtsort Triest
und „altösterreichischer“ Attitüde, mittlerweile auch als Tonschöpfer
wiederentdeckt.

Von der „Spinnerin am Kreuz“ zum „Ursus“

Strada per Vienna, Dunajska cesta, Wiener Straße. Diese
Mehrsprachigkeit lässt erahnen, dass eine Straße und insbesondere
eine solch legendäre wie die Triester Straße, die seit 1719
generalstabmäßig konzipiert wurde, nicht einfach nur mit Verkehr zu
tun hat. Die historische Triester Straße strotzt nur so vor
industriellen, religiösen, versorgungstechnischen, künstlerischen,
geographisch vermessungstechnischen Aspekten. Radiophone
facettenreiche Bilder dieser Straße sind ab 17.05 Uhr in einem
„Diagonal“-Radio-Road-Movie zu hören. Ganz zu Beginn gerät gleich ein
Wasserturm aus 1899 im Stile industriellen Historismus in das
Blickfeld, unweit davon leuchtet eine frisch renovierte, original
gotische Votivsäule, die „Spinnerin am Kreuz“. Bald erinnert ein
kleiner Obelisk und auch ein größeres Denkmal an die erste
reichsweite Landvermessung 1762, im anschließenden Tal sieht man den
als „75er“ bezeichneten, ebenso viele Meter hohen, alten
Fabriksschlot. Ein historischer, steinerner Meilenstein steht am
Straßenrand, und schließlich, fast am Ziel des Radio-Road-Movies,
ragt ein richtig hoher Obelisk am Abhang des Karstgebirges in den
Himmel. Eine richtig große Kirche im besten Brutalismus-Stil der
1960er Jahre erhebt sich als Monte Grisa am selben Hügel. Dahinter
glitzert und glänzt plötzlich das Meer. Unten im Hafen ragt noch
etwas gen Himmel: Der riesige, alte, schwimmende Kran „Ursus“
firmiert heutzutage fast als Wahrzeichen der Stadt Triest.

Zur Eröffnung des Teatro Nuovo, des heutigen Teatro Lirico
Giuseppe Verdi, in Triest im Jahr 1801 hat der aus Deutschland
stammende Komponist Johann Simon Mayr (in Italien Giovanni Simone
Mayr genannt) sein Dramma serio eroico „Ginevra di Scozia“
komponiert. 2001, zum 200. Jahrestag der Eröffnung des Theaters, hat
man dieses Werk erneut präsentiert – in der ab 19.34 Uhr in Ö1 zu
hörenden Aufnahme singen Luca Grassi (König von Schottland),
Elizabeth Vidal (Ginevra), Daniela Barcellona (Ariodante), Antonio
Siragusa (Polinesso), Giuseppina Piunti (Dalinda), Marco Lazzara
(Lurcanio), Aldo Orsolino (Vafrino) und Damiano Locatelli (Der
Einsiedler), Tiziano Severini dirigiert das Orchester des Teatro
Lirico Giuseppe Verdi Triest. Zum Abschluss des Ö1-Thementages über
die Triester Straße ist in der „Ö1 Jazznacht“ (23.03 Uhr) u. a. Musik
mit dem 1939 in Triest geborenen Trompeter Enrico Rava zu hören. Das
Programm im Detail ist abrufbar unter
https://oe1.orf.at/triesterstrasse.

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